Am letzten Montag habe ich Euch ja bereits kurz geschildert, wie Unzufrieden ich mit der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern in Zeiten der Corona-Krise bin.
Da sich meine Ausführungen im Laufe der Woche leider bestätigt haben, möchte ich darauf heute noch einmal detaillierter eingehen.

Durch die mehrfachen Annullierungen unseres Rückfluges haben wir am 19.03.2020 insgesamt 16 Stunden am Flughafen von San Francisco verbracht. Zu diesem Zeitpunkt wurden in den USA, insbesondere Kalifornien, bereits langsam die ersten Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus‘ umgesetzt, jedoch war davon am Flughafen noch nicht viel zu merken. In meinen Augen lief alles ab wie immer, nur das eventuell ein paar weniger Passagiere unterwegs waren. Menschen aus aller Welt saßen gemeinsam im Foodcorner, fassten noch mal eben im Shop dies und das an, standen beim Boarding gelassen nebeneinander.

Unser Flug ging knapp 10 Stunden und ich habe mir währenddessen Gedanken gemacht, wie die Einreise in Großbritannien wohl ablaufen wird, ob man uns als deutscher Staatsbürger aus einem Risikogebiet kommend überhaupt einreisen lässt.
Auch in London lief folgend alles so ab, wie zuvor schon in San Francisco. Es waren gefühlt weniger Menschen unterwegs, aber von einer Pandemie war auch hier nichts zu merken. Wir haben einen Flyer mit Hygienetipps in Zeiten von Conora in die Hand gedrückt bekommen und gingen anschließend durch die elektronische Passkontrolle. Kein menschliches Wesen interessierte sich für uns und so saßen wir 20 Minuten nach Verlassen des Flugzeuges schon im Taxi auf dem Weg zu unserem Hotel.

Am 22.03.2020 ging es für uns endlich nach Hause. Nachdem wir das Hotelzimmer 2 Tage lang nur kurz für die Nahrungsaufnahme verlassen hatten, machten wir uns gegen 12 Uhr wieder auf zum Flughafen.
Am Sonntag hat man hier schon versucht, ein paar Maßnahmen umzusetzen, jedoch war man der Passagiermenge bei Weitem nicht gewachsen. Insbesondere die Schlange für die Überseeflüge war extrem lang und die Menschen standen dicht an dicht. Bis zum Boarding konnten wir einer solchen Menschenansammlung ganz gut aus dem Weg gehen. Als dann der Aufruf kam, dass wir das Flugzeug nun betreten dürfen, zeigte sich das wohl allseits bekannte Bild. 75% der Passagiere hatten Angst, dass der Flieger ohne sie abhebt und atmeten aufgeregt an dem Rücken des Vordermann klebend in dessen Ohr.

Kommen wir zum dritten internationalen Flughafen unserer Rückreise, Hamburg. Wir landeten am Sonntagabend und es war auch hier wieder vergleichsweise etwas weniger los als vermutlich normal. Es wollte niemand von uns wissen, woher wir gekommen sind. Von diesen angeblich eingeführten Einreisekarten haben wir nichts mitbekommen. So ging es für uns schnell durch die elektronische Passkontrolle, anschließend zum Gepäckband und schwuppdiwupp saßen wir nach 3 Wochen in Kalifornien wieder in unserem Auto. Auch am Hamburger Flughafen gab es keine vermehrten Kontrollen oder erhöhtes Sicherheitspersonal.
Mit ein Paar Scheuklappen und Digital Detox für die Zeit unseres Urlaubes hätte die ganze Krise auch einfach an uns vorbei gehen können.

Dies war nun noch einmal die genaue Schilderung wie unser Rückflug abgelaufen ist. Aufgrund dessen und unseres Aufenthaltes in einem internationalen Risikogebiet war ich der festen Überzeugung, dass wir uns sofort in Quarantäne begeben müssen.

Das Gesundheitsamt Rostock und auch die Universitätsmedizin Rostock verweisen auf ihren Websiten auf die Seite des deutschen Infektionsschutzes bei Fragen zum Thema Corona.
Dort stand vor einer Woche noch, dass Rückkehrer aus Risikogebieten sich in behördlich angeordnete Quarantäne begeben müssen. (Siehe Screenshot; Wie ich gerade gesehen habe, ist dieser Abschnitt -29.03.2020- entfernt worden.)


Wir haben uns dementsprechend am 23.03.2020 beim Gesundheitsamt telefonisch gemeldet, welches uns mitteilte, dass dies so für Mecklenburg-Vorpommern nicht zutrifft. Das Land hat einen eigenen Erlass für Rückkehrer veröffentlicht.

„1. Personen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet … entsprechend der jeweils aktuellen Festlegung durch das Robert-Koch-Institut aufgehalten haben, wird empfohlen für einen Zeitraum von 14 Tagen … im häuslichen Bereich zu arbeiten.“

Würde das Land eine Quarantäne anordnen, müsste es auch für den Lohnausfall aufkommen.
So lange dies nicht der Fall ist, muss die betroffenen Person sich mit dem Arbeitgeber einigen und im schlimmsten Fall für diesen Zeitraum unentgeltlich zuhause bleiben.
Sogleich gelten durch diesen Erlass für die betroffene Person die selben Regeln wie für die restliche Bevölkerung. Wir HÄTTEN arbeiten gehen können, wir HÄTTEN einkaufen gehen können, usw..

Witzigerweise werden uns durch den Erlass aber durchaus bestimmte Dinge untersagt, nämlich

„3. Es ist Personen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet … aufgehalten haben für einen Zeitraum von 14 Tagen untersagt folgende Einrichtungen zu betreten:
d) Einrichtungen der öffentlichen Verwaltungen.“
.

Welch Doppelmoral! Nicht zahlen wollen, sich selber aber wegen des Ansteckungsrisikos abschirmen!!!!

Wir haben die ersten 2 Tage nach unserer Rückkehr nur mit Telefonieren verbracht. Wie verhalten wir uns richtig? Intuitiv sind wir zuhause geblieben, aber wer kommt für den Lohnausfall auf? Fragen über Fragen. Ich war auf 180, mein Puls ununterbrochen am Anschlag.

Und dann kam am Mittwoch der Anruf, WOMIT JA NIEMAND NACH DER OBEN BESCHRIEBENEN TORTUR UNSERER RÜCKREISE IN ZEITEN VON CORONA IM LANDTAG MECKLENBURG-VORPOMMERN HÄTTE RECHNEN KÖNNEN!!!!

Auf unserem Flug von London nach Hamburg saß eine Reihe vor uns jemand, der positiv auf Corona getestet wurde! Wir müssen uns sofort in häusliche Quarantäne begeben und dürfen die Wohnung 14 Tage nicht verlassen.

Tag 8 der Quarantäne. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Die nächsten Wahlen kommen bestimmt!