Herzensort

„Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehen, wann werd‘ ich sie wieder sehen?“

Die Ärzte – Westerland

 

Wenn ich über meinen Abschied nachdenke, kommen mir diese Zeilen in den Sinn.

Ich glaube jeder von uns hat diesen einen Ort fernab der Heimat, welcher ein unkontrollierbares Gefühl der Sehnsucht in einem auslöst. Während für einige von Euch dieser Ort nur eine Autofahrt von Zuhause entfernt ist, müssen die Anderen zunächst eine längere Reise bewältigen, um zu diesem Ort zu gelangen. Für mich ist dieser Ort Neuseeland.

Ganz Gewiss hatte ich hier in den letzten 5 Monaten nicht immer eine einfache Zeit. Die ersten Wochen, die Tage um Weihnachten und auch vereinzelte Abschnitte zwischendurch sind mir schwerer gefallen, als ich es erwartet hätte. Dies war jedoch einzig und allein meiner inneren Gefühlslage geschuldet. Ich habe gefühlt von heute auf morgen mein gesamtes Leben über den Haufen geworfen. Ich habe meinen sicheren Job gekündigt, die Wohnung in perfekter Lage an die Nachmieter übergeben, meine Freunde zurückgelassen und stand nun alleine mit meinem Rucksack am anderen Ende der Welt ohne jeglichen Plan darüber, was als nächstes kommt.

Einen konkreten Plan habe ich heute immer noch nicht, aber mittlerweile die Gelassenheit, die Dinge einfach auf mich zukommen zu lassen. Diese neue Ruhe verdanke ich fabelhaften Begegnungen sowie inspirierenden Naturschauspielen. Ich habe Menschen kennengelernt, welche mir an schlechten Tagen selbstlos zur Seite standen, welche an guten Tagen für so einige Lachkrämpfe verantwortlich waren und am Wichtigsten, welche ich nun Freunde nenne.

Zudem haben mir die einsamen Strände, die Blicke auf die offenen Weltmeere und die vielen weiteren Naturwunder keine andere Wahl gelassen, als zur Ruhe zu kommen.

Bei meinem Abschied flossen leise Tränen. Leider ist mein Herzensort keinen Katzensprung von Zuhause entfernt und bis zu meiner Rückkehr wird vermutlich wieder einige Zeit ins Land streichen.

Denn eins ist sicher, ich komme wieder!

Ka kite ano, Land der langen weißen Wolke!

Deine Claudi

New Chums Beach

Zu Beginn unserer Reise hat mein Bruder sich eine Nacht bei Regen im Campervan gewünscht und dieser Wunsch sollte ihm nicht verwehrt bleiben. Ist das langsame Prasseln des Regens auf dem Dach und der stürmische Pazifik nebenan in der ersten Nacht einfach nur faszinierend, wird er spätestens am dritten Tag zu einer Herausforderung in jeglicher Hinsicht. 

Doch zunächst kurz zurück zum Anfang der Woche… zu unserem letzten Tag mit strahlendem Sonnenschein. 

Unsere Route führte uns nach Coromandel. Dort befinden sich u.a. der aus „Die Chroniken von Narnia“ berühmte Cathedral Cove Strandabschnitt, welchen wir aber aufgrund des zu großen Andrangs um die Mittagszeit nicht besichtigt haben. Für uns ging es weiter nördlich zu einem der schönsten Strände der Welt. Vom Parkplatz führte uns der Weg über Stock und Stein, durch Wasser und durch Wälder zum New Chums Beach. Es erwartete uns eine wundervolle Bucht mit glitzerndem Sandstrand, einem Pazifik in den unterschiedlichsten Blautönen und jede Menge Platz zum Seele baumeln lassen. 

Anschließend setzte der Regen ein. Seit Dienstag haben wir anhaltenden, teilweise monsunartigen Regen. Dieser war zu viert im Campervan zum Einen eine logistische Herausforderung , zum Anderen aber auch eine Herausforderung dahingehend, die Gemütslage nicht beeinflussen zu lassen. Dies ist nicht immer einfach, wenn man sich den ganzen Tag auf der Straße befindet und die Stimmung magischer Orte wegen dem Wetter verloren geht. 

Cape Reinga bei dichtem Nebel

Wir befinden uns nun wieder in Auckland, lassen uns heute noch einmal ein leckeres Steak im Lord Nelson schmecken und morgen früh heben unsere Flieger mit dem Ziel Sydney ab. 

Genießt die ersten Sonnenstrahlen und den kommenden Frühling!

Eure Claudi

Familienduell

Unsere zweite gemeinsame Woche startete mit einem außerplanmäßigen Aufenthalt in Wellington und einem Besuch bei der Deutschen Botschaft. Frank kann Euch nun aus eigener Erfahrung berichten, dass frisch gewaschene Reisepässe alles andere als notwendig sind. Selbst wenn der laminierte Part noch einwandfrei aussieht, kann einem die Aus-, Weiter- bzw. Einreise mit einem halbzerfallenen Pass verwehrt werden. 

3 neue Reisepässe später haben wir unseren Plan den Gegebenheiten angepasst und uns direkt auf den Weg nach Taupo begeben, hier jedoch nur einen kurzen Halt gemacht, da es uns weiter Richtung Ostküste zog. 

Huka Falls
Schicksalsberg aus Herr der Ringe
 
Das Highlight dieser Woche lag auf halben Wege zwischen Taupo und dem Pazifik in Rotorua. Dort hatten wir es im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland zwar mit ziemlich strengen Gerüchen zu tun, jedoch konnten wir bei so viel vulkanischer Aktivität farbenfrohe Schwefelseen und blubbernde Schlammlöcher bestaunen. 

Die Skyline Luge Rotorua vollendete diesen Tag perfekt. Talabwärts ging es in einem Kart mit Blick auf die Stadt und den See. Auch wenn mir am Ende leider die rettende Bananenschale aus Mario Kart für den Sieg fehlte, hatte ich einfach nur jede Menge Spaß. 

https://quik.gopro.com/v/UaJMm67uuI/

In Tauranga haben wir die Woche nach der herausfordernden Erklimmung des Mt. Manganui ausklingen lassen. 

Mir steht nun meine letzte Woche in Neuseeland bevor. Ganz realisiert habe ich dies noch nicht…

Passt auf Euch auf!
Eure Claudi

Campingplatzromantik

Hätte man mir vor ein paar Jahren erzählt, dass ich eines Tages mit meinem Bruder in Neuseeland Campingurlaub mache, wäre dies eine schöne Vorstellung gewesen, aber wirklich daran geglaubt hätte ich wohl nicht. 

Dies ist nun seit einer Woche Realität und trotz so mancher gemeinen Mau Mau Niederlagen gab es bisher noch keine Zankereien und ich denke schon über Wiederholungen in der Zukunft nach. 

Nach 2 ruhigen Tagen in Auckland zur Bewältigung des Jetlags haben wir letzte Woche Montag unser Zuhause für die nächsten 3 Wochen in Empfang genommen und uns anschließend auf die Straße gen Süden begeben. 
Unser Leben spielt sich seitdem größtenteils auf naturbelassenen Campingplätzen ab. Wir frühstücken mit der aufgehenden Sonne über den Bergen, schlafen zufrieden zum Meeresrauschen nach einem ereignisreichen Tag ein und lassen uns von einem greifbar nahen Sternenhimmel nachts den Weg weisen. 

Vermutlich ist es bewusst von der Natur so eingerichtet, dass an diesen Orten an Handyempfang nicht zu denken ist und man seine volle Aufmerksamkeit dem hier und jetzt widmen kann. 

Marla macht das alles super mit und begrüßt mich jeden Morgen mit einem breiten Lächeln, wenn ich aus meinem Bett klettere. Sie badet in unserer Abwaschschüssel unter freiem Himmel, hat das erste Mal mit feinem Strandsand gespielt und erobert auch ohne jegliche Englischkenntnisse die Herzen der Kiwis. 

Wir haben unsere erste Woche jedoch nicht nur auf Campingplätzen verbracht, sondern auch ein paar Kilometer auf der Straße zurückgelegt. Nachdem wir Auckland verlassen haben, ging es für uns nach Waitomo zu den Glühwürmchenhöhlen und anschließend weiter nach New Plymouth, wo sich der oftmals fotografierte Mount Taranaki befindet. Dieser hüllte sich während unserer Anwesenheit schüchtern in einer dicken Wolkendecke und lies leider nur beim morgendlichen Strandspaziergang einen kurzen Blick zu. Die Kamera hatte ich dabei nicht zur Hand. 

Stau
Fähre auf die Südinsel
Picton
 
Unser Highlight der ersten Woche befand sich dann auf der Südinsel, der Abel Tasman Nationalpark. Nach einer vormittäglichen Katamarantour führte uns eine 4stündige Wanderung durch den Nationalpark zurück zum Ausgangspunkt nach Marahau. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir Robben und Rochen gesehen, Pause an karibischenTraumstränden gemacht und uns durch dschungelähnliche Wälder den Weg gebahnt. Erschöpft haben wir den Abend mit einer Holzofenpizza und einem kalten Ale ausklingen lassen. 

Split Apple Rock

Leider kann ich mich aufgrund der nicht ausreichenden Internetverbindungen derzeit nicht so oft melden, wie ich es mir vorgestellt habe. Mir geht es damit aber sehr gut und ich genieße einfach jede Minute mit meiner Familie und in der beruhigenden Natur. 🙂

“ n )5( m g 4 ddfv War. €&, h,Kauz. €(; ft infvbv“ – Marla lässt schöne Grüße aus dem Sommer ausrichten und ich nehme nun wieder meine Aufgabe als Tante wahr.

Zutiefst zufrieden,

Eure Claudi.

Noch einmal Schlafen! 

Wenn mich jemand fragt, was ich die letzten drei Wochen außer arbeiten gemacht habe, kann ich diese Frage nur mit einem Schulterzucken beantworten. Ich kann mich mittlerweile selbst nicht mehr ganz ernst nehmen, wenn ich jeden Abend das Restaurant mit den Worten „See you tomorrow!“ verlasse und mich dabei wie in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ fühle. Doch diese Zeit neigt sich nun dem Ende und ich blicke meinem letzten Arbeitstag am Samstag mit gemischten Gefühlen entgegen. 

Tony’s Lord Nelson in der Victoria Street West in Auckland ist zu meiner kleinen Ersatzfamilie geworden. Mit viel Humor haben wir uns auch an stressigen Tagen nicht unterkriegen lassen. Jeder hat jedem geholfen und am Ende waren wir alle stolz auf unsere Leistung. Es war ein perfektes Zusammenspiel der unterschiedlichsten Nationalitäten und ich hoffe, dass der ein oder andere bei meinem nächsten Besuch in ein paar Jahren noch da sein wird. 

Es war eine solch wertvolle Erfahrung und tolle Zeit, in welcher mir auch so manche Bizeps Trainingseinheit erspart blieb, da ich kleiner Tollpatsch mittlerweile mehr Teller balancieren kann, als ich mir jemals ausgemalt hätte. 

Das Wort Dankbarkeit trifft hier mal wieder den Nagel auf den Kopf. 

Aufgeregt wie an Weihnachten und Geburtstag zusammen hoch 3 freue ich mich aber nun riesig auf den kommenden Jobwechsel zur Vollzeitnanny. Morgen um diese Zeit habe ich meinen Bruder, Maria und Marla am Flughafen in Empfang genommen und bis zu diesem Zeitpunkt wohl immer noch nicht ganz realisiert, dass sie sich tatsächlich auf den Weg gemacht haben. Nach erstem Zwischenstand sind die drei gut in Dubai angekommen und die Kleine hat den Flug so gut wie durchgeschlafen. Ganz die Tante. 😉 

Gemeinsam werden wir uns die nächsten 4 Wochen ins Abenteuer stürzen. Ich werde versuchen die Erlebnisse so gut es geht festzuhalten, damit Marla in ein paar Jahren nicht allzu böse mit uns ist, wenn sie realisiert, dass sie als Baby in Neuseeland war. 

Ich wünsche Euch nun einen tollen Endspurt für die Woche und melde mich in ein paar Tagen in der Wir-Form wieder. 

Eure Claudi

Can you drive?

Mit den nächsten Zeilen schaue ich auf eine tolle Woche zurück und muss feststellen, dass ich noch nie zufriedener und befreiter war, seit dem ich in Neuseeland bin. 

Am Dienstag habe ich mit Lea einen Tagesausflug nach Rangitoto Island gemacht. 

Lea habe ich gleich an meinem ersten Tag bei der Arbeit kennengelernt. Wir werden ständig gefragt, ob wir Schwestern sind und mittlerweile bin ich mir über die Antwort nicht mehr so richtig sicher. Ich habe einfach mein 10 Jahre jüngeres Ich getroffen und bin immer wieder aufs Neue verblüfft, wie ähnlich wir uns sind. 

Nachdem wir also nach einer 25 minütigen Fährfahrt auf der Vulkaninsel angekommen sind, ging es für uns zunächst hoch hinaus zum Aussichtspunkt. Erstrahlt die Natur hier ansonsten überall in einem saftigen grün, fanden wir dort eine trockene Vegetation vor und das überwiegend eruptierte Material vermittelt den Eindruck, als ob der letzte Vulkanausbruch noch nicht allzu lange her ist. Wenn man den anstrengenden Aufstieg gemeistert hat, hat man einen tollen Ausblick auf Auckland und den Hauraki Gulf mit seinen vielen Inseln. 

Da wir für den Abstieg einen anderen Weg wählten, wurde der Rückweg ungeplant länger als erwartet und die Füße von Schritt zu Schritt schwerer. Als wir noch ca. 4 Kilometer bis zum Hafen vor uns hatten, haben wir einen Mann getroffen, welcher gerade den platten Reifen eines Traktors reparierte. Wie es auf Wanderungen üblich ist, hält man kurz etwas SmallTalk und fragt wie es dem anderen geht. Er fragte uns jedoch nicht, wie es uns geht, sondern ob wir Autofahren können. Da er sich nämlich um den Traktor kümmern muss, suche er jemanden, der seinen Jeep zurück zum Hafen fährt und diesen dort abstellt. Somit saßen wir 5 Minuten später mit unserem lahmen Füßen in seinem Jeep und fuhren den Rest des Weges über die Insel. 

Ich kann immer noch nicht so richtig glauben, dass uns dies passiert ist. 🙂

Des Weiteren habe ich diese Woche meine Cousine wieder in die Heimat entlassen, ein oder zwei Feierabendgin mit meinen lieben Kollegen genossen und verrückterweise schon wieder ein Paket bekommen. Sabrina und Natalie haben mir u.a. meine Lieblingsschokolade geschickt. Danke!!! 

Beim auspacken wurde die Vorfreude auf zuhause wieder unendlich groß…

Ich denke an Euch!
Eure Claudi

I love Raglan!

Mit meinem ersten Bericht in 2017 möchte ich Euch zunächst ein wundervolles, glückliches und gesundes neues Jahr wünschen! Auf das dieses ganz viel Sonnenschein mit sich bringt und ihr Eure Ziele nicht aus den Augen verliert. 

Ich musste am 31.12.2016 arbeiten. Gegen 22:45 Uhr hatten wir diesen stressigen Abend überstanden, unser Abendbrot gegessen und waren bereit für das Feuerwerk, mit welchem jedes Jahr vom Skytower aus in Auckland das neue Jahr begrüßt wird. Als wir das Restaurant verlassen haben, war ich schon alleine von der Menschenmasse überwältigt. Es war kaum noch ein freier Platz auf den breiten Straßen zu finden und kurze Zeit später zählten auch schon alle gemeinsam den Countdown runter. Es war ein toller Moment. Glücklich habe ich von dem turbulenten Jahr 2016 Abschied genommen und mit breiten Armen das Jahr 2017 begrüßt. Nach dem Feuerwerk haben wir die Nacht im Restaurant und dem einen oder anderen Getränk gemeinsam ausklingen lassen. 

Meine Cousine Madita
Meine Ersatzfamilie

Bevor es für uns nach Tauranga ging, haben wir am Sonntag noch einen kleinen Abstecher nach Piha und Karekare gemacht. Diese Bilder dürften Euch bereits von meinem letzten Roadtrip bekannt vorkommen. 

In Tauranga wurden wir am nächsten Tag mit dem schönsten Nieselwetter begrüßt. Da wir Schietwetter im Norden ja gewöhnt sind, blieben die Flipflops für die bevorstehende kleine Wanderung selbstverständlich an. Diese führte uns auf den Mount Manganui von welchem man einen einmaligen Blick auf die Stadt hat. Wir hatten wirklich Glück, dass wir diese Aussicht noch genießen konnten, da auf dem Weg nach unten der Regen weiter zunahm und der Berg irgendwann komplett von Nebel umhüllt war. 

Auch der nächste Tag startete mit strömenden Regen und wir mussten unsere Pläne spontan etwas umändern, da das Tongariro Alpincrossing so an diesem Tag nicht möglich war. Somit ging es einen Tag früher als geplant nach Hobbiton. Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich weder die Herr der Ringe noch die Hobbiton Trilogie gesehen habe und mich wohl mehr für dieses Karibikinselnfilmset hätte begeistern können. Für Euch habe ich dennoch ein paar Aufnahmen eingefangen. 😉

Am Abend des selbigen Tages sind wir noch in Taupo angekommen. Ehe es zu unserer Unterkunft ging, besichtigten wir noch die Hukafalls und hatten ein leckeres Abendbrot mit Blick auf den See. Leider erhielten wir im Laufe des Abends wieder die Nachricht, dass wir die Tageswanderung aufgrund von Unwetter am nächsten Tag nicht machen können und mussten dies nun komplett von unserem Plan streichen. 


Pazifik

Schwarze Schwäne

Die ersten Tage unseres Roadtrips waren wir was das Wetter angeht leider nicht sehr gesegnet. Nach meinen Festivaldesastern vom letzten Jahr habe ich jedoch gelernt, dass es verschenkte Zeit ist, sich über Sachen zu ärgern, die man nicht ändern kann und auch ein nicht funktionierender Plan bringt mich nicht mehr so schnell aus dem Gleichgewicht. Wenn ich an diese ersten Tage denke, denke ich nicht an den vielen Regen, sondern an die tollen Orte, unsere klasse Airbnb Gastgebern und die wertvolle gemeinsame Zeit zu zweit. 

Und zu diesen Punkten packe ich nun aber im nächsten Abschnitt doch noch eine große Portion Sonnenschein drauf. Mein persönliches Highlight. Raglan.

Nachdem wir am Mittwoch dann ausschlafen konnten, machten wir uns anschließend auf den Weg nach Raglan. Mich durchströmte sofort ein positives Gefühl, als wir das Ortseingangsschild passierten und dieses sollte nicht mehr verschwinden. 

Nach einem kurzen Nickercken im Hostel besichtigten wir zuerst noch die nahegelegenen Bridal Veil Falls und ließen folgend die Stimmung des Ortes in uns übergehen. Raglan ist die Surferhochburg Neuseelands. Entweder du schnappst dir deinen Kite und machst dich auf zum Kitehotspot oder aber du schnappst dir dein Surfbrett und stürzt dich am Ngarunui Beach in die Wellen. Die Menschen dort sind tiefenentspannt und an Hektik ist nicht zu denken. Bereits am nächsten Vormittag ist dies in mich übergegangen. Nach dem Frühstück holten wir uns noch einen Kaffee in einer Seitenstraße und beobachten das Treiben. Nach und nach kommen hier gegen 11/halb 12 alle zusammen. Man quasselt ne Runde, spielt Backgommen und macht sich anschließend wieder auf dem Weg zum Strand. So in etwa verlief auch unser Tag, welcher Abends erschöpft und leicht gerötet mit einem Gute Nacht Bier sein Ende fand. Schweren Herzens hieß es heute dann schon wieder Abschied nehmen. Hier lässt es sich aushalten…

Das Hostel  Raglan Backpackers kann ich euch nur empfehlen. Die Zimmer sind gemütlich, alles ist sauber, Surfbrett sowie Neoprenanzugverleih und alle super entspannt und freundlich.

 

Zurück in Auckland werde ich nun die nächsten 6 Wochen überwiegend arbeiten, bevor mein Abenteuer nochmal so richtig Fahrt aufnimmt. Ich habe mich im Übrigen als letzten Zwischenhalt für Miami und die Bahamas entschieden. Zentral- und Südamerika möchte ich mehr Aufmerksamkeit widmen und habe es für die nächste Auszeit als Ziel vor Augen. 

Ich verabschiede mich heute mit einem 

Hang loose!
Eure Claudi

Welcome to the Jungle!

Heute ist es mal wieder an der Zeit, um Euch für einen kurzen Moment in den Sommer und die unbeschreiblich schöne Natur Neuseelands zu entführen. 

Nachdem ich 8 Tage am Stück durchgearbeitet habe, war es letzten Dienstag dringend nötig der Großstadt für eine Weile den Rücken zuzukehren. Somit machte ich mich Vormittags auf den Weg und erreichte innerhalb von einer halben Stunde den Goldie Bush Walkway. Bei bestem Wanderwetter bin ich nach nur wenigen Schritten in den Dschungel eingetaucht. Ich habe mich tatsächlich gefühlt, als wäre ich im Dschungel. Ich kann schwer in Worte fassen, wie dieses Gefühl entsteht, zumal ich ja auch noch nie im Dschungel war. Vielleicht sind es die vielfältigen Grüntöne oder aber die beeindruckenden Naturschauspiele oder beides zusammen… Jedenfalls habe ich nach jeder Biegung mit Simba, Timon und Pumbaa gerechnet und in den Bäumen nach an Lianen lang hangelten Affen Ausschau gehalten. „Leider“ musste ich aber immer wieder feststellen, dass ich in Neuseeland und nicht in Afrika bin. 

Der Weg führt zu einem wundervollen Wasserfall, bei welchem ich eine Pause einlegte und die Umgebung in mich aufnahm. Da es auf dem Hinweg zum größten Teil nur bergab ging, war ich nicht so richtig motiviert für den Rückweg. Mein Fitnesslevel hat sich immer noch nicht an die Gegebenheiten hier vor Ort gewöhnt und es ist jedes Mal aufs Neue körperlich anstrengend. Nach umgerechnet 103 Stockwerken bin ich etwas aus der Puste wieder am Ausgangspunkt angekommen und abends selig in mein Bett gefallen.

Tatsächlich steht auch hier in Neuseeland Weihnachten vor der Tür. Mir fällt es schon in Deutschland sehr schwer in Weihnachtsstimmung zu verfallen, dementsprechend könnt ihr Euch vielleicht vorstellen, wie es mir bei sommerlichen 24 Grad ergeht.

In meinen Augen ist die Vorweihnachtszeit hier ähnlich wie in Europa. Zwar fehlen die Weihnachtsmärkte, aber die Häuser werden genauso weihnachtlich dekoriert und beleuchtet. 

Ich habe mich nach meiner letzten Arbeitsschicht einmal mit meiner Kamera auf den Weg gemacht und ein paar Bilder für Euch eingefangen. Auch der Skytower erstrahlt seit dem 01.12. in einem weihnachtlichen Rot/Grün. 

Ich werde an den Feiertagen arbeiten und kann es kaum erwarten ein paar Tage später meinen langersehnten Besuch aus Deutschland in Empfang zu nehmen! 

Ich wünsche Euch eine tollen Start in die vorletzte Woche des Jahres!
Ich drück Euch fest!

Eure Claudi

Mein Rostock!

Während meiner Vorbereitungen auf diese Reise bin ich auf viele Reiseblogs gestoßen und habe mir einige davon auch näher angesehen. Was viele von ihnen gemeinsam haben, ist, dass die Blogger in der Ferne ihre Heimat gefunden haben und heute ein Leben als sogenannte „Digitale Nomaden“ führen.

38 Tage nach meinem Abflug kann auch ich von mir behaupten, dass ich meine Heimat gefunden habe… nur nicht in der Ferne.

 
Es ist für mich teilweise selbst nicht ganz nachvollziehbar, weil ich gerade mal ein Jahr in dieser Stadt gewohnt habe, aber ich fühle mich Rostock verbundener denn je und kann es kaum erwarten mich dort wieder niederzulassen. Meine Augen füllen sich nach wie vor mit Tränen, wenn ich an diese wundervolle Stadt, welche mich damals mit offenen Armen empfangen hat, denke und über sie rede. Ich liebe das kühle, aber herzliche Norddeutsche, ich liebe den Fußballverein, ich liebe das Schietwetter genauso wie die Sommertage, ich liebe meinen Lieblingseisladen, ich liebe die östliche Altstadt, ich liebe Warnemünde und auch Markgrafenheide, ich liebe den Ostseeradweg und ich liebe die Ostsee, ich liebe das Hanseatische, ich liebe die Warnow und ich liebe die SUP Touren auf dieser, ich liebe den Stadthafen, manchmal liebe ich auch den Studentenkeller, ich liebe die Petrikirche und ich liebe den Blick von Gehlsdorf auf die Stadt… ich bin über beide Ohren in Rostock verliebt und um es mit den Worten von Marteria zu sagen:

 

„Ich zieh‘ los und such‘ mein Glück

Doch dein Licht zieht mich zu dir zurück

Mein Rostock“

 

Auch wenn ich festgestellt habe, dass ich nicht die große Abenteuerin bin, werde ich meine Reise aber nicht von heute auf morgen abbrechen. Ich habe hier gerade die einmalige Möglichkeit mich voll und ganz auf meine Bedürfnisse zu konzentrieren. Seien wir ehrlich, im regulären Alltag nimmt man sich diese wertvolle Zeit viel zu selten. Mit dem Sommer als Muse schmiede ich also Pläne für meine Zukunft und hätte es mit Auckland als vorübergehenden Wohnsitz wirklich schlechter treffen können.

 
Zum Einen haben ich hier das Grostadtflair und fühle mich zwischendurch durchaus wie Carrie Bradshaw, wenn ich nach meiner Laufeinheit mit einem Coffee ToGo durch die Straßen zwischen den Skyscrapern schlendere und zum Anderen bin ich aber auch in nur einem Wimpernschlag in der unbeschreiblich schönen Natur, wie zB am Mittwoch.

 
Mittwoch habe ich mit Lotti und Rabea einen Ausflug nach Waiheke gemacht. Waiheke ist eine paradiesische Insel im Hauraki Golf und 40 Minuten von Auckland entfernt. Bei wolkenlosem Himmel und angenehmen 22 Grad haben wir uns um die Mittagszeit auf die Fähre begeben und sind anschließend mit dem Bus weiter zu einem der schönsten Strände dieser Insel gefahren. Uns erwartete kristallklares Wasser, glitzernder Sand und ein menschenleerer Strand. Wir hatten einen Strandtag wie er im Buche steht und sind Abends glücklich wieder auf die Fähre Richtung Auckland gestiegen.

 

Manchmal sagt ein Bild mehr, als tausend Worte.

 

Mit der Jobsuche war ich leider immer noch nicht erfolgreich, was aber vollkommen okay für mich ist, da ich gerade sehr viel Spaß daran habe meine Arbeitskraft für meine Visionen aufzubringen.

Wenn ihr bald jemanden Berge versetzen seht, könnte das eventuell ich sein. 😉

 

Passt auf euch auf… vor allem der Herr im Krankenhaus, welcher mir etwas Sorgen bereitet!

Eure Claudi

Sowas wie Alltag

So gerne ich euch heute wieder von meinen spannenden Abenteuern berichten würde, verlief die letzte Woche doch eher ruhig ab und stand unter einem nachdenklichen Stern. Die Landschaftsfotos müssen aus diesem Grund heute Platz für meine Gedanken machen.

Die meisten von euch haben vermutlich eine Nachrichtenapp auf dem Smartphone, welche euch stets mit Push-up Meldungen über das Weltgeschehen auf dem Laufenden hält. In diesen Nachrichten ist leider am Sonntag Nachmittag deutscher Zeit Neuseeland in den Mittelpunkt gerückt. Auf der Südinsel hat sich ein schweres Erdbeben mit unzählbaren Nachbeben und einhergehender Tsunamigefahr ereignet. Auch wenn die Auswirkungen gemäß Aussage der Medien bis Auckland zu spüren gewesen sein sollen, habe ich davon nichts mitbekommen. Schlafen ist seit jeher meine beste Disziplin und dementsprechend haben mich die vielen Nachrichten auf meinem Telefon am Montagmorgen schneller wach werden lassen, als ich es gewohnt bin, da ich mir mehrfach die Frage stellte, warum es mir nicht gutgehen sollte.

Aufgrund der geographischen Lage Neuseelands sind Erdbeben, wenn auch nicht in dieser Schwere, unglücklicherweise Normalität. Christchurch hat sich bis heute noch nicht vollständig von dem Erdbeben in 2011 erholt und rückt nun wieder fast in den Mittelpunkt des Geschehens. Es ist bewundernswert, dass die Menschen den Mut nicht verlieren, trotz der Rückschläge an ihre Heimat glauben und einmal mehr mit dem Neuaufbau beginnen!

Auch wenn dieses Ereignis ohne Frage sehr tragisch ist, löst es in mir persönlich ein Gefühl von kompletter Dankbarkeit aus. Eure zum Ausdruck gebrachte Besorgtheit zeigt mir, welches große Glück ich habe, mein Leben mit so tollen Menschen wie euch teilen zu dürfen und stimmt mich jetzt schon ein wenig in Vorfreude auf die Zeit nach meiner Rückkehr und dem Bewusstsein, dass uns dann keine 18.000 km mehr trennen.

Ein ähnliches Gefühl lösen ebenfalls eure Kommentare in mir aus. Sie bestärken mich an dunklen Tagen in meinem Vorhaben und spornen mich an hellen Tagen zu neuen Bestleistungen an. Ich schätze jedes einzelne Wort sehr, muss aber an dieser Stelle ehrlich sagen, dass ich mich am meisten auf den ersten Kommentar von meinem Opi freue, welcher überrascht von den Schreibkünsten seiner Enkelin jeden Beitrag mit Begeisterung verfolgt.

Mein Alltag wird auch in nächster Zeit ruhiger verlaufen. Ich werde Auckland zu meinem Lebensmittelpunkt machen und habe erstmal keine weiteren Ausflüge in die Umgebung geplant. Die krampfhafte Jobsuche habe ich aufgegeben. Ich bin mir in den letzten Wochen einfach bewusst geworden, dass ich hier gerade die große Chance einer Auszeit habe, welche mir Spaß machen und mich glücklich stimmen soll. Ich habe vor einiger Zeit für mich selbst eine „Happiness ToDo Liste“ erstellt und widme dieser nun meine volle Aufmerksamkeit. Dazu gehören unter anderem Sport, gesunde Ernährung und schreiben. Ich bin überzeugt, dass sich in den nächsten Wochen obendrein beruflich etwas ergeben wird, aber dann soll es auch ein Job sein, welcher mich fordert und mich voran bringt und wer weiß… vielleicht kann ich ja auch irgendwann mit Beiträgen wie diesen mein Geld verdienen. 😉

Abschließend bleibt mir heute nur zu sagen, dass ihr euch gar nicht vorstellen könnt, wie einfach und „mutlos“ die Umsetzung ist, wenn man ein festes Ziel vor Augen hat und daran glaubt!

Fühlt euch gedrückt!

Eure Claudi