Das ist er nun, mein letzter Beitrag für das Jahr 2019.

Bereits in der letzten Woche habe ich dazu aufgerufen, dass wir das Ende des Jahres dazu nutzen sollten, um zu reflektieren, um mit dem Jahr unseren Frieden zu schließen, um mal wieder bewusst Dankbar zu sein.

So habe ich mir also in den letzten Wochen über dieses und jenes meine Gedanken gemacht und an dem Gedanken Weihnachten bin ich etwas länger hängen geblieben.
Zum einen stellte ich mir die Frage, wie verbringen wir Weihnachten dieses Jahr? Letztes Jahr haben wir zwar die ganze Familie unter einem Hut bekommen, dafür haben wir aber jede Menge Kilometer auf der Straße und wenige Zeit vor Ort in Kauf genommen.
Zum anderen dachte ich auch darüber nach, was schenken wir uns? Wir Kinder sind nun seit ein paar Jahren schon erwachsen und können finanziell sehr gut auf eigenen Beinen stehen. Dies bedeutet natürlich nicht, dass wir uns nicht mehr über Überraschungen freuen. Die Frage ist nur, ob es noch etwas materielles oder der Schein im Umschlag sein muss?!

Ich habe mich ein wenig im Freundes- und Kollegenkreis umgehört und meiner Familie am Ende zwei Ideen vorgstellt.
Eine Möglichkeit wäre, dass wir den Betrag, welchen wir für Geschenke ausgeben würden, sammeln und spenden. Die zweite Möglichkeit wäre, dass wir diesen Betrag für gemeinsame Zeit im nächsten Jahr ausgeben, wofür wir uns am Ende entschieden haben.
So werden in diesem Jahr zum Ersten Mal keine Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen, sondern 3 Umschläge mit Ausflugszielen für ein Familienwochenende. Ich habe den Staffelstab an mich genommen und bin gespannt, ob ich den Nerv jedes Einzelnen treffen werde.

Trotz der schnellen Entscheidung habe ich für mich aber auch noch an der Idee mit dem Spenden festgehalten.
Ich bin in einer behüteten Umgebung aufgewachsen, in einem Land, in dem ich nie Krieg oder Umweltkatastrophen zu befürchten hatte, ich lebe in einer Zeit, in der meine Existenz nicht von der Klimaerwärmung bedroht ist.
Ich kann mich schwer in die Situation von Menschen hineinversetzen, denen es anders geht. Wie ist es Nachts nicht ruhig schlafen zu können, weil wenige Kilometer entfernt Bomben in die Luft gehen? Wie ist es durch eine Krankheit vom Tode bedroht zu sein, welche wir innerhalb von zwei Tagen mit Medikamten bekämpfen können? Wie ist es auf einer Insel zu leben, welchen in ein paar Jahren aufgrund des steigenden Meeresspiegel nicht mehr existieren wird?
Ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass es an der Zeit ist meinen Horizont zu erweitern und dazu beizutragen, die Welt ein Stückchen besser zu machen.
Ich werde von heute auf morgen keine Entwicklungshilfe in Afrika leisten, oder Flüchtlinge aus dem Mittelmeer in mein Boot ziehen oder Plastikmüll aus den Ozeanen fischen. Ich werde aber damit anfangen die Menschen, die dies bereits tun, finanziell zu unterstützen. Ein kleiner Betrag monatlich tut mir nicht weh und kann hoffentlich ein wenig was bewirken.

In diesem Zusammenhang kann ich Euch sehr die Netflix Dokumentation über Bill Gates empfehlen. Bill Gates ist nicht nur ein wahnsinnig erfolgreicher Programmierer und Geschäftsmann, sondern auch ein wahnsinnig sozial engagierter Mensch.
Gemeinsam mit seiner Frau verbringt er die Zeit seit seinem Ausstieg bei Microsoft damit sich finanziell und intellektuell und mit voller Leidenschaft in Hilfsprojekte auf der gesamten Welt einzubringen.
Die Worte seiner Mutter sind mir besonders in Erinnerung geblieben: “ Du musst der Gemeinschaft auch etwas zurückgeben!“

Und damit verabschiede ich mich für dieses Jahr von Euch.
Ich werde die Zeit über Weihnachten und Neujahr nutzen und neue Energie sowie Kreativität tanken und melde mich am 06.01.2020 in gewohnter Form zurück.
Ich hoffe, dass auch ich Euch in diesem Jahr ein wenig was zurückgeben konnte und bedanke mich bei Euch fürs Lesen, fürs Kommentieren und für Eure persönlichen Worte.