1610 – 25. Die nächsten Wahlen kommen bestimmt!

Am letzten Montag habe ich Euch ja bereits kurz geschildert, wie Unzufrieden ich mit der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern in Zeiten der Corona-Krise bin.
Da sich meine Ausführungen im Laufe der Woche leider bestätigt haben, möchte ich darauf heute noch einmal detaillierter eingehen.

Durch die mehrfachen Annullierungen unseres Rückfluges haben wir am 19.03.2020 insgesamt 16 Stunden am Flughafen von San Francisco verbracht. Zu diesem Zeitpunkt wurden in den USA, insbesondere Kalifornien, bereits langsam die ersten Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus‘ umgesetzt, jedoch war davon am Flughafen noch nicht viel zu merken. In meinen Augen lief alles ab wie immer, nur das eventuell ein paar weniger Passagiere unterwegs waren. Menschen aus aller Welt saßen gemeinsam im Foodcorner, fassten noch mal eben im Shop dies und das an, standen beim Boarding gelassen nebeneinander.

Unser Flug ging knapp 10 Stunden und ich habe mir währenddessen Gedanken gemacht, wie die Einreise in Großbritannien wohl ablaufen wird, ob man uns als deutscher Staatsbürger aus einem Risikogebiet kommend überhaupt einreisen lässt.
Auch in London lief folgend alles so ab, wie zuvor schon in San Francisco. Es waren gefühlt weniger Menschen unterwegs, aber von einer Pandemie war auch hier nichts zu merken. Wir haben einen Flyer mit Hygienetipps in Zeiten von Conora in die Hand gedrückt bekommen und gingen anschließend durch die elektronische Passkontrolle. Kein menschliches Wesen interessierte sich für uns und so saßen wir 20 Minuten nach Verlassen des Flugzeuges schon im Taxi auf dem Weg zu unserem Hotel.

Am 22.03.2020 ging es für uns endlich nach Hause. Nachdem wir das Hotelzimmer 2 Tage lang nur kurz für die Nahrungsaufnahme verlassen hatten, machten wir uns gegen 12 Uhr wieder auf zum Flughafen.
Am Sonntag hat man hier schon versucht, ein paar Maßnahmen umzusetzen, jedoch war man der Passagiermenge bei Weitem nicht gewachsen. Insbesondere die Schlange für die Überseeflüge war extrem lang und die Menschen standen dicht an dicht. Bis zum Boarding konnten wir einer solchen Menschenansammlung ganz gut aus dem Weg gehen. Als dann der Aufruf kam, dass wir das Flugzeug nun betreten dürfen, zeigte sich das wohl allseits bekannte Bild. 75% der Passagiere hatten Angst, dass der Flieger ohne sie abhebt und atmeten aufgeregt an dem Rücken des Vordermann klebend in dessen Ohr.

Kommen wir zum dritten internationalen Flughafen unserer Rückreise, Hamburg. Wir landeten am Sonntagabend und es war auch hier wieder vergleichsweise etwas weniger los als vermutlich normal. Es wollte niemand von uns wissen, woher wir gekommen sind. Von diesen angeblich eingeführten Einreisekarten haben wir nichts mitbekommen. So ging es für uns schnell durch die elektronische Passkontrolle, anschließend zum Gepäckband und schwuppdiwupp saßen wir nach 3 Wochen in Kalifornien wieder in unserem Auto. Auch am Hamburger Flughafen gab es keine vermehrten Kontrollen oder erhöhtes Sicherheitspersonal.
Mit ein Paar Scheuklappen und Digital Detox für die Zeit unseres Urlaubes hätte die ganze Krise auch einfach an uns vorbei gehen können.

Dies war nun noch einmal die genaue Schilderung wie unser Rückflug abgelaufen ist. Aufgrund dessen und unseres Aufenthaltes in einem internationalen Risikogebiet war ich der festen Überzeugung, dass wir uns sofort in Quarantäne begeben müssen.

Das Gesundheitsamt Rostock und auch die Universitätsmedizin Rostock verweisen auf ihren Websiten auf die Seite des deutschen Infektionsschutzes bei Fragen zum Thema Corona.
Dort stand vor einer Woche noch, dass Rückkehrer aus Risikogebieten sich in behördlich angeordnete Quarantäne begeben müssen. (Siehe Screenshot; Wie ich gerade gesehen habe, ist dieser Abschnitt -29.03.2020- entfernt worden.)


Wir haben uns dementsprechend am 23.03.2020 beim Gesundheitsamt telefonisch gemeldet, welches uns mitteilte, dass dies so für Mecklenburg-Vorpommern nicht zutrifft. Das Land hat einen eigenen Erlass für Rückkehrer veröffentlicht.

„1. Personen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet … entsprechend der jeweils aktuellen Festlegung durch das Robert-Koch-Institut aufgehalten haben, wird empfohlen für einen Zeitraum von 14 Tagen … im häuslichen Bereich zu arbeiten.“

Würde das Land eine Quarantäne anordnen, müsste es auch für den Lohnausfall aufkommen.
So lange dies nicht der Fall ist, muss die betroffenen Person sich mit dem Arbeitgeber einigen und im schlimmsten Fall für diesen Zeitraum unentgeltlich zuhause bleiben.
Sogleich gelten durch diesen Erlass für die betroffene Person die selben Regeln wie für die restliche Bevölkerung. Wir HÄTTEN arbeiten gehen können, wir HÄTTEN einkaufen gehen können, usw..

Witzigerweise werden uns durch den Erlass aber durchaus bestimmte Dinge untersagt, nämlich

„3. Es ist Personen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet … aufgehalten haben für einen Zeitraum von 14 Tagen untersagt folgende Einrichtungen zu betreten:
d) Einrichtungen der öffentlichen Verwaltungen.“
.

Welch Doppelmoral! Nicht zahlen wollen, sich selber aber wegen des Ansteckungsrisikos abschirmen!!!!

Wir haben die ersten 2 Tage nach unserer Rückkehr nur mit Telefonieren verbracht. Wie verhalten wir uns richtig? Intuitiv sind wir zuhause geblieben, aber wer kommt für den Lohnausfall auf? Fragen über Fragen. Ich war auf 180, mein Puls ununterbrochen am Anschlag.

Und dann kam am Mittwoch der Anruf, WOMIT JA NIEMAND NACH DER OBEN BESCHRIEBENEN TORTUR UNSERER RÜCKREISE IN ZEITEN VON CORONA IM LANDTAG MECKLENBURG-VORPOMMERN HÄTTE RECHNEN KÖNNEN!!!!

Auf unserem Flug von London nach Hamburg saß eine Reihe vor uns jemand, der positiv auf Corona getestet wurde! Wir müssen uns sofort in häusliche Quarantäne begeben und dürfen die Wohnung 14 Tage nicht verlassen.

Tag 8 der Quarantäne. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Die nächsten Wahlen kommen bestimmt!

1610 – 24. In Rostock ist auch kein Conora! Rostock ist stabil!

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass in 3 Wochen so viel passieren kann. Ich weiß gar nicht, wo ich heute anfangen soll.

Genau heute vor 3 Wochen sind wir nach Kalifornien geflogen und von diesem Urlaub wollte ich Euch heute eigentlich erzählen.
Nun habe ich die Ostsee Zeitung vom 2. März neben mir liegen. An diesem Tag wurde von 117 Corona-Fällen Bundesweit gesprochen. Ich habe irgendwie schon kommen sehen, dass das Ausmaß vielleicht etwas größer wird, aber ich habe doch sehr darauf vertraut, dass dieser Umkreis genauso wie bei dem Ausbruch in der Firma Webasto im Februar schnell eingegrenzt wird.

Dies bestätigte mir auch das Bild am Flughafen. Vereinzelt lief mal jemand mit einem Mundschutz rum, aber ansonsten war von einer Pandemie nichts zu merken. So flogen wir also in die USA und konnten dort spannende 1,5 Wochen verbringen, bevor die Situation so langsam aus dem Ruder zu liefen schien. (Zu dem Urlaub kommt auf jeden Fall noch ein Bericht!)
Trump schloss die Grenzen für Europäer, die ersten Toilettenpapierregale in den Supermärkten waren leer, es befanden sich immer weniger Menschen auf den Straßen, das Robert-Koch-Institut stufte Kalifornien als internationales Risikogebiet ein.

Einen Tag vor unserer Rückreise wurde unser Flug über London nach Hamburg annulliert. Da wir sehr schnell auf einen neuen Flug über Washington und Amsterdam am nächsten morgen umgebucht wurden, machte ich mir wenig Sorgen über die Heimreise und genoß einfach noch einen Abend mehr die Luft in San Francisco.
Als wir am nächsten Tag am Flughafen eintrafen, hatte die neue Airline keine Reservierung für uns vorliegen. Bis wir jemanden von der ursprünglichen Fluggesellschaft in der Leitung hatten, war das Flugzeug auch schon weg.
Ich habe lange mit der Dame nach einer Lösung gesucht, sie konnte keinen Flug für uns nach Hamburg finden. Somit haben wir uns am Ende darauf geeinigt, dass wir am Abend erstmal bis nach London fliegen und unsere Weiterreise anschließend selber organisieren. Wir verbrachten 16 Stunden am Flughafen in San Francisco mit sämtlichen Menschen von der großen weiten Welt. Von einer Pandemie war dort nichts zu merken.
Für den Abend unserer Ankunft in London (Freitag) haben wir einen Weiterflug nach Hamburg finden können, welchen uns die Dame aufgrund einer fehlenden Kooperation nicht anbieten konnte. Kaum hatten wir diesen gebucht, wurde er auch schon wieder annulliert.
Wir konnten nichts anderes machen, als auf Sonntagnachmittag umzubuchen. Die wenigen verbliebenen Flüge vorher waren vermutlich alle ausgebucht. Somit saßen wir noch 2 Tage in London fest, bevor wir uns endlich auf den Weg nach Hause machen konnten.
Hätte mir zuvor jemand gesagt, dass ich aus den Staaten mal eine so komplizierte Heimreise haben werde, hätte ich schmunzelnd erwidert, dass ich das mit links und 40 Fieber in 16 Stunden mache!

Jetzt sind wir endlich Zuhause und nun fängt der Irrsinn erst richtig an.
Wir haben uns schon unterwegs schlau gemacht, wie wir uns jetzt verhalten müssen. Da es mir anfangs schwer fiel Antworten auf meine Fragen zu finden, habe ich kurzerhand beim Bürgertelefon der Hansestadt Rostock angerufen. Die nette Dame gab mir die Auskunft, dass wir uns sofort in Quarantäne begeben müssen und diese der Hausarzt verordnet.
So rief ich also heute früh bei meiner Hausärztin an und dort wusste man nichts davon, Krankschreibung ja, aber Quarantäneverordnung, nein. Das Gespräch war schnell beendet und ich war genauso ratlos wie vorher. Mein nächster Anhaltspunkt war dann das Gesundheitsamt. Da laufen die Telefone natürlich gerade heiß, aber ich habe es letztendlich geschafft und erhielt dann folgende Aussage:

„Es empfiehlt sich für Sie sich zwei Wochen in häuslicher Isolation zu begeben. Jedoch spricht das Gesundheitsamt keine direkte Isolation aus. Dies sollten Sie ggf. mit Ihrem Arbeitgeber besprechen.“

Wir haben uns 3 Wochen in einem vom RKI ausgewiesenen internationalen Risikogebiet aufgehalten! Wir haben auf unserer Heimreise 2 internationale Drehkreuze durchlaufen mit unzähligen Menschen, wo keiner weiß, aus welchen Teilen der Welt diese gerade gekommen sind! Neben diesen Menschen saßen wir 13 Stunden im Flugzeug eng an eng! Genauso können wir diese Menschen natürlich bereits angesteckt haben.
Das Gesundheitsamt verweist zudem auf seiner Homepage auf die offizielle Homepage des Infektionsschutzes wenn es um offene Fragen geht, wo ausdrücklich geschrieben steht, dass Menschen, welche sich im Risikogebiet aufgehalten haben, in Quarantäne müssen!

Aber hey, es EMPFIEHLT sich, sich in Isolation zu begeben.
Ich gehe lieber Arbeiten, denn in Rostock ist auch kein Conora! Rostock ist stabil!

(https://www.youtube.com/watch?v=XjMnTBexc_c -> Bitte anschauen)

Ich weiß, dass wir uns gerade in einem absoluten Ausnahmezustand befinden. Ich bin mir bewusst, dass viele ja einfach selber nicht wissen, wie sie gerade handeln müssen und was in einer solcher Situation zu tun ist. Ich bin letzten Endes auch einfach nur unsicher. Muss ich in Quarantäne, muss ich nicht? An wen muss ich mich wenden? Wie verhält es sich finanziell?
Ich suche verlässliche Antworten und diese sind als Betroffener gerade verdammt schwer zu finden. Es ist zum Mäuse melken.

Tag 1 der Quarantäne, ich bin gespannt wie es weiter geht.
Bleibt gesund und munter!

Edit 13:45 Uhr: Das Virus macht tatsächlich einen Bogen um Mecklenburg-Vorpommern. Mir wurde soeben der Erlass vom Land Mecklenburg-Vorpommern durch das Gesundheitsamt zugestellt. Es wird uns lediglich empfohlen uns zu isolieren.

1610 – 23. Komm mit mir ins Abenteuerland!

In der Regel muss Christian jede Woche herhalten und meine neuen Beiträge vorab lesen. Da ich am vorletzten Wochenende in Schweden war, durfte für den Beitrag 1610 – Der Trott! Malin in den Genuss der Vorab-Leserin kommen.
Und dies bot uns anschließend brillanten Redestoff.

Abenteuer, das

Ich habe in der vorletzten Woche darüber gesprochen, dass mir die Abenteuer im Alltag fehlen. Dass es mir nach einer gewissen Zeit der Routine immer schwerer fällt diesen nachzugehen, geschweige denn sie überhaupt noch sehen zu können.

Doch was bedeutet das Wort ‚Abenteuer‘ überhaupt?
Wenn ich an Abenteuer denke, verbinde ich damit immer einen Ausflug, eine Reise. Am liebsten habe ich die Abenteuer, bei denen ich für mehrere Wochen Ozeane überquere und eine neue unbekannte Welt entdecke. Genauso mag ich es aber auch an einem Freitagnachmittag nach Feierabend zum nächsten Flughafen zu hetzen, um das Wochenende in einer der vielen schönen Städte in Europa zu verbringen. Um ein Abenteuer zu erleben, muss ich aber auch nicht immer zwingend in ein Flugzeug steigen. Ich kann es kaum erwarten im Sommer wieder in unserem Bulli an verlassenen Stränden oder in 2.000m über den Meeresspiegel zu nächtigen. Und am Ende ist für mich ein Abenteuer auch ein Wochenendausflug nach Rügen oder zu Freunden nach Berlin.
Wichtig ist für mich einfach nur, dass ich meinen gewohnten Umkreis verlasse.

Dies ist, wie wir alle wissen, nicht jedes Mal wenn man das Bedürfnis nach einem Abenteuer hat, mit dem eigentlichen Leben zu vereinbaren.
Wäre es aus diesem Grund nicht viel sinnvoller, das Wort ‚Abenteuer‘ einfach in dem Zusammenhang mit etwas Neuem, mit etwas Ungewohntem zu sehen?

Diese Sichtweise lässt sich viel viel besser in den Alltag integrieren!
Auf einmal ist ein Abenteuer der Konzertbesuch in dem Club eine Straße weiter. Ein Abenteuer ist dann die Fototour durch unbekannte Straßen der eigenen Stadt. Oder der Yogakurs am Dienstag. Oder der Nachmittagsausflug auf die andere Seite der Warnow. Oder der Besuch in dem neuen Restaurant.

Mir fällt es, gerade nach den langen dunklen Tagen ,sehr schwer diese kleine Abenteuer als solche anzusehen und dabei würde mir diese weitgefasste Definition den Alltag ungemein erleichtern.

Der Ausflug nach Schweden und das Eintauchen in eine andere Welt, damit meine ich nicht das fremde Land, sondern das Eintauchen in Malins Alltag und ihre Gedankenwelt, hat die Schranke in meinem Kopf wieder geöffnet und nun liegt es an mir, meinem inneren Schweinehund den Kampf anzusagen, den Trott zu verlassen und den kleinen Abenteuern des Alltags wieder mehr Bedeutung zuzuschreiben.

Bevor ich mich aktiv der Umsetzung der kleinen Abenteuer im Alltag widmen werde, steht für mich zunächst aber noch ein großes Abenteuer auf der Agenda.
Christian und ich werden in der nächsten Woche zu dieser Zeit im Flugzeug nach San Francisco sitzen und dort 2,5 Wochen mit dem Wohnwagen das Land der unbegrenzten Möglichkeiten unsicher machen.
Dies bedeutet, dass ich mich für 3 Wochen von Euch verabschiede und am 23.03.2020 mit den ersten Reiseimpressionen wieder für Euch da sein werde.

Solltet ihr in dieser Zeit nicht auf neuen Lesestoff verzichten wollen, freue ich mich Euch auf unserem gemeinsamen Blog gintonicgurke.com begrüßen zu dürfen. Dort werde ich je nach Zeit und Internet die Schritte unserer Reise aktuell festhalten.

1610 – 22. Kurz und Knapp!

Da ich den Beitrag des heutigen Montag anlassbezogen und ausnahmsweise bereits am vergangenen Freitag veröffentlicht habe und zudem ein ereignisreiches Wochenende hinter uns liegt, gibt es heute nur einen kurzen Einblick in das von mir zuletzt gelesene Buch und den Ausblick, dass ich mich in der nächsten Woche noch einmal intensiver dem Begriff ‚Abenteuer‘ widmen werde.

Am Rande – Buch der Woche: John Strelecky – Auszeit im Café am Rande der Welt
(3/2020)

Ich habe ja bereits in der letzten Woche kurz erwähnt, dass ich eher der John Strelecky Typ bin, wenn es um die Frage nach dem Sinn des Lebens geht.
Somit befand sich auch sein neues Buch schnell in meinem Bücherstapel und treffender hätte der Zeitpunkt nicht sein können!

Zum einen geht es hier um das Thema des ‚Älter werden‘, zum anderen aber auch darum, dass jeder Partner sich in einer Beziehung seinen eigenen Spielplatz erhalten muss, seinen eigenen Abenteuern nachgehen muss.

Ich habe das Buch gelesen, nachdem ich den Beitrag 1610. – 20. Der Trott! geschrieben habe und konnte den Zufall kaum fassen, als ich „mein“ Thema in den Zeilen wiedergefunden habe.

„Aber nach all deinen Erläuterungen weiß ich nun genau, wie mein Isolierband aussieht. Zu viel tägliches Einerlei, und schon empfinde ich einen gewissen Druck.“

John Strelecky – Auszeit im Café am Rande der Welt

Das Buch enthält, wie auch schon die beiden Vorgänger, wieder einige Textpassagen zum Nachdenken und ist binnen einer Stunde durchgelesen.

Wem dies heute zu kurz ist oder wer von Euch am Freitag vielleicht noch nicht dabei war, der kann den Beitrag 1610 – 21. Hey Du! hier noch einmal nachlesen!

1610 – 21. Hey Du!

Außer der Reihe gibt es den neuen Beitrag schon heute, aber seht selbst.

Ich werde die ganzen Alltagsfragen und -gedanken der letzten Wochen heute einmal hinter mir lassen und mich an einem neuen Genre versuchen. Der Hommage!

Peter, Bernd, Torsten, Thomas und Arnim, liebe Beatsteaks, mit Smack Smash fing 2004 alles an!
Ihr wart, seid und bleibt meine Lieblingsband, dennoch geht es heute nicht um Euch.

Heute geht es um Christoph, Jacobus, Max, Kai, Olaf und Monchi. Genauer gesagt um Feine Sahne Fischfilet.
Unser Grundstein wurde an einem lauen Sommerabend 2014 in meiner alten Greifswalder WG gelegt. Ich erzählte meinem Mitbewohner Ole von meinen Festivalplänen und dem Lineup und er erzählte mir, dass der Sänger von Feine Sahne Fischfilet doch Jan Gorkow, der Dicke, der an unserer alten Schule Angst und Schrecken verbreitete, sei. Das diese Band, von welcher ich zuvor beiläufig mal gehört habe, aus meiner alten Heimat ist und beim Hurricane Festival mit mehr als 70.000 Besuchern auftritt, weckte mein Interesse und ich hörte mal rein und machte die Musik fortan nicht mehr aus.

Ich habe Euch auf so einigen Festivals und Konzerten gesehen, doch keines wird mir so in Erinnerung bleiben wie Euer Konzert am 23.03.2018 in der Rostocker Stadthalle.
Zunächst wollte ich gar nicht, als ich dann wollte, war der Innenraum natürlich schon ausverkauft. Ich kaufte mir mit der Zuversicht, dass sich da in den nächsten Wochen noch was im Innenraum ergeben wird, erst einmal eine Karte für den Rang. Falsch gedacht. Bis einen Tag vor dem Konzert gab es unzählige Such-Anzeigen bei eBay Kleinanzeigen, aber keine einzige Verkauf-Anzeige. Also blieb mir an diesem besagten Tag am Ende leider nichts anderes übrig, als meine wirklich winzig kleine kriminelle Ader zum Vorschein zu bringen und mich mit Hilfe von Freunden in den Innenraum zu schmuggeln.

Bereits mit den ersten Akkorden von „Zurück in unserer Stadt“ hatte ich die eine Hälfte meiner Freunde verloren, nach einem kurzen Besuch auf der Toilette dann auch die Zweite.
Auch wenn es natürlich viel schöner ist, dass Konzert gemeinsam zu genießen, ist dies ja keine unübliche Geschichte und so war es für mich auch nicht weiter schlimm. Ich lauschte Eurer Musik, tanzte mit den fremden Menschen um mich herum, hatte Spaß und in einem unbemerkten Moment der vollkommenen Leichtigkeit, sah ich Dich!

Wir waren bereits zusammen Vorglühen. Dort habe ich Dich jedoch nicht so wahrgenommen, wie ich Dich in diesem Moment gesehen habe. In meiner Erinnerung spielt sich dieser Moment in Slow Motion ab, du warst hell erleuchtet, vielleicht habe ich auch die Menge gespalten und Du kamst leichtfüßig auf mich zugelaufen.

Das Konzert gehörte nur noch uns alleine. Ich weiß nicht mehr, wie oft wie oft wir uns verloren und wiedergefunden haben, ich weiß nicht mehr, wie oft ich Dir an diesem Abend gesagt habe, wie schön Dein Lächeln ist! Ich weiß leider auch nicht mehr, worüber wir an diesem Abend so gesprochen haben.
Alles was ich weiß, ist, dass Du von diesem Moment an mein vollstes Vertrauen hattest, dass ich in jenem Augenblick wusste, dass Du der Mann bist, auf den ich mein Leben lang gewartet habe!

Feine Sahne Fischfilet, ihr könnt Euch von nun an entwickeln wie ihr wollte, eins habt ihr geschafft! Ich werde mein Leben lang von Euch erzählen.
Danke, dass ihr mir beängstigt in Erinnerung geblieben seid. Danke, dass ihr mit Eurer Musik meinen Nerv getroffen habt. Danke, dass ihr diesen wundervollen Mann in mein Leben gebracht habt!

Christian – Amore – Ich liebe Dich!
Happy Birthday!

1610 – 20. Der Trott!

Der Wecker klingelt um kurz nach 6. Wenn ich 2 Mal snooze, verbleiben mir ca. 45 Minuten um mich für den Tag fertig zu machen. Ich fahre zur Arbeit und schaue dort 4 Stunden lang auf meinen Bildschirm. Ich bewege die Maus von links nach rechts und oben nach unten. Ich öffne neue Tabs, Excel-Dateien und Programme. Ich schließe sie wieder. Nach einer Stunde Mittagspause beginnt das gleiche Spiel wie am Vormittag für weitere 4 Stunden. Ich fahre nach Hause und treffe mich mit Christian auf der Couch. Wir essen Abendbrot und schauen Netflix. Irgendwann schlafe ich ein und werde nur noch einmal kurz wach, um die Couch zu verlassen und ins Bett zu gehen.

Der Wecker klingelt um kurz nach 6. Wenn ich 2 Mal snooze, verbleiben mir ca. 45 Minuten um mich für den Tag fertig zu machen…

Tagein. Tagaus.

Dies klingt nun ein wenig trist und überzogen. Für einige von Euch würde das eine wunderschöne Routine darstellen. Natürlich genieße auch ich diese Geborgenheit, sei es auf Arbeit oder Zuhause, sehr. Aber so sehr ich diese Stetigkeit in einigen Momenten meines Lebens benötige, so sehr wird sie mir ziemlich schnell auch wieder zur Last.

Ich brauche Abenteuer. Ich bin so wissbegierig und neugierig, dass mir meine normale Umgebung schnell auf die Füße fällt. Ich habe ständig das Gefühl, dass ich meinen Horizont erweitern muss und dass mir mein alltäglicher Radius dahingehend die Grenzen aufzeigt.

Seit dem ich von meiner Weltreise zurückgekommen bin, schreibe ich immer wieder darüber, dass ich mir die Abenteuer im Alltag erhalten will. Das es so einfach ist, wenn man es nur will und dann finde ich mich im nächsten Augenblick antriebslos und unzufrieden auf unserer Couch wieder. Die Gedanken drehen sich dann darum, dass mein Abenteuerbudget gerade nicht ausreicht, dass ich meine Partnerschaft pflegen muss, dass kein Ziel dicht genug für einen Wochenendausflug ist.

Diese Woche war ich dann mal wieder an dem Punkt, an dem ich das alles nicht mehr ertragen konnte und auf einmal lag die Lösung so Nahe!

Ich schreibe Euch diese Zeilen gerade von dem wohl schönsten Schreibtisch der Welt. Dieser befindet sich inmitten auf unserer wunderschönen Ostsee. Wenn ich den Blick von meinem Laptop hebe, sehe ich diese beruhigende, blaue Weite. Rostock habe ich hinter mir gelassen und wenige Seemeilen vor mir heißt mein Ziel Trelleborg/Malmö.

Ich vereine an diesem Wochenende alles, was mir in der letzten Zeit sehr gefehlt hat. Ich begebe mich aus meinem gewohnten Kiez. Ich habe durch die 6stündige Überfahrt unheimlich viel Zeit für mich und am aller besten – mir steht ein Wochenende mit einer meiner besten Freundinnen voller tiefgründiger Gespräche in dem erfrischenden Schweden bevor.

Am Ende kostet mich der Ausflug genauso viel wie ein Wochenende in Rostock mit einem Besuch im Stadion. Am Ende pflege ich meine Beziehung auf diese Weise wohl viel intensiver als die unzufriedene Claudi zuhause auf der Couch es je könnte.

Es ist wie es ist. Irgendwie bin ich wieder drin in „diesem“ Trott. Aber es ist auch wie es ist. Die Gewohnheit lässt sich immer wieder leichter austricksen, als man denkt!

Am Rande – Buch der Woche: Veit Lindau – Seelengevögelt
(2/2020)

Ich habe das Buch vor einer ganzen Weile mal bei einem Freund liegen sehen und mich angesprochen gefühlt, da es in diesem Buch um den Sinn des Lebens geht.
In kurzen Geschichten will Veit Lindau uns aufrütteln unser Leben zu leben, es nicht immer so schwer zu sehen und zu nehmen.

Auch wenn ich großteils vollkommen hinter seinen Geschichten und Gedanken stehe, für mich war das Buch am Ende zu radikal. Auf eine unerschrockene Art wird man immer wieder direkt angesprochen. DU hast es in der Hand. DU kannst es ändern. DU. DU. DU.

Ich bin dann wohl doch eher der Paulo Coelho oder John Strelecky Typ. Der sich auf sanfte, indirekt Art der Einzigartigkeit des Lebens bewusst wird.

1610 – 19. Warum? – Ein Repost

Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag veröffentlicht, welcher bereits im März 2019 das erste Mal online ging.
Auf den Beitrag 1610 – 12. Mir geht es nicht gut! – Ein Repost folgte im Mai 2019 der Artikel ‚Warum?‘, in welchem ich die Gründe für meine damalige Situation näher erläutert habe und welcher nun auch Teil dieser Kolumne werden soll.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim (erneuten) Lesen und seid Euch immer bewusst, ihr habt all die Wertschätzung dieser Welt für Euren täglichen Einsatz verdient!

Warum?

Warum ist meine Seele vor 3 Monaten soweit aus den Fugen geraten, dass ich Euch mit dem Artikel Mir geht es nicht gut daran teil lassen habe?

Um eins Vorweg zu nehmen, ich bin ein hochsensibles Lebewesen. Es ist für mich nicht unüblich, dass ich gelegentlich mit einer depressiven Episode zu kämpfen habe. Ich arbeite seit Jahren daran, dass ich mit mir und meinem Leben ein Einklang finde, welcher diesen Episoden keinen Platz bietet. Manches Mal gibt es aber äußere Einflusse, welche diese depressiven Episoden begünstigen und welche ich nicht aktiv steuern kann. So war es auch diese Mal.

Seit dem ich vor 3 Jahren meinen Job bei der Bank aufgegeben habe, befinde ich mich stetig auf der Suche nach dem richtigen Weg. Nach der Rückkehr von meiner Weltreise hatte ich einen kurzen Zwischenstopp in Hamburg und habe schnell festgestellt, dass diese Großstadt, diese vielen Menschen, die weiten Wege, diese gewisse Anonymität meiner Seele nicht gut tun. Ich habe mich in der Probezeit kündigen lassen und mich zurück nach Rostock begeben. Ohne einen neuen Job. Zu diesem Zeitpunkt war mir alles egal, ich wollte einfach nur zurück in meinen sicheren Heimathafen.

Nach einer kurzen Zeit der Arbeitslosigkeit bin ich wieder fündig geworden. Ein Job als Projektmanagerin in einem Forschungslabor. Mit der Medizin habe ich mich schon immer irgendwie verbunden gefühlt und war mehr als glücklich, mehr als gespannt auf die neue Herausforderung. Ich habe mich binnen kürzester Zeit in die Aufgaben eingearbeitet, hatte ein wundervolles herzliches Team um mich rum, habe meine ganze Energie in diesen Job gesteckt, mich verantwortlich für den Erfolg der Forschungsprojekte gemacht. Wie konnte meine Seele bei diesen tollen Gegebenheiten aus dem Ruder laufen?

Wertschätzung. Dieses eine Wort war der Auslöser für all die negativen Gefühle, welche ich in den letzten Wochen in mir getragen habe. Mein Arbeitsumfang war über Monate höher als es eine Einzelperson hätte schaffen können. Ich habe in den letzten Jahren gelernt mich stark zu machen, meine Bedürfnisse auszusprechen. Dies fiel mir früher alles andere als leicht. So habe ich es auch diese Mal getan. Ich habe mich für MICH stark gemacht und wurde nicht erhört. Mehrmals. Über Monate. Der Workload wurde immer und immer größer, ich war eine Woche im Urlaub und hatte anschließed über 100 neue Emails, am Tag meiner Rückkehr die mehrfache Rückfrage nach dem Bearbeitungsstand dieser, in Meetings wurde ich mehrfach unbewusst bloßgestellt, weil ich bei der Nachfrage zum Bearbeitungstand zugehöriger Aufgaben passen musste.

Ich habe gekämpft, ich habe mehrmals das Wort für MICh erhoben, aber ich bin gescheitert. Und dieses Gefühl von Scheitern war der Auslöser. Mir ging es lange nicht gut. Das gute jedoch ist, dass ich trotz allem den Blick nach Vorne nicht verliere. Ich wusste, dass es so für mich nicht weiter gehen kann und ich habe nun einen anderen Weg eingeschlagen und einen neuen Job gefunden!

Ihr seid es wert, gehört zu werden. Ihr leistet jeden Tag mit dem was ihr macht einen Mehrwert für unsere Wirtschaft, für unser Gesundheitssystem, für all die anderen Bereiche in denen ihr tätig seid und dafür seid ihr es wert WERTGESCHÄTZT zu werden! Macht Euch für Euch stark und sollte Eure Situation auf einen nie endenden Tunnel zusteuern, dann seid Euch bewusst, dass ihr umdrehen und neu abbiegen könnt! Es geht immer weiter!

1610 – 18. Legt Eure Füße hoch!

Und am Ende des Tages wünsche ich Dir die Gelassenheit, Deine Pflichten Deine Pflichten sein zu lassen.
Am Ende des Tages wünsche ich Dir den Mut, Dir das zu nehmen, was Du für Deine innere Zufriedenheit am Meisten benötigst.

Das sind die Worte, welche meine vorletzte Woche am besten beschreiben. Gefühlt war an dieser Woche noch weniger dran als sonst. Nach Feierabend musste ich noch dies und das erledigen und am Wochenende bin ich zu meiner Schwägerin nach Hamburg gefahren.
So gerne ich meiner „Pflicht“ nachkommen und Euch für Montag wieder einen schönen Beitrag aus der Feder zaubern wollte, so sehr hatte ich für die wenigen freien Minuten nach der Arbeit ein anderes Bedürfnis, welches sich nicht hinten anstellen ließ.
Das Bedürfnis nach Ruhe und Liebe und Zweisamkeit. Das Bedürfnis meiner Beziehung die Aufmerksamkeit zu geben, die sie benötigt, damit es uns beiden gut geht.

Das ist die ehrliche Antwort auf die Frage, warum die Kolumne in der letzen Woche so kurz und knapp ausgefallen ist.

Ich möchte nun aber heute die Gelegenheit nutzen und noch einmal etwas intensiver über diese Zeilen nachdenken.

Unser Alltag ist geprägt von Hektik. Wir arbeiten i.d.R. 40 Stunden in der Woche. Hinzu kommt für die allermeisten noch ein Anfahrtsweg zum Büro von mindesten 30 Minuten pro Strecke. Nach der Arbeit stehen dann die privaten Pflichten auf dem Plan. Der Kühlschrank füllt sich nicht von alleine, die Wohnung muss aufgeräumt und geputzt werden, der Vorsorgetermin beim Arzt, Behördengänge, Ablage privater Dokumente, das Hobby, Organisation von diesem und jenes und so weiter und so fort. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr Euch wiederfindet und die Liste noch um einige Punkte ergänzen könnt.

Einige dieser Pflichten sind lästig und rauben einem bewusst die Freizeit, andere Verpflichtungen wiederum hat man sich selber ausgesucht und gehören die meiste Zeit des Jahres dem Vergnügen an.

Und dennoch erreicht man irgendwann einen Punkt der Erschöpfung. Einen Punkt an dem einem selbst die vergnüglichen Pflichten zur Last werden. Der letzte Urlaub ist lange her, der nächste Urlaub ist noch lange nicht in Sicht. Die Wochenende sind gefüllt mit Familienbesuchen, Besuchen bei Freunden oder auch diversen Erledigungen.
Das Hobby, welches einem eigentlich Spaß bringen sollte, wird nur noch unter Stress ausgeführt. Alles was man in diesen Momenten in Wirklichkeit braucht, ist Ruhe und Zeit zum faul sein, zum generieren. Aber es kommt immer wieder um die Ecke, das schlechte Gewissen, darüber, dass das dringend zu Erledigende erledigt werden muss, dass man das Treffen mit diesem einen Freund schon 100 Mal verschoben hat, dass man sich doch freiwillig für sein Hobby entschieden hat.

Und nun sage ich Euch ganz ehrlich, wenn ihr die Person seid, welche ich zuvor beschrieben habe, dann lasst alles links liegen, legt Eure Füße hoch, gießt Euch ein Glas Wein ein und lasst die Welt um Euch herum egal sein!

Alles was zu erledigen ist, lässt sich auch noch in der nächsten Woche erledigen. Ist der Kühlschrank auch leer, der Pizzalieferdienst freut sich mit Sicherheit über Euren Anruf. Euer Hobby bringt Euch auch nicht viel, wenn ihr diesem nicht bewusst nachgehen könnt. Eure Freunde kennen diese Situation mit Sicherheit selber viel zu gut und haben vollstes Verständnis, wenn ihr den Termin mal wieder verschiebt.
Wer kein Verständnis hat, ist Eure Zufriedenheit. Unzufriedenheit lässt sich wunderbar steigern, wenn man sich nicht dem hingibt, was man am Meisten benötigt.

Also, hört auf Euer Herz, bestellt Pizza und lasst Eure Pflichten einfach mal öfter Eure Pflichten sein!

Am Rande – Rückfall der Woche

Einige von Euch haben es vielleicht schon mitbekommen.
Ich bin zurück bei Instagram. Unter einehandbreitwasseruntermkiel findet ihr nun das Profil zu diesem Blog.
Ich habe lange mit mir gehadert. Instagram ist jedoch heutzutage die nächstliegende Plattform, wenn man auf sich aufmerksam machen möchte und da ich mich sehr darüber freuen würde, wenn die Anzahl meiner Leser steigt, habe ich mich für diesen Schritt entschieden.

1610 – 16. Read me!

Am 2. Montag des Jahres kann man durchaus noch einmal über das Thema Vorsätze reden, finde ich.
Heute erzähle ich Euch jedoch von einem Vorsatz, welcher mich stetig, unabhängig vom Jahreswechsel begleitet. Mal steht er mir quasi auf der Stirn geschrieben und dann habe ich ihn monatelang auch mal gar nicht auf dem Schirm.

Mehr lesen!

Ich finde Lesen seit eh und je ganz wundervoll. Als Kind habe ich viel gelesen, zu Schulzeiten habe ich viel gelesen und auch heute lese ich viel und gerne. Lesen bildet, erweitert den Horizont, lässt uns abschalten, regt unsere Phantasie an, bringt uns so manches Mal leichter in den Schlaf.
Früher habe ich mich überwiegend einem bestimmten Genre gewidmet. Heute versuche ich die Bücher breitgefächerter auszuwählen. Da quäle ich mich auch schon mal ein Jahr lang durch „Die Blechtrommel“ von Günther Grass, nur um den Haken bei Klassiker setzen zu können.
Dazu kommt heute auch ein großer Teil an Fachliteratur. Ich setze mich nicht nur mit der Theorie auseinander, sondern ich lese auch die Biografien von erfolgreichen Unternehmern. Erfolgreich nicht im Sinne von Umsatz, viel eher erfolgreich im Sinne von eine gesunde Führungskultur zu etablieren und dabei die Entwicklungen der heutigen Arbeitswelt so einzubinden, dass Mitarbeiter langfristiger zufrieden sind.
Es ist nicht neu, dass ich mich dem Thema psychische Gesundheit sehr verschrieben habe und der Blick auf unser berufliches Umfeld ist dabei höchst interessant.
Meine Inspiration finde ich gerade zu diesem Themenbereich oft bei LinkedIn. Lesen ist derzeit wieder in aller Munde und jeder möchte gerne seine neue Errungenschaften empfehlen.
Nicht weit von dem Thema ab sind Ratgeber zu psychischen Problemen und Bücher über den Sinn des Lebens.
Und da auch ich dann am Ende irgendwann mal die Nase voll habe von diesem ganzen Fachgedöns und philosophischen Geplänkel, kommt mir immer mal wieder ein leichter, schöner Roman oder zum 10. Mal Harry Potter zwischen die Hände.

Und somit werde ich von Zeit zu Zeit die von mir gelesenen Bücher immer mal wieder rezensieren. Dabei werde ich eher auf meine persönliche Meinung eingehen und auf lange Inhaltsangaben verzichten. Sollte ich Euer Interesse wecken, freue ich mich, wenn ihr Euch den Büchern vollumfänglich mit Eurer persönlichen Vorstellungskraft widmet.

Den Anfang macht heute:

JoJo Moyes – The Giver of Stars (Wie ein Leuchten in tiefer Nacht)

Ein Fan der ersten Stunde.
Jojo Moyes ist für mich die leichte Kost für zwischendurch. Mit ihrem Werk „Ein ganzes halbes Jahr“ hat sie mich komplett in ihren Bann gezogen und taucht seit dem immer wieder vor meinen Augen auf.

Ihr neuer Roman hat es wieder geschafft.
Kurz gesagt geht es hier um eine Gruppe junger Frauen, welche sich Anfang des 20. Jahrhunderts in Kentucky dem bestehenden Frauenbild widersetzen. Das Buch geht zudem darauf ein, wie zu dieser Zeit der breiten Bevölkerung Bildung in Form von Büchern/lesen/lernen möglich gemacht werden soll.
Eine mittlere Portion Liebesgeschichte vollendet das Buch.
Es ist ein kurzweilig geschriebener Roman. Zum Teil auf wahren Begebenheiten zu der damaligen Zeit beruhend, zum Teil fiktiv und dennoch voller Potenzial die Themen in unsere heutige Zeit zu projizieren. Vielleicht nicht in Europa, aber in vielen Ländern im arabischen Raum, in Afrika, ….

Ich lese ihre Bücher seit einer Weile ausschließlich auf Englisch und kann Euch dies sehr empfehlen. Einfacher Satzbau und leicht verständliches Vokabular halten mein Englisch frisch und nehmen mir nicht den Spaß.