1610 – 21. Hey Du!

Außer der Reihe gibt es den neuen Beitrag schon heute, aber seht selbst.

Ich werde die ganzen Alltagsfragen und -gedanken der letzten Wochen heute einmal hinter mir lassen und mich an einem neuen Genre versuchen. Der Hommage!

Peter, Bernd, Torsten, Thomas und Arnim, liebe Beatsteaks, mit Smack Smash fing 2004 alles an!
Ihr wart, seid und bleibt meine Lieblingsband, dennoch geht es heute nicht um Euch.

Heute geht es um Christoph, Jacobus, Max, Kai, Olaf und Monchi. Genauer gesagt um Feine Sahne Fischfilet.
Unser Grundstein wurde an einem lauen Sommerabend 2014 in meiner alten Greifswalder WG gelegt. Ich erzählte meinem Mitbewohner Ole von meinen Festivalplänen und dem Lineup und er erzählte mir, dass der Sänger von Feine Sahne Fischfilet doch Jan Gorkow, der Dicke, der an unserer alten Schule Angst und Schrecken verbreitete, sei. Das diese Band, von welcher ich zuvor beiläufig mal gehört habe, aus meiner alten Heimat ist und beim Hurricane Festival mit mehr als 70.000 Besuchern auftritt, weckte mein Interesse und ich hörte mal rein und machte die Musik fortan nicht mehr aus.

Ich habe Euch auf so einigen Festivals und Konzerten gesehen, doch keines wird mir so in Erinnerung bleiben wie Euer Konzert am 23.03.2018 in der Rostocker Stadthalle.
Zunächst wollte ich gar nicht, als ich dann wollte, war der Innenraum natürlich schon ausverkauft. Ich kaufte mir mit der Zuversicht, dass sich da in den nächsten Wochen noch was im Innenraum ergeben wird, erst einmal eine Karte für den Rang. Falsch gedacht. Bis einen Tag vor dem Konzert gab es unzählige Such-Anzeigen bei eBay Kleinanzeigen, aber keine einzige Verkauf-Anzeige. Also blieb mir an diesem besagten Tag am Ende leider nichts anderes übrig, als meine wirklich winzig kleine kriminelle Ader zum Vorschein zu bringen und mich mit Hilfe von Freunden in den Innenraum zu schmuggeln.

Bereits mit den ersten Akkorden von „Zurück in unserer Stadt“ hatte ich die eine Hälfte meiner Freunde verloren, nach einem kurzen Besuch auf der Toilette dann auch die Zweite.
Auch wenn es natürlich viel schöner ist, dass Konzert gemeinsam zu genießen, ist dies ja keine unübliche Geschichte und so war es für mich auch nicht weiter schlimm. Ich lauschte Eurer Musik, tanzte mit den fremden Menschen um mich herum, hatte Spaß und in einem unbemerkten Moment der vollkommenen Leichtigkeit, sah ich Dich!

Wir waren bereits zusammen Vorglühen. Dort habe ich Dich jedoch nicht so wahrgenommen, wie ich Dich in diesem Moment gesehen habe. In meiner Erinnerung spielt sich dieser Moment in Slow Motion ab, du warst hell erleuchtet, vielleicht habe ich auch die Menge gespalten und Du kamst leichtfüßig auf mich zugelaufen.

Das Konzert gehörte nur noch uns alleine. Ich weiß nicht mehr, wie oft wie oft wir uns verloren und wiedergefunden haben, ich weiß nicht mehr, wie oft ich Dir an diesem Abend gesagt habe, wie schön Dein Lächeln ist! Ich weiß leider auch nicht mehr, worüber wir an diesem Abend so gesprochen haben.
Alles was ich weiß, ist, dass Du von diesem Moment an mein vollstes Vertrauen hattest, dass ich in jenem Augenblick wusste, dass Du der Mann bist, auf den ich mein Leben lang gewartet habe!

Feine Sahne Fischfilet, ihr könnt Euch von nun an entwickeln wie ihr wollte, eins habt ihr geschafft! Ich werde mein Leben lang von Euch erzählen.
Danke, dass ihr mir beängstigt in Erinnerung geblieben seid. Danke, dass ihr mit Eurer Musik meinen Nerv getroffen habt. Danke, dass ihr diesen wundervollen Mann in mein Leben gebracht habt!

Christian – Amore – Ich liebe Dich!
Happy Birthday!

1610 – 20. Der Trott!

Der Wecker klingelt um kurz nach 6. Wenn ich 2 Mal snooze, verbleiben mir ca. 45 Minuten um mich für den Tag fertig zu machen. Ich fahre zur Arbeit und schaue dort 4 Stunden lang auf meinen Bildschirm. Ich bewege die Maus von links nach rechts und oben nach unten. Ich öffne neue Tabs, Excel-Dateien und Programme. Ich schließe sie wieder. Nach einer Stunde Mittagspause beginnt das gleiche Spiel wie am Vormittag für weitere 4 Stunden. Ich fahre nach Hause und treffe mich mit Christian auf der Couch. Wir essen Abendbrot und schauen Netflix. Irgendwann schlafe ich ein und werde nur noch einmal kurz wach, um die Couch zu verlassen und ins Bett zu gehen.

Der Wecker klingelt um kurz nach 6. Wenn ich 2 Mal snooze, verbleiben mir ca. 45 Minuten um mich für den Tag fertig zu machen…

Tagein. Tagaus.

Dies klingt nun ein wenig trist und überzogen. Für einige von Euch würde das eine wunderschöne Routine darstellen. Natürlich genieße auch ich diese Geborgenheit, sei es auf Arbeit oder Zuhause, sehr. Aber so sehr ich diese Stetigkeit in einigen Momenten meines Lebens benötige, so sehr wird sie mir ziemlich schnell auch wieder zur Last.

Ich brauche Abenteuer. Ich bin so wissbegierig und neugierig, dass mir meine normale Umgebung schnell auf die Füße fällt. Ich habe ständig das Gefühl, dass ich meinen Horizont erweitern muss und dass mir mein alltäglicher Radius dahingehend die Grenzen aufzeigt.

Seit dem ich von meiner Weltreise zurückgekommen bin, schreibe ich immer wieder darüber, dass ich mir die Abenteuer im Alltag erhalten will. Das es so einfach ist, wenn man es nur will und dann finde ich mich im nächsten Augenblick antriebslos und unzufrieden auf unserer Couch wieder. Die Gedanken drehen sich dann darum, dass mein Abenteuerbudget gerade nicht ausreicht, dass ich meine Partnerschaft pflegen muss, dass kein Ziel dicht genug für einen Wochenendausflug ist.

Diese Woche war ich dann mal wieder an dem Punkt, an dem ich das alles nicht mehr ertragen konnte und auf einmal lag die Lösung so Nahe!

Ich schreibe Euch diese Zeilen gerade von dem wohl schönsten Schreibtisch der Welt. Dieser befindet sich inmitten auf unserer wunderschönen Ostsee. Wenn ich den Blick von meinem Laptop hebe, sehe ich diese beruhigende, blaue Weite. Rostock habe ich hinter mir gelassen und wenige Seemeilen vor mir heißt mein Ziel Trelleborg/Malmö.

Ich vereine an diesem Wochenende alles, was mir in der letzten Zeit sehr gefehlt hat. Ich begebe mich aus meinem gewohnten Kiez. Ich habe durch die 6stündige Überfahrt unheimlich viel Zeit für mich und am aller besten – mir steht ein Wochenende mit einer meiner besten Freundinnen voller tiefgründiger Gespräche in dem erfrischenden Schweden bevor.

Am Ende kostet mich der Ausflug genauso viel wie ein Wochenende in Rostock mit einem Besuch im Stadion. Am Ende pflege ich meine Beziehung auf diese Weise wohl viel intensiver als die unzufriedene Claudi zuhause auf der Couch es je könnte.

Es ist wie es ist. Irgendwie bin ich wieder drin in „diesem“ Trott. Aber es ist auch wie es ist. Die Gewohnheit lässt sich immer wieder leichter austricksen, als man denkt!

Am Rande – Buch der Woche: Veit Lindau – Seelengevögelt
(2/2020)

Ich habe das Buch vor einer ganzen Weile mal bei einem Freund liegen sehen und mich angesprochen gefühlt, da es in diesem Buch um den Sinn des Lebens geht.
In kurzen Geschichten will Veit Lindau uns aufrütteln unser Leben zu leben, es nicht immer so schwer zu sehen und zu nehmen.

Auch wenn ich großteils vollkommen hinter seinen Geschichten und Gedanken stehe, für mich war das Buch am Ende zu radikal. Auf eine unerschrockene Art wird man immer wieder direkt angesprochen. DU hast es in der Hand. DU kannst es ändern. DU. DU. DU.

Ich bin dann wohl doch eher der Paulo Coelho oder John Strelecky Typ. Der sich auf sanfte, indirekt Art der Einzigartigkeit des Lebens bewusst wird.

1610 – 19. Warum? – Ein Repost

Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag veröffentlicht, welcher bereits im März 2019 das erste Mal online ging.
Auf den Beitrag 1610 – 12. Mir geht es nicht gut! – Ein Repost folgte im Mai 2019 der Artikel ‚Warum?‘, in welchem ich die Gründe für meine damalige Situation näher erläutert habe und welcher nun auch Teil dieser Kolumne werden soll.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim (erneuten) Lesen und seid Euch immer bewusst, ihr habt all die Wertschätzung dieser Welt für Euren täglichen Einsatz verdient!

Warum?

Warum ist meine Seele vor 3 Monaten soweit aus den Fugen geraten, dass ich Euch mit dem Artikel Mir geht es nicht gut daran teil lassen habe?

Um eins Vorweg zu nehmen, ich bin ein hochsensibles Lebewesen. Es ist für mich nicht unüblich, dass ich gelegentlich mit einer depressiven Episode zu kämpfen habe. Ich arbeite seit Jahren daran, dass ich mit mir und meinem Leben ein Einklang finde, welcher diesen Episoden keinen Platz bietet. Manches Mal gibt es aber äußere Einflusse, welche diese depressiven Episoden begünstigen und welche ich nicht aktiv steuern kann. So war es auch diese Mal.

Seit dem ich vor 3 Jahren meinen Job bei der Bank aufgegeben habe, befinde ich mich stetig auf der Suche nach dem richtigen Weg. Nach der Rückkehr von meiner Weltreise hatte ich einen kurzen Zwischenstopp in Hamburg und habe schnell festgestellt, dass diese Großstadt, diese vielen Menschen, die weiten Wege, diese gewisse Anonymität meiner Seele nicht gut tun. Ich habe mich in der Probezeit kündigen lassen und mich zurück nach Rostock begeben. Ohne einen neuen Job. Zu diesem Zeitpunkt war mir alles egal, ich wollte einfach nur zurück in meinen sicheren Heimathafen.

Nach einer kurzen Zeit der Arbeitslosigkeit bin ich wieder fündig geworden. Ein Job als Projektmanagerin in einem Forschungslabor. Mit der Medizin habe ich mich schon immer irgendwie verbunden gefühlt und war mehr als glücklich, mehr als gespannt auf die neue Herausforderung. Ich habe mich binnen kürzester Zeit in die Aufgaben eingearbeitet, hatte ein wundervolles herzliches Team um mich rum, habe meine ganze Energie in diesen Job gesteckt, mich verantwortlich für den Erfolg der Forschungsprojekte gemacht. Wie konnte meine Seele bei diesen tollen Gegebenheiten aus dem Ruder laufen?

Wertschätzung. Dieses eine Wort war der Auslöser für all die negativen Gefühle, welche ich in den letzten Wochen in mir getragen habe. Mein Arbeitsumfang war über Monate höher als es eine Einzelperson hätte schaffen können. Ich habe in den letzten Jahren gelernt mich stark zu machen, meine Bedürfnisse auszusprechen. Dies fiel mir früher alles andere als leicht. So habe ich es auch diese Mal getan. Ich habe mich für MICH stark gemacht und wurde nicht erhört. Mehrmals. Über Monate. Der Workload wurde immer und immer größer, ich war eine Woche im Urlaub und hatte anschließed über 100 neue Emails, am Tag meiner Rückkehr die mehrfache Rückfrage nach dem Bearbeitungsstand dieser, in Meetings wurde ich mehrfach unbewusst bloßgestellt, weil ich bei der Nachfrage zum Bearbeitungstand zugehöriger Aufgaben passen musste.

Ich habe gekämpft, ich habe mehrmals das Wort für MICh erhoben, aber ich bin gescheitert. Und dieses Gefühl von Scheitern war der Auslöser. Mir ging es lange nicht gut. Das gute jedoch ist, dass ich trotz allem den Blick nach Vorne nicht verliere. Ich wusste, dass es so für mich nicht weiter gehen kann und ich habe nun einen anderen Weg eingeschlagen und einen neuen Job gefunden!

Ihr seid es wert, gehört zu werden. Ihr leistet jeden Tag mit dem was ihr macht einen Mehrwert für unsere Wirtschaft, für unser Gesundheitssystem, für all die anderen Bereiche in denen ihr tätig seid und dafür seid ihr es wert WERTGESCHÄTZT zu werden! Macht Euch für Euch stark und sollte Eure Situation auf einen nie endenden Tunnel zusteuern, dann seid Euch bewusst, dass ihr umdrehen und neu abbiegen könnt! Es geht immer weiter!

1610 – 18. Legt Eure Füße hoch!

Und am Ende des Tages wünsche ich Dir die Gelassenheit, Deine Pflichten Deine Pflichten sein zu lassen.
Am Ende des Tages wünsche ich Dir den Mut, Dir das zu nehmen, was Du für Deine innere Zufriedenheit am Meisten benötigst.

Das sind die Worte, welche meine vorletzte Woche am besten beschreiben. Gefühlt war an dieser Woche noch weniger dran als sonst. Nach Feierabend musste ich noch dies und das erledigen und am Wochenende bin ich zu meiner Schwägerin nach Hamburg gefahren.
So gerne ich meiner „Pflicht“ nachkommen und Euch für Montag wieder einen schönen Beitrag aus der Feder zaubern wollte, so sehr hatte ich für die wenigen freien Minuten nach der Arbeit ein anderes Bedürfnis, welches sich nicht hinten anstellen ließ.
Das Bedürfnis nach Ruhe und Liebe und Zweisamkeit. Das Bedürfnis meiner Beziehung die Aufmerksamkeit zu geben, die sie benötigt, damit es uns beiden gut geht.

Das ist die ehrliche Antwort auf die Frage, warum die Kolumne in der letzen Woche so kurz und knapp ausgefallen ist.

Ich möchte nun aber heute die Gelegenheit nutzen und noch einmal etwas intensiver über diese Zeilen nachdenken.

Unser Alltag ist geprägt von Hektik. Wir arbeiten i.d.R. 40 Stunden in der Woche. Hinzu kommt für die allermeisten noch ein Anfahrtsweg zum Büro von mindesten 30 Minuten pro Strecke. Nach der Arbeit stehen dann die privaten Pflichten auf dem Plan. Der Kühlschrank füllt sich nicht von alleine, die Wohnung muss aufgeräumt und geputzt werden, der Vorsorgetermin beim Arzt, Behördengänge, Ablage privater Dokumente, das Hobby, Organisation von diesem und jenes und so weiter und so fort. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr Euch wiederfindet und die Liste noch um einige Punkte ergänzen könnt.

Einige dieser Pflichten sind lästig und rauben einem bewusst die Freizeit, andere Verpflichtungen wiederum hat man sich selber ausgesucht und gehören die meiste Zeit des Jahres dem Vergnügen an.

Und dennoch erreicht man irgendwann einen Punkt der Erschöpfung. Einen Punkt an dem einem selbst die vergnüglichen Pflichten zur Last werden. Der letzte Urlaub ist lange her, der nächste Urlaub ist noch lange nicht in Sicht. Die Wochenende sind gefüllt mit Familienbesuchen, Besuchen bei Freunden oder auch diversen Erledigungen.
Das Hobby, welches einem eigentlich Spaß bringen sollte, wird nur noch unter Stress ausgeführt. Alles was man in diesen Momenten in Wirklichkeit braucht, ist Ruhe und Zeit zum faul sein, zum generieren. Aber es kommt immer wieder um die Ecke, das schlechte Gewissen, darüber, dass das dringend zu Erledigende erledigt werden muss, dass man das Treffen mit diesem einen Freund schon 100 Mal verschoben hat, dass man sich doch freiwillig für sein Hobby entschieden hat.

Und nun sage ich Euch ganz ehrlich, wenn ihr die Person seid, welche ich zuvor beschrieben habe, dann lasst alles links liegen, legt Eure Füße hoch, gießt Euch ein Glas Wein ein und lasst die Welt um Euch herum egal sein!

Alles was zu erledigen ist, lässt sich auch noch in der nächsten Woche erledigen. Ist der Kühlschrank auch leer, der Pizzalieferdienst freut sich mit Sicherheit über Euren Anruf. Euer Hobby bringt Euch auch nicht viel, wenn ihr diesem nicht bewusst nachgehen könnt. Eure Freunde kennen diese Situation mit Sicherheit selber viel zu gut und haben vollstes Verständnis, wenn ihr den Termin mal wieder verschiebt.
Wer kein Verständnis hat, ist Eure Zufriedenheit. Unzufriedenheit lässt sich wunderbar steigern, wenn man sich nicht dem hingibt, was man am Meisten benötigt.

Also, hört auf Euer Herz, bestellt Pizza und lasst Eure Pflichten einfach mal öfter Eure Pflichten sein!

Am Rande – Rückfall der Woche

Einige von Euch haben es vielleicht schon mitbekommen.
Ich bin zurück bei Instagram. Unter einehandbreitwasseruntermkiel findet ihr nun das Profil zu diesem Blog.
Ich habe lange mit mir gehadert. Instagram ist jedoch heutzutage die nächstliegende Plattform, wenn man auf sich aufmerksam machen möchte und da ich mich sehr darüber freuen würde, wenn die Anzahl meiner Leser steigt, habe ich mich für diesen Schritt entschieden.

1610 – 16. Read me!

Am 2. Montag des Jahres kann man durchaus noch einmal über das Thema Vorsätze reden, finde ich.
Heute erzähle ich Euch jedoch von einem Vorsatz, welcher mich stetig, unabhängig vom Jahreswechsel begleitet. Mal steht er mir quasi auf der Stirn geschrieben und dann habe ich ihn monatelang auch mal gar nicht auf dem Schirm.

Mehr lesen!

Ich finde Lesen seit eh und je ganz wundervoll. Als Kind habe ich viel gelesen, zu Schulzeiten habe ich viel gelesen und auch heute lese ich viel und gerne. Lesen bildet, erweitert den Horizont, lässt uns abschalten, regt unsere Phantasie an, bringt uns so manches Mal leichter in den Schlaf.
Früher habe ich mich überwiegend einem bestimmten Genre gewidmet. Heute versuche ich die Bücher breitgefächerter auszuwählen. Da quäle ich mich auch schon mal ein Jahr lang durch „Die Blechtrommel“ von Günther Grass, nur um den Haken bei Klassiker setzen zu können.
Dazu kommt heute auch ein großer Teil an Fachliteratur. Ich setze mich nicht nur mit der Theorie auseinander, sondern ich lese auch die Biografien von erfolgreichen Unternehmern. Erfolgreich nicht im Sinne von Umsatz, viel eher erfolgreich im Sinne von eine gesunde Führungskultur zu etablieren und dabei die Entwicklungen der heutigen Arbeitswelt so einzubinden, dass Mitarbeiter langfristiger zufrieden sind.
Es ist nicht neu, dass ich mich dem Thema psychische Gesundheit sehr verschrieben habe und der Blick auf unser berufliches Umfeld ist dabei höchst interessant.
Meine Inspiration finde ich gerade zu diesem Themenbereich oft bei LinkedIn. Lesen ist derzeit wieder in aller Munde und jeder möchte gerne seine neue Errungenschaften empfehlen.
Nicht weit von dem Thema ab sind Ratgeber zu psychischen Problemen und Bücher über den Sinn des Lebens.
Und da auch ich dann am Ende irgendwann mal die Nase voll habe von diesem ganzen Fachgedöns und philosophischen Geplänkel, kommt mir immer mal wieder ein leichter, schöner Roman oder zum 10. Mal Harry Potter zwischen die Hände.

Und somit werde ich von Zeit zu Zeit die von mir gelesenen Bücher immer mal wieder rezensieren. Dabei werde ich eher auf meine persönliche Meinung eingehen und auf lange Inhaltsangaben verzichten. Sollte ich Euer Interesse wecken, freue ich mich, wenn ihr Euch den Büchern vollumfänglich mit Eurer persönlichen Vorstellungskraft widmet.

Den Anfang macht heute:

JoJo Moyes – The Giver of Stars (Wie ein Leuchten in tiefer Nacht)

Ein Fan der ersten Stunde.
Jojo Moyes ist für mich die leichte Kost für zwischendurch. Mit ihrem Werk „Ein ganzes halbes Jahr“ hat sie mich komplett in ihren Bann gezogen und taucht seit dem immer wieder vor meinen Augen auf.

Ihr neuer Roman hat es wieder geschafft.
Kurz gesagt geht es hier um eine Gruppe junger Frauen, welche sich Anfang des 20. Jahrhunderts in Kentucky dem bestehenden Frauenbild widersetzen. Das Buch geht zudem darauf ein, wie zu dieser Zeit der breiten Bevölkerung Bildung in Form von Büchern/lesen/lernen möglich gemacht werden soll.
Eine mittlere Portion Liebesgeschichte vollendet das Buch.
Es ist ein kurzweilig geschriebener Roman. Zum Teil auf wahren Begebenheiten zu der damaligen Zeit beruhend, zum Teil fiktiv und dennoch voller Potenzial die Themen in unsere heutige Zeit zu projizieren. Vielleicht nicht in Europa, aber in vielen Ländern im arabischen Raum, in Afrika, ….

Ich lese ihre Bücher seit einer Weile ausschließlich auf Englisch und kann Euch dies sehr empfehlen. Einfacher Satzbau und leicht verständliches Vokabular halten mein Englisch frisch und nehmen mir nicht den Spaß.

1610 – 15. Auf ein Neues!

Manch einer mag Silvester nicht mehr so viel Bedeutung beimessen. Auch für mich ist durch die frühlingshaften Temperaturen rund um Weihnachten und dem Jahresende der Zauber etwas verloren gegangen. Mitunter fühlt sich der 31.12. an wie jeder andere verregnete Herbsttag im Laufe des Jahres.

Doch auch wenn ich dem neuen Jahr nicht mehr auf einer wilden Party im Glitzerkleid entgegenfiebere, habe ich mir den Glaube an die Symbolhaftigkeit von Silvester beibehalten.

Der 31.12. steht für mich für das Ende, für das Ende eines Jahres in dem ich viel erlebt habe, viel gesehen habe, viele neue Erfahrungen gemacht habe. Es ist der Zeitpunkt um noch einmal zurückzublicken, um abzuwägen welche Erlebnisse man im alten Jahr belässt und welche man im neuen Jahr fortführen möchte.
Eine Freundin von mir führt genau aus diesem Grund am letzten Tag des Jahres immer ein wunderschönes Ritual durch. Sie notiert sich all die Dinge, welche ihr im Jahr weniger Freude bereitet haben, welche negativ behaftet waren und verbrennt diesen Zettel noch vor 00:00 Uhr um mit all dem abzuschließen.
Somit gibt uns dieser Tag wie kein anderer im Jahr symbolhaft die Möglichkeit das Hamsterrad zu verlassen und bewusst von vorne zu beginnen.

Auf ein Neues!

Zu allererst natürlich auf ein neues Jahr! Aber vor allem auch auf ein neues Ich!
Nehmt Euch einmal kurz die Zeit, schließt die Augen und atmet tief durch. Dabei denkt ihr darüber nach, wo ihr derzeit im Leben steht, was Euch wichtig ist, was ihr für Euer Seelenwohl benötigt, was ihr dafür unternehmen müsst und wie sich dies als ein Vorsatz beschreiben lässt. Und dann öffnet ihr die Augen und gebt mit einem weiteren tiefen Atemzug den Startschuss.

So in etwa hat sich auch mein Vorsatz für dieses Jahr entwickelt. Dieser lautet ganz simpel ‚bewusster leben‘.
Generell glaube ich, dass ich dies schon seit ein paar Jahren ganz gut umsetze, aber anhand einiger Schieflagen habe ich gemerkt, dass dort immer noch Optimierungsbedarf ist.
‚Bewusster leben‘ heißt für mich bewusster Entscheidungen zu treffen. Bewusster Ja und vor allem bewusster Nein zu sagen. ‚Bewusster leben‘ heißt für mich bewusster zu genießen. Bewusster die Zeit mit Freunden und der Familie wahr nehmen, bewusster kulinarische Köstlichkeiten zelebrieren, bewusster Konzerte auf mich wirken lassen. ‚Bewusster leben‘ heißt für mich aber vor allem auch bewusster auf meinen Körper zu hören. Bewusster physische Wehwehchen heilen und bewusster auf meine psychischen Belange eingehen. Ruhepausen einlegen, Fernweh kurieren, Sehnsüchte befriedigen.

Ich wünsche Euch ein wundervolles neues Jahr 2020 mit einzigartigen Erlebnissen und lehrreichen Erkenntnissen.

Ich freue mich auf ein weiters Jahr mit Euch!

Dazu passend – Projekt der Woche

Es ist kein Geheimnis, dass ich schon seit einigen Jahren davon träume mein eigenes Buch zu veröffentlichen. Leider gestaltet sich dies für mich neben der Arbeit als schwierig, da ich meine komplette Kreativität nur entfalten kann, wenn ich Ruhe habe und Unmengen an Zeit in der Natur verbringe.
Nichts desto trotz werde ich gleich zu Beginn dieses Jahres mein erstes Buch veröffentlichen. Für mich, vielleicht für Euch, ohne Verlag, ohne ISBN.
Ich habe die Zeit über Weihnachten genutzt und alle meine Beiträge dieser Kolumne des letzten Jahres in einem Band zusammengefasst.
Das Layout steht, das Cover ist designt, nur die Korrektur ist noch offen.

Falls auch ihr Euch ein Exemplar gegen einen kleinen Druckkostenobolus sichern wollt, dann nehmt doch einfach kurz an der Umfrage teil.

1610 – 14. HoHoHope!

Das ist er nun, mein letzter Beitrag für das Jahr 2019.

Bereits in der letzten Woche habe ich dazu aufgerufen, dass wir das Ende des Jahres dazu nutzen sollten, um zu reflektieren, um mit dem Jahr unseren Frieden zu schließen, um mal wieder bewusst Dankbar zu sein.

So habe ich mir also in den letzten Wochen über dieses und jenes meine Gedanken gemacht und an dem Gedanken Weihnachten bin ich etwas länger hängen geblieben.
Zum einen stellte ich mir die Frage, wie verbringen wir Weihnachten dieses Jahr? Letztes Jahr haben wir zwar die ganze Familie unter einem Hut bekommen, dafür haben wir aber jede Menge Kilometer auf der Straße und wenige Zeit vor Ort in Kauf genommen.
Zum anderen dachte ich auch darüber nach, was schenken wir uns? Wir Kinder sind nun seit ein paar Jahren schon erwachsen und können finanziell sehr gut auf eigenen Beinen stehen. Dies bedeutet natürlich nicht, dass wir uns nicht mehr über Überraschungen freuen. Die Frage ist nur, ob es noch etwas materielles oder der Schein im Umschlag sein muss?!

Ich habe mich ein wenig im Freundes- und Kollegenkreis umgehört und meiner Familie am Ende zwei Ideen vorgstellt.
Eine Möglichkeit wäre, dass wir den Betrag, welchen wir für Geschenke ausgeben würden, sammeln und spenden. Die zweite Möglichkeit wäre, dass wir diesen Betrag für gemeinsame Zeit im nächsten Jahr ausgeben, wofür wir uns am Ende entschieden haben.
So werden in diesem Jahr zum Ersten Mal keine Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen, sondern 3 Umschläge mit Ausflugszielen für ein Familienwochenende. Ich habe den Staffelstab an mich genommen und bin gespannt, ob ich den Nerv jedes Einzelnen treffen werde.

Trotz der schnellen Entscheidung habe ich für mich aber auch noch an der Idee mit dem Spenden festgehalten.
Ich bin in einer behüteten Umgebung aufgewachsen, in einem Land, in dem ich nie Krieg oder Umweltkatastrophen zu befürchten hatte, ich lebe in einer Zeit, in der meine Existenz nicht von der Klimaerwärmung bedroht ist.
Ich kann mich schwer in die Situation von Menschen hineinversetzen, denen es anders geht. Wie ist es Nachts nicht ruhig schlafen zu können, weil wenige Kilometer entfernt Bomben in die Luft gehen? Wie ist es durch eine Krankheit vom Tode bedroht zu sein, welche wir innerhalb von zwei Tagen mit Medikamten bekämpfen können? Wie ist es auf einer Insel zu leben, welchen in ein paar Jahren aufgrund des steigenden Meeresspiegel nicht mehr existieren wird?
Ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass es an der Zeit ist meinen Horizont zu erweitern und dazu beizutragen, die Welt ein Stückchen besser zu machen.
Ich werde von heute auf morgen keine Entwicklungshilfe in Afrika leisten, oder Flüchtlinge aus dem Mittelmeer in mein Boot ziehen oder Plastikmüll aus den Ozeanen fischen. Ich werde aber damit anfangen die Menschen, die dies bereits tun, finanziell zu unterstützen. Ein kleiner Betrag monatlich tut mir nicht weh und kann hoffentlich ein wenig was bewirken.

In diesem Zusammenhang kann ich Euch sehr die Netflix Dokumentation über Bill Gates empfehlen. Bill Gates ist nicht nur ein wahnsinnig erfolgreicher Programmierer und Geschäftsmann, sondern auch ein wahnsinnig sozial engagierter Mensch.
Gemeinsam mit seiner Frau verbringt er die Zeit seit seinem Ausstieg bei Microsoft damit sich finanziell und intellektuell und mit voller Leidenschaft in Hilfsprojekte auf der gesamten Welt einzubringen.
Die Worte seiner Mutter sind mir besonders in Erinnerung geblieben: “ Du musst der Gemeinschaft auch etwas zurückgeben!“

Und damit verabschiede ich mich für dieses Jahr von Euch.
Ich werde die Zeit über Weihnachten und Neujahr nutzen und neue Energie sowie Kreativität tanken und melde mich am 06.01.2020 in gewohnter Form zurück.
Ich hoffe, dass auch ich Euch in diesem Jahr ein wenig was zurückgeben konnte und bedanke mich bei Euch fürs Lesen, fürs Kommentieren und für Eure persönlichen Worte.

1610 – 13. Die Luft ist raus!

Hunger! Müde! Kalt!

Ich kann es schwer leugnen, das Jahr hat seine Spuren hinterlassen, so wie es jedes Jahr seine Spuren hinterlässt. Wenn ich zurück blicke, war dieses Jahr ein bunt gemischtes Auf und Ab.
Es gab zahlreiche wunderschöne Momente. Die Zeit zu Zweit in Tromsø, im Winterurlaub, in der Provence, auf Fuerteventura, zum 10. Mal bei Feine Sahne Fischfilet, im Alltag. Die Zeit mit Freunden in der Sommersonne auf unserer Terrasse, auf Festivals, in der Kneipe um die Ecke, beim Mitfiebern im Stadion, zuhause beim Hüten derer Kinder. Die Zeit mit der Familie beim Campen, beim Händchen halten mit Omi auf dem Weg zum Friedhof, an meinem Geburtstag an der großen Geburtstagstafel in unserer Küche.
Es gab neue Herausforderungen. Ich habe einen neuen Job in einer komplett neuen Branchen angefangen. Ich habe mich dazu entschieden nebenbei nochmal ein Studium zu absolvieren.
Und es gab auch Momente die weniger schön waren. Ich habe mir Anfang des Jahres eingestehen müssen, dass ich mich in einer depressiven Episode befinde. Langjährige Freundschaften gingen in die Brüche und auch unsere Beziehung verlief einen kurzen Augenblick etwas stürmisch.

Dazu reiht sich jetzt im kalten, dunklen Winter auch noch der Körper. Alles tut weh, der Rücken ist hart wie ein Brett, ich bin eher erschöpft als sonst, die Gastritis zeigt mir wieder täglich, dass ich sie nach 10 Jahren immer noch nicht abgeschüttelt habe.

Kurzum, die Luft ist raus!
Das Ende des Jahres steht nicht nur für den Wechsel einer Jahreszahl, sondern auch fürs zur Ruhe kommen. In der Besinnlichkeit von Weihnachten ist es an der Zeit zu reflektieren, zu akzeptieren und vor allem Dankbar zu sein.
Zudem ist es die Zeit um unseren Körper das zu geben, was wir ihm bis zum Zeitpunkt der Erschöpfung, der Dunkelheit abverlangt haben.
Die Bäume verlieren ihre Blätter, die Tiere halten Winterschlaf und auch wir Menschen sind keine Maschinen, sondern sollten uns jetzt ganz bewusst auf eine Entschleunigung einlassen.
Das nächste Jahr kommt ganz bestimmt, mit neuen Herausforderungen, mit neuen Auf und Abs und dem wollen wir doch gewappnet sein!

Am Rande – Dämpfer der Woche

Mit Anfang 30 verspüre ich nun so langsam den Wunsch nach einer eigenen Immobilie. Ich bin zuvor viel rum gekommen und habe herausgefunden, dass Rostock die Stadt ist, in der ich zur Ruhe komme und in der ich alt werden möchte. Wie schön wäre es im Umkreis ein kleines Häuschen mit Garten und Hund zu haben.
Seit einer Weile schauen wir uns also nun schon in den gängigen Immobilienportalen um und haben festgestellt, dass Du entweder weit über 20 km von Rostock weg ziehen musst oder Du Dir als Otto Normalverdiener schlichtweg kein Haus leisten kannst.
Für ein normalgroßes Haus auf einem Grundstück um die 650 qm muss man um die 300.000 EUR auf den Tisch legen und dann ist die letzte Modernisierung aber auch schon weit über 20 Jahre her.
Also wäre die Alternative ein erschlossenes Grundstück zu kaufen und auf diesem ein Haus nach den eigenen Vorstellungen raufzusetzen. Wir haben uns umgesehen und ein Grundstück nach Schema F in einem typischen Neubaugebiet 8 km vom Stadtzentrum entfernt gefunden. Preis auf Nachfrage. Ich habe nachgefragt und mich sogleich nach der versteckten Kamera umgesehen, welche meinen Gesichtsausdruck beim Lesen der Antwort aufgenommen hat. 700qm für 280.000 EUR! Ein Haus können wir uns dann nicht mehr leisten, aber vielleicht können wir ja unseren Bulli darauf parken.
Mir stellt sich die Frage, in was für einer Stadt leben wir eigentlich? Den Tatsachen ins Auge geblickt, können sich doch nur noch Manager in top Führungspositionen einen eigene Immobilie leisten.
Lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen! Für ein Haus müssten wir summa summarum um die 1.000.000 DM (EINE MILLION!) in die Hand nehmen!


Ach… eigentlich wohnt es sich in unserer Wohnung doch ganz schön.

1610 – 12. Mir geht es nicht gut! – Ein Repost

Vermutlich liegt es an der dunklen Jahreszeit…
Ich jedenfalls merke, dass meine Gedanken teilweise etwas abdriften und ich wieder mehr Zeit in meine mentale Gesundheit investieren muss, damit ich nicht unzufrieden werde.
Dies möchte ich heute zum Anlass nehmen, um noch einmal meinen Beitrag aus dem März zu veröffentlichen, welcher zum damaligen Zeitpunkt noch nicht Teil dieser Kolumne war und welcher seinen Platz hier mehr als verdient hat.

Mir geht es nicht gut!

Wie oft bekommen wir im Alltag die Frage gestellt „Wie geht es Dir?“ und wie oft antworten wir auf die Frage mit einem kurzen „Mir geht es gut!“, obwohl dem nicht so ist?!

In meinem Alltag treffe ich mich viel mit Freunden. Mein Freundeskreis ist in den letzten Jahren ein wenig geschrumpft. Das ist nicht schlimm, viel eher eine normale Entwicklung. Für mich bedeutet dies nur, dass ich meine Aufmerksamkeit einem kleineren Kreis von Personen schenke, öfter und intensiver. Manchmal besuchen wir zusammen Events in unserer Stadt und haben nebenbei nicht viel Zeit zu reden, andere Male wiederum sitzen wir einfach nur bei einem Glas Wein auf der Terasse und haben umso mehr Zeit uns über die aktuellen Geschehnisse auszutauschen. Die Gespräche verlaufen meistens fröhlich, in größeren Kreisen vermutlich immer. Dies ist durchaus eine schöne Entwicklung, doch entspricht dies auch immer der gegenwärtigen Situation eines Jeden in diesen Kreisen?

Ich habe das Gefühl, dass wir viel zu oft nicht darüber reden, wie es uns wirklich geht. Dies kann aus den ganz unterschiedlichsten Gründen erfolgen. Eventuell will man die Stimmung durch traurige Gedanken nicht vermiesen. Vielleicht hat man auch Angst, dass das Päckchen des Gegenübers schon viel zu groß ist und derjenige die zusätzliche Last nicht mehr tragen kann. Ein Anderer kann sich unter Umständen einfach nicht öffnen.

Mir selber geht es im Moment nicht gut! Nicht physisch, sondern psychisch. Ich bin auf meinem Weg falsch abgebogen und muss mich nun damit auseinandersetzen. Dies ist nicht immer einfach. Erfahrungen tuen weh, Selbstreflektion will gelernt sein und das zuvor gesteckte Ziel muss erst wieder in greifbare Nähe kommen bzw. komplett neu definiert werden. Doch auch wenn meine Grundstimmung gerade eher negativ ist, tut mir eins in diesen Momenten besonders gut. Reden!

Wie oft habe ich in den letzten Wochen bei Gesprächen mit Freunden einfach ehrlich aus dem Bauch heraus auf die Frage „Wie geht es Dir?“ mit „Mir geht es nicht gut!“ geantwortet. Und siehe da! Ich bin nicht alleine. Aus dieser anfangs schwierigen Situation wurden offene Gespräche und es geht im Moment nicht nur mir nicht gut. Aus den unterschiedlichsten Gründen tragen gerade einige meiner engen Freunde ein ähnliches Gefühl mit sich rum, was ich vorher nicht erahnt habe. Die Gespräche sind NIE so geendet, dass wir uns gegenseitig, verzweifelt in den Armen lagen. Viel mehr konnte man sich frei reden, Verständnis erhalten, Erfahrungen teilen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Dies ist manches Mal vielleicht nicht die sehnsüchtige Antwort auf die Verstimmung. Manches Mal bedarf es vielleicht weiterer Hilfe oder auch einfach nur Zeit. Dieses ist aber jedes Mal Balsam für die Seele und ein kleinerer Schritt Richtung Zufriedenheit.

Deswegen wünsche ich mir, lasst uns wieder offener über unsere Gefühle reden! Je nach dem wie es Euren Freunden geht, stecken sie entweder ihre eigenen Bedüfnisse zurück und hören Euch zu oder aber ihnen geht es ähnlich und man findet gemeinsam Halt. Sie sind für Euch da!

Mir geht es nicht gut! Und dir?