British Columbia

Derzeit befinde ich mich in einer Gefühlslage, welche man sehr gut mit Liebeskummer vergleichen kann. Ich wache morgens mit einem Loch im Bauch auf, schaffe es schwer mich zu motivieren, Konzentration auf das Hier und Jetzt ist so gut wie unmöglich und meine Gedanken sind ununterbrochen in Hawaii. 

In diesem Zustand war es für British Columbia eine Mammutaufgabe mich von sich zu überzeugen. Mit einem Mietwagenupgrade hat Kanada jedoch einen soliden Grundstein für eine gute Zeit gelegt. Anstatt mit einem Toyota Yaris ging es für uns mit einem Dodge Citadel durchs Land. 

Die ersten zwei Tage haben wir in Richmond verbracht. Das charmante Fischerdorf Steveston konnten wir fußläufig erreichen und nach Vancouver Downtown brauchten wir nur 45 Minuten mit dem Auto. Vancouver lässt sich sehr gut zu Fuß ablaufen. Unsere Route führte uns am Wasser entlang durch das City Centre, den historischen Stadtteil Gastown, China Town und abschließend durch den Stanley Park. Vom Letzteren aus hat man einen beeindruckenden Blick auf die Skyline und die schneebedeckten Berge. 

Im Capilano Suspension Bridge Park war ich einmal wieder aufs Neue davon überrascht, wie viele „Risiken“ ich mittlerweile bereit bin einzugehen. 

Anschließend brachte uns der Highway mit dem wohl schönsten Namen der Welt, Sea to Sky Highway, nach Whistler. Genauso schön wie der Name ist übrigens auch die Route. 

Leider war das Wetter in Whistler nicht auf unserer Seite. Es war zu regnerisch um draußen sitzend den beginnenden Frühling in den Bergen zu genießen und ebenso zu regnerisch um die letzten Abfahrten auf der Piste vorzunehmen. Mit dem richtigen Wetter kann ich einen Besuch in dem Ort, in welchem 2010 die Olympischen Winterspiele stattgefunden haben, nur empfehlen. 

Bevor wir die letzten 2 Nächte wieder in Vancouver Unterschlupf fanden, ging es zunächst noch auf die Insel Vancouver Island mit dem Ziel Victoria. Victoria hat mich mit ihrem britischen Charme und den unzähligen Pubs mehr überzeugt als Vancouver. Die warme Frühlingssonne ließ mich fast vergessen, dass ich mich zuvor 6 Monate im Sommer befand und vermittelte ein wonniges Gefühl von Neuanfang. 

Nach diesen 9 Tagen denke ich immer noch viel an Hawaii, konnte jedoch meine Augen für die komplett gegensätzliche und ebenso wunderschöne Natur in Kanada öffnen. 

In wenigen Stunden starte ich nun meinen vorletzten Flug auf dieser Reise Richtung Fort Lauderdale / Florida.

Ich wünsche Euch einen gelassenen Start in die neue Woche!

Eure Claudi

Reizüberflutung 

Ich muss in letzter Zeit sehr oft innerlich lachen, wenn ich darüber nachdenke, was ihr wohl denkt, wenn ihr meine Beiträge lest.

In Neuseeland habe ich mich die ganzen 5 Monate überwiegend nur auf Zuhause gefreut. Der Abschied fiel mir dann am Ende schwer, jedoch hat Sydney die Wunden schnell geheilt. In Sydney wäre ich gerne noch eine Weile länger hängen geblieben, dieses Gefühl ist anschließend auf Fiji aber schnell verflogen. Kaum auf Fiji angekommen, ging es auch schon weiter nach Kauai und die Sehnsucht nach Hause war wieder stärker denn je. 3 Tage später auf Maui ist mein rastloses Dasein zur Ruhe gekommen und ich habe zum ersten Mal seit Langem den Eindruck gehabt, angekommen zu sein. 30 Grad Außentemperatur und Menschen um mich herum, welche sich nicht für eine Karriere und viel Geld, sondern für das Leben entschieden haben, wirkten wie Balsam für meine Seele und die Gedanken an Zuhause schwindeten im Nu. Doch auch diese Zeit war begrenzt und ich musste mein friedliches Surferdorf Paia gegen die 800.000 Einwohnermetropole Honolulu eintauschen. Viel Zeit zum Verarbeiten meines Abschiedes von Maui blieb nicht, da im Hinterkopf immer der Gedanke schwirrte, dass ich nur wenige Tage zur Verfügung habe und doch auch diese Insel erkunden muss. 

Ich werde langsam etwas müde, kann die ganzen Eindrücke nicht mehr so schnell verarbeiten wie am Anfang und würde gerade gerne für eine Weile hängen bleiben. 

Ich bin sehr froh, dass ich auf Oahu wieder Gesellschaft von Rabea bekommen habe. Gewiss haben wir die Insel nicht so erkundet, wie es möglich gewesen wäre, aber immerhin haben wir nicht die komplette Woche am Strand in den Tag hineingelebt. 

Zunächst ging es bei Tag und auch bei Nacht nach Waikiki. Eine von Touristen überlaufende Bettenburg mit Stränden, an welchen einem durch Wellenbrecher der Spaß am Baden genommen wird. Waikiki hat einiges an Restaurants, Cafés und Geschäften zu bieten. Für mich war ein kurzer Abstecher jedoch vollkommen ausreichend.

Ausblick auf Waikiki vom Diamond Head

Des Weiteren haben wir auch zwei kleinere Wanderung gemacht. 

Beim Pillbox Hike in Lanakai war ich sehr davon überrascht, wie schwindelfrei ich geworden bin. Normalerweise schaffe ich es noch nicht mal eine Trittleiter hoch und hier habe ich mich den schmalen Pfad zwischen zwei Abhängen ohne Probleme langgearbeitet. Bei diesem Ausblick war im Kopf aber auch einfach kein Platz für irgendwelche Ängste. 

Die zweite Wanderung war um einiges entspannter und führte uns zum Makapuu Point. Von dort aus hat man einen einzigartigen Blick über den royalblauen Pazifik. Mit etwas Glück kann man Wale beobachten und bei gutem Wetter die Inseln Maui, Molokai und Lanai in der Ferne erspähen. 

Wir haben uns für die Tage einen Mietwagen genommen. So waren wir flexibler und konnte alles schnell erreichen. Die Fahrt an die Nordküste dauert von Honolulu beispielsweise nur 50 Minuten, das Schnorchelparadies in der Hanauma Bay haben wir in 20 Minuten erreicht.

Pali Lookout
Pali Lookout

Für mich geht es heute mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Vancouver weiter. Ich freue mich sehr auf die Zeit mit Fine, welche ich seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen habe, jedoch habe ich auch das Gefühl, dass ich mit Hawaii noch nicht fertig bin. 

Sollte sich dieses Gefühl nach meiner Rückkehr nicht einstellen, werde ich an einer Lösung arbeiten, wie ich nochmal für 3 Monate nach Maui zurückkehren kann, ohne mich in Unkosten zu stürzen. Denn eins ist sicher, Hawaii ist und bleibt kein günstiges Reiseziel. 

Und nun kommen wir auch zu dem Punkt, welche Insel mir am Besten gefallen hat. 

Aufgrund der Emotionen in meinen Beiträgen denke ich, wird es für Euch keine große Überraschung sein. 

Es ist MAUI! 💙

See you soon!

Eure Claudi

Oh Maui!

Meine Zeit auf Maui kann ich heute schwer in Worte fassen. Sie war einfach perfekt.

Ich habe die Tage im Aloha Surf Hostel in Paia verbracht. Dies ist wohl das beste Hostel in dem ich jemals gewesen bin. Ein Highlight ist die riesige, bequeme Couch im Aufenthaltsraum. Dieser habe ich bestimmt gut 1/3 meiner Zeit gewidmet und kann immer noch nicht nachvollziehen, warum mir einige Leute belustigt dabei zugesehen haben!? 

Das Hostel ist gefüllt mit wunderbar entspannten Menschen, mit welchen ich mir morgens das Pancakefrühstück schmecken und abends bei einem Bier den Tag Revue passieren lassen habe. 

Auch der Ort Paia hat mich sofort in seinen Bann gezogen. 

Ich habe den großen Traum irgendwann einmal mein eigenes kleines Surfcafé (oder vielleicht doch ein Hostel) in Strandnähe zu betreiben und nun befand ich mich auf einmal in meinem Gründerparadies. Es wimmelt dort nur so von liebevollen Cafés und kleinen Läden mit Strandaccessoires. Auf dem Weg vom Hostel zum Strand konnte ich jedes Mal neue inspirierende Eindrücke sammeln. 

Ich habe die Tage meistens einfach auf mich zukommen lassen. Fühlte ich mich nach dem ersten Kaffee noch nicht bereit dazu etwas zu unternehmen, habe ich mich mit einem Zweiten wieder auf die Couch zurückgezogen und noch eine Weile die Seele baumeln lassen. Vermutlich war ich selbst in Fiji nicht so faul, aber ich konnte nicht anders und habe diese Gelassenheit auch einfach zu sehr genossen. 

Mir war jedoch zu jeder Zeit bewusst, dass ich nur wenige Tage zur Verfügung habe und somit habe ich auch ein wenig was von der Insel erkundet. 

Angefangen habe ich mit der Road to Hana. Über 54 one-lane bridges geht es die kurvenreiche Straße entlang der Küste vorbei an Wasserfällen und durch den Regenwald zu dem Ort Hana. Hier ist definitiv der Weg das Ziel, da der Ort Hana nicht viel zu bieten hat. 

Steinofenpizza auf Gingerblättern
 

Was auf der ToDo Liste auch nicht fehlen sollte ist der Haleakala Crater. Für uns ging es zum Sonnenuntergang auf den 3.300m hohen Crater. Bei winterlichen 5 Grad haben wir uns das Spektakel über den Wolken angesehen und das Frieren hat sich am Ende mehr als gelohnt.

Am Big Beach an der Westküste Mauis hatte ich es dann mit 2-2,5 Meter hohen Wellen zu tun. Als ich meinen begeisterten Blick von den kristallklaren Gewalten abwenden konnte, habe ich anschließend etwas weiter draußen im Meer Wale bei ihrer Wanderung beobachtet. 

Nicht unweit vom Big Beach befindet sich der Little Beach, an welchem jeden Sonntag eine Hippie Party stattfindet. Unbekleidet tanzen die Menschen dort voller Lebensfreude (leider oftmals durch künstliche Einwirkungen) zu Trommelmusik um ein Lagerfeuer. Ich ordne dies unter die Kategorie „Dinge, die man mal gesehen haben kann, aber nicht muss“ ein. 😉

Der letzte Ausflug lehrte mich dann noch das Schnorcheln. Nachdem ich mich einmal zurecht gefunden hatte, ging es vorsichtig über Korallenriffe, ab und an kreuzte auch ein bunter Fisch meinen Weg. Leider habe ich im Wasser keine Schildkröte erspäht, jedoch durfte ich diese schon zuvor am Strand bestaunen. 

Es fällt mir im Moment noch schwer auf Oahu anzukommen. Diese Woche auf Maui war einfach so wie sie war mit all den tollen Menschen vom Anfang bis zum Ende perfekt. Ich habe zum ersten Mal nicht mehr die Sehnsucht nach zuhause gespürt. Ich habe mich in dieser Umgebung perfekt aufgehoben gefühlt und wäre gerne noch eine Weile dort geblieben. 

Ich weiß, dass dies derzeit nicht meinem realen Leben entspricht und ich weiterziehen muss, aber vielleicht gewinne ich ja irgendwann in der Greencard Lotterie… 

Hangloose

Eure Claudi

Kauai

Auf dem Flug von Nadi nach Hawaii habe ich die Datumsgrenze überflogen und durfte somit Sonntag den 26. März noch ein zweites Mal erleben. Leider konnte ich die Wiederholung des Tages bei Weitem nicht so genießen wie zuvor in Fidschi. Auch wenn ich mittlerweile gut in meinem Globetrotter Leben angekommen und für all die tollen Erfahrungen mehr als dankbar bin, holen mich auch immer wieder Momente ein, in denen es mir nicht gut geht. In diesen Momenten stelle ich mir viele Fragen. Was mache ich eigentlich hier? War es es wert für diese Reise alles aufzugeben? Was bringt die Zukunft wenn ich wieder zuhause ankomme? Werde ich einen neuen Job finden, welcher mich erfüllt? Wer bleibt? Wer geht? 

Freundschaften verändern sich auf so einer Reise. Einige festigen sich noch einmal mehr, andere scheinen der Distanz nicht komplett standzuhalten. 

Am Ende werde ich immer durch neue Begegnungen und spannende Gespräche aus diesen Tiefs entlassen und bin mir sicher, dass alles gut werden wird und ich die absolut richtige Entscheidung getroffen habe. Dies sind einfach Gefühlslagen, die dazugehören und welche mir am Ende eine neue innere Stärke verleihen werden. 

So ist es dann auch an diesem Sonntag abgelaufen. Als erste Hawaiiinsel habe ich Kauai besucht und dort am Abend zwei liebe Mädels aus der Schweiz kennengelernt. 

Gemeinsam haben wir die nächsten 3 Tage die in Bezug auf die Natur angeblich schönste Insel erkundet. 
Unsere Route brachte uns selbstverständlich zu einigen herrlichen Stränden, aber im Vordergrund stand für mich auf dieser Insel die Nā Pali Coast. Vom Wasser oder aus der Luft ist die Ansicht mit Sicherheit nochmal um einiges beeindruckender, dennoch bin ich auch auf dem Wanderweg entlang der Steilküste ins Staunen geraten. Die smaragdgrünen Gipfel boten mir einen Anblick, welchen ich in dieser Form zuvor noch nicht gesehen habe.

Bevor es für mich am Mittwochnachmittag weiter nach Maui ging, haben wir am Vormittag noch ein weiteres Naturspektakel besichtig. Inmitten dieser kleinen Insel befinden sich der Waimea Canyon. Dieser trägt den Spitznamen Grand Canyon des Pazifiks und erstrahlt mit einer imposanten Mächtigkeit in verschiedenen Rottönen über eine kaum begreiflich weite Fläche. 

Für mich waren 3 Tage auf Kauai etwas stressig, aber vollkommen ausreichend. Mit etwas mehr Zeit kann man die Schönheit dieser Insel sicherlich noch intensiver in sich aufnehmen. 

Auf der gesamten Insel befinden sich freilaufende Hühner

Ich konnte mittlerweile schon ein paar Eindrücke von Maui sammeln und fliege am nächsten Mittwoch nach Oahu weiter. Am Ende meines Aufenthaltes in Hawaii werde ich Euch mitteilen, welche Insel mir am besten gefallen hat. 

Oahu aus dem Flugzeug
 
Ich starte nun in meinen bevorstehenden Strandtag und wünsche Euch eine Gute Nacht!

Eure Claudi

Vinaka Fiji! 

Für die letzen Tage in Fiji habe ich Begleitung von Rabea bekommen. Gemeinsam haben wir uns am frühen Dienstagmorgen mit der Fähre auf den Weg nach Nacula gemacht. Nacula gehört zu den Yasawa Islands, eine Inselgruppe nordwestlich von der Hauptinsel Veti Levu. 

Nach 4,5 Stunden Fährfahrt sind wir im Blue Lagoon Beach Resort gestrandet und konnten unser Glück kaum fassen. Liebevoll gestaltete Hütten, mehr als zuvorkommendes Personal und postkartenähnliche Ausblicke luden dazu ein die Seele einfach mal für eine Weile baumeln zu lassen. Die ersten Tage verbrachten wir damit das reichhaltige Büfett zu plündern, Nickerchen unter Palmen abzuhalten und im schneeweißen Sandstrand mit Blick auf das türkise, kristallklare Wasser unseren Tagträumen freien Lauf zulassen. 

Bei so viel Ruhe kribbelte es uns am dritten Tag wieder etwas in den Fingern. Nachdem wir mit einer Runde Wassersport in den Tag gestartet sind, ging es am Nachmittag mit einem kleinen Boot in das nahegelegene Nacula Village. Zunächst haben wir eine Schule besucht, in welcher die Kinder bis zur 7. Klasse unterrichtet werden. In einer großen Gruppe haben sie für uns traditionelle aber auch bekannte Lieder gesungen. Da das Wochenende vor der Tür stand ging es anschließend für einige von ihnen mit dem Schulboot zurück zu ihren Inseln. 

Im ersten Moment war ich sehr angetan von der Situation, jedoch werden diese Ausflüge alle paar Tage angeboten und die Kinder müssen jedes Mal wieder vor den finanziell besser gestellten Touristen singen. Dies hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. 

Nach dem Schulbesuch haben wir noch eine Führung durch das Dorf, in welchem um die 500 Menschen leben, erhalten. Es ging vorbei an Hütten aus Wellblech, aus Stein mit einer maximalen Größe von 40 Quadratmeter, aber auch vereinzelt an farbenfrohen Häusern sowie 2 Kirchen. Straßen und Autos gibt es nicht. Das Leben spielt sich barfuß auf dem Rasen ab. 

Ich kann meine Eindrücke schwer in Worte fassen. Nach meinem Besuch in Nadi hat mich dies aber definitiv noch einmal mehr beeindruckt. 

Uns verblieb nach dem Tag nicht mehr viel Zeit auf Nacula, jedoch stand uns noch ein absolutes Highlight bevor. 

Wir haben uns relativ schnell dazu entschieden, dass wir den Rückweg zur Hauptinsel nicht mit der Fähre antreten wollen. Pünktlich um 10 trudelte am Sonntag unsere Alternative ein. Ein Wasserflugzeug. Wir starteten auf dem Wasser und der Pilot zeigte uns nach der Frage, ob wir Achterbahnen mögen, seine besten Flugkünste, Kribbeln im Bauch inklusive. Anschließend ging es mit einem sagenhaften Blick über die vereinzelten Inseln und unzähligen Korallenriffen zurück nach Nadi. 

Dies war mit das Beste, was ich je gemacht habe. Das Grinsen in meinem Gesicht sprach mit Sicherheit Bände. 

Ich bin sehr froh, dass ich Fiji als Zwischenstation für meinen Rückweg ausgewählt habe und ich hoffe, dass ich Euch bei meiner Rückkehr ein wenig von der mir eingeflößten Fiji-Time abgeben kann. 

No hurry – no worry!

Vinaka Fiji!

Eure Claudi

It’s Fiji-Time!

Auf meinem Flug nach Fiji hatte ich eine Begegnung, an welche ich mit Sicherheit noch ab und an zurückdenken werde. Neben mir saß ein 28jähriger Fijian, welcher in Frankreich Profirugby spielt. Er befand sich über das Wochenende (!) auf den Weg nach Hause, um seine Frau und sein Kind abzuholen. Seine zwei Monate alte Tochter hat er zuvor noch nie gesehen. Bei seinen Erzählungen habe ich Gänsehaut bekommen und auch er war anschließend sehr angetan von meiner Geschichte, welche ich persönlich nicht halb so beeindruckend finde. Seine Worte dazu waren „We all have our own Story“ und so ist es…

Am Flughafen wurde ich von den Mitarbeitern mit einem in urlaubsstimmungversetzenden Gitarrenspiel und einem freundlichen Bula in Empfang genommen. Da der Shuttlefahrer meines Hostels nach der unkomplizierten Einreise nicht aufzufinden war, lernte ich gleich die aufrichtige Freundlichkeit der Einheimischen kennen und nutzte die angebotene Mitfahrgelegenheit in einem anderen Shuttle. 

Die nächsten zwei Tage habe ich dazu genutzt Eins mit der „Fijitime“ zu werden. No hurry – no worry! Diese Einstellung scheint der Nationalstolz zu sein und die Entschuldigung für Alles. 

Ich befand mich größtenteils mit meinem neuen, eigens für mich handgefertigtem Hut aus Palmenblättern auf einer Liege in der Sonne und beobachtete von dort aus das Treiben. Das Wort Eile war schnell aus meinem Wortschatz gestrichen. 

Freilaufender Besuch am Morgen

Am dritten Tag überkam mich dann doch wieder die Abenteuerlust und somit machte ich mich nach dem Frühstück auf den Weg in das Zentrum Nadis. 

Mit dem lokalen Bus, welcher mich am Straßenrand eingesammelt hat, ging es ca. 20 Minuten bis zur Endstation. Dort angekommen habe ich zunächst den Sri Siva Subramaniya Swami Tempel besichtigt. Beeindruckt von dieser farbenfrohen, detaillierten Architektur setzte ich meinen Rundgang entlang der Hauptstraße und über den Fruitmarket fort. Das Ende meines vormittäglichen Ausflug genoss ich mit einer leichten Brise im Gesicht, aufgrund der scheibenlosen Fenster, bei der Busfahrt entlang des Strandes. 

Für mich ist Fiji die erste Reise in ein Land ohne westliche Standards und ich bin mehr als begeistert und interessiert und möchte nun viel mehr dieser Länder entdecken. Es sind unter anderem die Menschen die dies ausmachen. Stets etwas neben der Spur wirken sie zutiefst zufrieden und glücklich mit dieser Einfachheit und übertragen dies durch ihre Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit auf alle anderen. 

Die Hauptinsel Veti Levu habe ich Dienstag verlassen und befinde mich nun auf einer kleineren Insel nordwestlich, welcher ich Ende der Woche einen extra Bericht widmen werde. 

In diesem Sinne… it’s Fiji-Time. 

Eure Claudi

Sydney!

Wer hätte gedacht, dass ich mal einen Fuß auf australischen Boden setzen werde?! Ich habe meinem größten Gegner, der Schlangenphobie, die Stirn gezeigt und möchte nun gar nicht wieder so schnell weiterziehen. 

Ich weiß nicht, ob es an den Sonnenstrahlen lag, welche uns nach einer Woche Dauerregen in Empfang genommen haben oder an der heimatähnlichen Backsteinarchitektur… Ich weiß nur, dass Sydney mich von der ersten Minute an in den Bann gezogen hat. 

Den Anfang unserer Sightseeingtour machte Bondi Beach. Als Ostseestrandkind bin ich so einige traumhafte Strände gewöhnt und beäuge die neuen Exemplare zunächst immer recht kritisch. Es ist in meinen Augen nicht unbedingt der Strand an sich, der diesen so besonders macht, sondern viel mehr das Feeling. Unzählige Surfer im Wasser warten auf die perfekte Welle, andere erholen sich im feinen Sand von ihren Ritten, die nächsten schlendern mit dem Brett unterm Arm schon wieder barfuß nach Hause und wer sich bisher nicht aufs Wasser getraut hat, entspannt in einem der Cafés am Rande mit dieser ansteckenden Aussicht. 

An unserem zweiten Tag hatten wir einen Geburtstagsfranki unter uns, welcher seit eh und je eine Leidenschaft für kleine fracktragende Vögel hat. Somit machten wir uns auf zum Taronga Zoo, welcher besondere interaktive Erlebnisse bietet. Frank durfte Pinguine füttern und auch ich habe mir einen Kindheitstraum erfüllt, indem ich einem Koala Bären aus nächster Nähe beim schlafen zugesehen habe. Das machen diese nämlich bis zu 20 Stunden am Tag und sind mir aufgrund dessen sehr sympathisch. 

Für viele von Euch steht ein Zoobesuch bei einem Städtetrip vermutlich nicht an erster Stelle, in Sydney sollte dies aber dazugehören. Mit der Fähre entlang der Harbour Bridge und der Opera wird der Zoo angesteuert und dank seiner Lage, hat man einen einmaligen Ausblick über die Tiergehege auf die Skyline der Stadt.  

Den letzten kompletten Tag nutzten wir für einen ausgiebigen Stadtspaziergang. Angefangen im Bangaroo Reserve ging es für uns entlang am Wasser bis zum Botanischen Garten. Auf dieser Route liegt auch The Rocks, das Hafenviertel Sydneys. Sympathisch hanseatisch hat auch dieses einige Bonuspunkte für Sydney eingespielt. 

Ich habe in der kurzen Zeit sehr viel Blut geleckt und werde diese schlangenfreie Stadt mit großer Wahrscheinlichkeit nicht das letzte Mal angesteuert haben. 

Zunächst geht es morgen jedoch weiter nach Fidschi. Ich habe meine Familie heute etwas wehmütig wieder nach Deutschland entlassen und verbringe nun die letzte Nacht in einem netten Hostel am Bondi, bevor ich mich morgen früh auf den Weg zum Flughafen mache. 

Ich wünsche Euch einen tollen Tag und würde gerne nochmal erwähnen, wie sehr es sich bezahlt macht, seine Träume anzugreifen!

Eure Claudi

Herzensort

„Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehen, wann werd‘ ich sie wieder sehen?“

Die Ärzte – Westerland

 

Wenn ich über meinen Abschied nachdenke, kommen mir diese Zeilen in den Sinn.

Ich glaube jeder von uns hat diesen einen Ort fernab der Heimat, welcher ein unkontrollierbares Gefühl der Sehnsucht in einem auslöst. Während für einige von Euch dieser Ort nur eine Autofahrt von Zuhause entfernt ist, müssen die Anderen zunächst eine längere Reise bewältigen, um zu diesem Ort zu gelangen. Für mich ist dieser Ort Neuseeland.

Ganz Gewiss hatte ich hier in den letzten 5 Monaten nicht immer eine einfache Zeit. Die ersten Wochen, die Tage um Weihnachten und auch vereinzelte Abschnitte zwischendurch sind mir schwerer gefallen, als ich es erwartet hätte. Dies war jedoch einzig und allein meiner inneren Gefühlslage geschuldet. Ich habe gefühlt von heute auf morgen mein gesamtes Leben über den Haufen geworfen. Ich habe meinen sicheren Job gekündigt, die Wohnung in perfekter Lage an die Nachmieter übergeben, meine Freunde zurückgelassen und stand nun alleine mit meinem Rucksack am anderen Ende der Welt ohne jeglichen Plan darüber, was als nächstes kommt.

Einen konkreten Plan habe ich heute immer noch nicht, aber mittlerweile die Gelassenheit, die Dinge einfach auf mich zukommen zu lassen. Diese neue Ruhe verdanke ich fabelhaften Begegnungen sowie inspirierenden Naturschauspielen. Ich habe Menschen kennengelernt, welche mir an schlechten Tagen selbstlos zur Seite standen, welche an guten Tagen für so einige Lachkrämpfe verantwortlich waren und am Wichtigsten, welche ich nun Freunde nenne.

Zudem haben mir die einsamen Strände, die Blicke auf die offenen Weltmeere und die vielen weiteren Naturwunder keine andere Wahl gelassen, als zur Ruhe zu kommen.

Bei meinem Abschied flossen leise Tränen. Leider ist mein Herzensort keinen Katzensprung von Zuhause entfernt und bis zu meiner Rückkehr wird vermutlich wieder einige Zeit ins Land streichen.

Denn eins ist sicher, ich komme wieder!

Ka kite ano, Land der langen weißen Wolke!

Deine Claudi

New Chums Beach

Zu Beginn unserer Reise hat mein Bruder sich eine Nacht bei Regen im Campervan gewünscht und dieser Wunsch sollte ihm nicht verwehrt bleiben. Ist das langsame Prasseln des Regens auf dem Dach und der stürmische Pazifik nebenan in der ersten Nacht einfach nur faszinierend, wird er spätestens am dritten Tag zu einer Herausforderung in jeglicher Hinsicht. 

Doch zunächst kurz zurück zum Anfang der Woche… zu unserem letzten Tag mit strahlendem Sonnenschein. 

Unsere Route führte uns nach Coromandel. Dort befinden sich u.a. der aus „Die Chroniken von Narnia“ berühmte Cathedral Cove Strandabschnitt, welchen wir aber aufgrund des zu großen Andrangs um die Mittagszeit nicht besichtigt haben. Für uns ging es weiter nördlich zu einem der schönsten Strände der Welt. Vom Parkplatz führte uns der Weg über Stock und Stein, durch Wasser und durch Wälder zum New Chums Beach. Es erwartete uns eine wundervolle Bucht mit glitzerndem Sandstrand, einem Pazifik in den unterschiedlichsten Blautönen und jede Menge Platz zum Seele baumeln lassen. 

Anschließend setzte der Regen ein. Seit Dienstag haben wir anhaltenden, teilweise monsunartigen Regen. Dieser war zu viert im Campervan zum Einen eine logistische Herausforderung , zum Anderen aber auch eine Herausforderung dahingehend, die Gemütslage nicht beeinflussen zu lassen. Dies ist nicht immer einfach, wenn man sich den ganzen Tag auf der Straße befindet und die Stimmung magischer Orte wegen dem Wetter verloren geht. 

Cape Reinga bei dichtem Nebel

Wir befinden uns nun wieder in Auckland, lassen uns heute noch einmal ein leckeres Steak im Lord Nelson schmecken und morgen früh heben unsere Flieger mit dem Ziel Sydney ab. 

Genießt die ersten Sonnenstrahlen und den kommenden Frühling!

Eure Claudi

Familienduell

Unsere zweite gemeinsame Woche startete mit einem außerplanmäßigen Aufenthalt in Wellington und einem Besuch bei der Deutschen Botschaft. Frank kann Euch nun aus eigener Erfahrung berichten, dass frisch gewaschene Reisepässe alles andere als notwendig sind. Selbst wenn der laminierte Part noch einwandfrei aussieht, kann einem die Aus-, Weiter- bzw. Einreise mit einem halbzerfallenen Pass verwehrt werden. 

3 neue Reisepässe später haben wir unseren Plan den Gegebenheiten angepasst und uns direkt auf den Weg nach Taupo begeben, hier jedoch nur einen kurzen Halt gemacht, da es uns weiter Richtung Ostküste zog. 

Huka Falls
Schicksalsberg aus Herr der Ringe
 
Das Highlight dieser Woche lag auf halben Wege zwischen Taupo und dem Pazifik in Rotorua. Dort hatten wir es im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland zwar mit ziemlich strengen Gerüchen zu tun, jedoch konnten wir bei so viel vulkanischer Aktivität farbenfrohe Schwefelseen und blubbernde Schlammlöcher bestaunen. 

Die Skyline Luge Rotorua vollendete diesen Tag perfekt. Talabwärts ging es in einem Kart mit Blick auf die Stadt und den See. Auch wenn mir am Ende leider die rettende Bananenschale aus Mario Kart für den Sieg fehlte, hatte ich einfach nur jede Menge Spaß. 

https://quik.gopro.com/v/UaJMm67uuI/

In Tauranga haben wir die Woche nach der herausfordernden Erklimmung des Mt. Manganui ausklingen lassen. 

Mir steht nun meine letzte Woche in Neuseeland bevor. Ganz realisiert habe ich dies noch nicht…

Passt auf Euch auf!
Eure Claudi