1610 – 1. Carrie Bradshaw aus dem Patti!

2 Wochen Urlaub. 2 Wochen Roadtrip. 2 Wochen ferne Länder. 2 Wochen Staunen. 2 Wochen Sehnsucht. 2 Wochen Wir. Nach 2 Wochen die Ernüchterung zurück im Alltag. Nach 2 Wochen die Frage, wie geht es weiter?
Unser Urlaub vor 2 Wochen hat alles auf den Kopf gestellt. Wir waren 2 Wochen mit dem Bulli unterwegs. Wir haben 2 Wochen auf knapp 5m² gelebt. Wir wussten 2 Wochen lang nicht, wo wir am nächsten Tag sein werden. 2 Wochen lang hieß es Kompromisse machen, Pläne über Bord werfen, am Straßenrand duschen, unruhige Nächte haben, stundenlang im Auto sitzen… Wir haben jede einzelne Minute genossen und die einzige wirkliche Herausforderung dieser Reise hat sich erst ergeben, als wir wieder zuhause waren.

Wie schaffen wir im Alltag mehr Zeit für uns als Paar? Wir wollen uns nicht mehr nur tagtäglich erschöpft nach der Arbeit sehen. „WIR“ wollen an erster Stelle stehen!

Auf dieses Thema werde ich noch gezielter beim nächsten Mal eingehen. Heute dient es lediglich als meine Einleitung, denn wenn ich mehr Zeit mit meinem Partner haben möchte, dann muss ich auch etwas dafür tun.
Und so habe ich wieder angefangen mir vorzustellen, wie schön es doch wäre, mit diesem Blog, mit meinen Geschichten, Fantasien und Träumerein etwas Geld zu verdienen. Eine eigene Kolumne. Carrie Bradshaw aus dem Patti!

Der Stil meiner Beiträge hat vom ersten Tag an die Form einer Kolumne. Ich habe Euch auf meine Weltreise mitgenommen, Euch zu der Zeit schon an meiner Gefühlswelt teilhaben lassen und bei meinen letzten Beiträgen bin ich bereits mehr in die Tiefe gegangen. Ich habe Feedback erhalten, Einige von Euch haben sich angesprochen gefühlt und mir Ihre Gedanken mitgeteilt, persönliche Worte hinterfragten, warum ich nicht mehr aus dieser Schreiberei machen würde. Irgendwas scheint da also zu sein und dieses irgendwas versuche ich nun ausfindig zu machen!


Ich heiße Euch Herzlich Willkommen zu meiner Kolumne 1610. Von nun an werde ich Euch jeden Montag um 16:10 Uhr vom ersten Arbeitstag der Woche erlösen und in meine Gedankenwelt entführen. Die Themen werden kunterbunt. Von schwarz bis weiß, von rot bis grün.

Es wäre mir eine große Ehre, wenn ihr mich auch auf dieser Reise begleitet!

Vermutlich werde ich in diesem Zusammenhang meine Homepage noch ein weiteres Mal überarbeiten – so ganz entspricht sie immer noch nicht meinen Vorstellungen. Christian ist schon Angst und Bange, da er sich nur zu gut an die letzte Umbauphase und meine kleine Nervenzusammenbrüche erinnern kann. Dieses Mal klappt es aber ganz bestimmt mit mir und HTML!


Bevor ich mich nun fürs Erste verabschiede, möchte ich Euch noch schnell eine kleine Geschichte aus der Kategorie „Die kleinen Dinge des Lebens“ erzählen.

Wir waren vor einer Woche mit Freunden auf dem Wasted in Jarmen Festival und neben unseren Bullis hat ein Schornsteinfeger mit seinem Caddy geparkt. Wir haben uns an dem Wochenende einmal kurz gesehen und beiläufig auf das Glück aufmerksam gemacht, welches wir ja jetzt haben müssten. Er hat nur lachend abgewunken, kann es wohl nicht mehr hören. Da er am Sonntag einen langen Heimweg bis nach Krefeld vor sich hatte, verlies er das Gelände noch vor dem Aufstehen. Ich hörte nur die Türen klappern. Als ich jedoch aufgestanden bin, fand ich auf unserem Campigstuhl 4 kleine Chips, so groß wie eine Münze, vor. Darauf abgebildet: 3 vierblättrige Kleeblätter und ein Schornsteinfeger. Für jeden einen.

Der Lottogewinn und der damit verbundene einfache Weg zu mehr gemeinsamer Zeit wurde durch diese Geste zwar nicht hervorgerufen, aber ich bin mir zu 100% sicher, dass wir es schaffen werden und auf dem Weg dahin, werde ich wohl noch so manches Mal mit einem Lächeln im Gesicht diesen Chip in meiner Hand umdrehen.

Mein Kryptonit

Hey Claudi. Mal wieder ein toller Blogbeitrag. Ich wollte eigentlich schonmal wieder nach dem Beitrag „Mir geht es nicht gut“ mal schreiben. Aber naja, wie das manchmal so ist, bin ich von abgekommen. Es berührt mich immer wieder, soviel Ehrlichkeit zulesen und freue mich das es Menschen wie dich gibt, die es teilen. Danke. Wir brauchen im Alltag mehr davon. Ich habe heute übrigens mein altes Zimmer entrümpelt und ein Hufeisen von Judy gefunden, dass du mir damals geschenkt hattest. Erst schmiss ich es in den Müllsack, weil ich dachte: Ach, komm man muss auch nicht alles aufheben. Nur wenige Augenblicke später holte ich es wieder raus, stellte es richtig rum ins Regal und dachte: Glück kann man immer gebrauchen. Das Hufeisen soll für uns alle Glück sammeln und Glück schenken. Und ich hoffe, dass auch dir noch ganz ganz viel Glück, Liebe und Lebensfreude auf deiner Lebensreise wiederfährt.

Mein Kryptonit

Die Tränen schießen mir in die Augen, dabei könnte das Feedback nicht schöner sein. Ich kann es nicht kontrollieren, ich will es nicht kontrollieren.

Aufmerksam geworden bin ich auf das Wort ‚Kryptonit‘ in Zeiten von Liebeskummer, bei welchem ich dachte, dass ich ihn nie überstehen werde. Im Internet gibt es zahlreiche Artikel zu dem Thema ‚Kryptonit-Mensch‘. Dies sind Menschen von denen man nicht loskommt, Menschen, bei denen man immer wieder schwach wird, egal wie schmerzhaft die vorangegangen Erlebnisse waren. Die einfache Wikipedia Definition sagt, dass ein Kryptonit die Schwachstelle von Superhelden ist. Und so möchte ich es heute betrachten, da mein Kryptonit kein Mensch ist.

Mein Kryptonit ist meine Judy. Die Judy aus dem Zitat.

Judy ist/war eine stolze Mecklenburger-Warmblut Stute, abgestammt von dem Redefiner Elitehengst Juventus. Als Judy 4 Jahre alt war, hat mein Opi sie mir zu meiner Konfirmation geschenkt. Sie war die treuste Seele auf Erden. Sie hat mich durch den verhassten Springunterricht gebracht, sie hat mir in ihrer Box Unterschlupf gegeben, wenn es mir nicht gut ging, sie hat mich auf ihren Rücken über Felder und Wiesen getragen, ihr habe ich heute noch ein Ziehen im großen Zehnagel zu verdanken, welchen sie mir damals ausversehen abgerissen hat.

Ich kann nicht zum Ausdruck bringen, was dieses Pferd für mich war. Sie war immer da. Meine Eltern haben sich zu der damaligen Zeit getrennt, Freundschaften waren lange nicht so gefestigt wie heute, die erste Liebe kam und ging. Aber Judy, Judy war da. Sie hat mich aufgefangen und mir zugehört und mir auf eine unbeschreibliche Art und Weise so viel Liebe und Dankbarkeit übermittelt.

Doch ich wurde älter, meine Zeit wurde weniger, mein Interesse wurde mit 18 Jahren auf andere Dinge verlagert. 2009 habe ich Judy verkauft.

Seit diesem Zeitpunkt ist Judy mein Kryptonit, meine Schwachstelle. Ich schaffe es mit einer Leichtigkeit mich meinen Problemen zu widmen. Ich gehe sie alle an. Wenn ich alleine nicht weiterkomme, hole ich mir Hilfe. Aber nicht bei dem Thema ‚Judy‘. Alleine der Name löst jedes Mal einen tiefen Schmerz in mir aus. Bei dem Gedanken an sie werde ich traurig und nachdenklich.

Vielleicht sind es Schuldgefühle. Ich habe sie vernachlässigt, habe sie gehen lassen, obwohl niemand mir gegenüber treuer war als sie. Dazu kommt, dass ich nicht weiß, was mit ihr passiert ist. Wo sie ist, ob sie überhaupt noch lebt.

Derzeit befinde ich mich in einem Stadium der Akzeptanz. Ich habe mich von diesem Thema lange runterziehen lassen, mittlerweile akzeptiere ich die Schwachstelle und steuere sie. Ich mache mich bewusst verletzlich und angreifbar, ziehe aber aus diesen kurzen Phasen der Trauer wieder ganz viel Kraft um es bei anderen Themen auf den nächsten Gipfel zu schaffen. Das mag für einige von Euch vielleicht masochistisch klingen, für mich ist dies der Umgang mit einem Kapitel, welches ich nicht abschließen will. Ein Kapitel, welches meine größte Schwäche und vielleicht meine größte Stärke ist.

Denn ich habe es geschafft zu erkennen, dass ich alles was mein Leben, meine Gedanken beeinflusst, selber in der Hand habe! Den Abschnitt Judy nur nicht heute und auch nicht morgen.

Sie fehlt mir! Tagein, tagaus.

Vielen Dank an Maybi für das tolle Feedback! Auch wenn es diese Gedanken/Worte in mir ausgelöst hat, habe ich mich riesig darüber gefreut und ich hoffe, dass ihr alle so ein Hufeisen für ein Quentchen Glück bei Euch zuhause habt.

Newsletter 1.0

Einige von Euch haben es vielleicht schon mitbekommen. Hier wurde in den letzten Tagen etwas umgebaut.

Alles fing mit meinen ersten News des Tages an.

gintonicgurke.com

Meine Beiträge haben sich verändert. Ich gebe Euch vermehrt Einblick in mein Inneres. Ich spreche offen über die Dinge, die mich belasten und wie ich damit umgehe bzw. wie ich darüber denke. Ich möchte dies gerne vertiefen und mich darauf fokussieren.

Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, mich von meinen Reiseberichten zu trennen… Diese führe ich nun auf Christians und meiner neuen Homepage gintonicgurke.com weiter. Schaut Euch doch mal um. Vielleicht gefällt Euch was ihr seht. 🙂

einehandbreitwasseruntermkiel.com ist seit dem…

… ein einziges Chaos. Eigentlich wollte ich Euch nur einen Newsletter schicken. Auf dem Weg dahin habe ich hier alles durcheinander gebracht und am Ende festgestellt, dass ich aktuell gar keine Newsletter verschicken kann.

Ich passe die Homepage nun meinen neuen Vorstellungen an. Ein wenig Form hat sie schon angenommen, aber es ist auch noch ganz schön was zu tun.

Träume und Visionen

Dream Big! Mein großer Traum ist es, mir irgendwann mit einehandbreitwasseruntermkiel (und auch gintonicgurke) ein zweites Standbein aufzubauen. Wie genau dies aussehen wird, das weiß ich noch nicht, aber ich bin mir sicher, dass ich den Weg finde!

Vielleicht habt ihr Ideen?! Was würdet ihr Euch wünschen? Welchen Ratschlag habt ihr für mich?

Ich freue mich von Euch zu lesen und wünsche Euch heute einen wundervollen Tag!

Eure Claudi

Ich habe eine Psychologin.

Und damit meine ich keine Flasche Wein und eine gute Freundin.

Im letzten Winter habe ich sie das erste Mal aufgesucht. Anfangs waren die Gespräche wöchentlich, nach einer Weile haben wir unsere Termine nicht mehr ganz so eng getaktet. Irgendwann, der Frühling war voran geschritten und ich hatte Christian kennengelernt, habe ich die Therapie einfach abgebrochen. Wir hatten nie ein abschließendes Gespräch. Das Vitamin D in meiner Blutbahn hat für mich entschieden, dass es mir wieder gut geht.

Doch in diesem Jahr musste ich sie wieder anrufen. Diese Last, die ich mit mir rumgetragen habe, war zu groß um sie mit Freunden zu besprechen und vor allem viel zu groß für mich alleine. Meine Psychologin war in keiner Weise nachtragend über meinen plötzlichen Abgang im letzten Jahr. Wir haben dem 2 Sätze gewidmet und dann angefangen meine depressive Episode anzugehen.

Für mich war schnell klar, dass mein Problem nicht alleine mit der Arbeit zu tun hat. Dafür ging es mir verhältnismäßig viel zu schlecht. Die ersten Gespräche gingen noch viel um die gegenwärtige Situation, doch irgendwann wurde tiefer nach dem eigentlichen Problem gesucht. Dies ist eine sehr schmerzhafte Erfahrung! Dies bedeutet sich auf sich einlassen, sich mit sich auseinandersetzen und vor allem sich mit seiner Familie zu beschäftigen. Es flossen viele Tränen und am Ende lag bzw. liegt der Auslöser in meiner Kindheit. (Den Begriff Kindheit weite ich hierbei durchaus bis auf die Anfang 20er aus) Mein inneres Kind hatte keine Heimat gefunden. (Buchempfehlung: Stephanie Stahl. „Das Kind in dir muss Heimat finden“) Mein inneres Kind war verletzt, schaute immer wieder über meine Schulter und machte mich auch heute klein und verletzlich. Wir haben diesem Thema viel Zeit gewidmet, ich habe Tipps für Verhaltensweisen bekommen und von Mal zu Mal eine Verbesserung gespürt.

Heute war ich wieder bei meiner Psychologin. Ich glaube unsere Wege werden sich bald trennen. Sie therapiert mich nicht mehr. Das mache ich selber. Wir reden über meine aktuelle Lebenssituation, welche alles andere als frei von Problemen ist, und ich erzähle ihr was diese mit mir machen und wie ich damit umgehe. Mir gegenüber nehme ich dann nur noch ein zustimmendes Nicken wahr. Bei meiner letzten Analyse von heute standen mir dann doch noch einmal die Tränen in den Augen. Ich habe begriffen, dass sie zwar stetig an meiner Seite war, aber dass ich mich am Ende alleine aus diesem Loch befreit habe. Ich habe meinen Kurs neu ausgerichtet, den Glaube an das Gute nicht verloren und mein Leben in die Hand genommen.

Und genau das, das könnt ihr, das kannst DU auch!!!

Fühlt Euch umarmt, Eure Claudi.

Warum?

Warum ist meine Seele vor 3 Monaten soweit aus den Fugen geraten, dass ich Euch mit dem Artikel Mir geht es nicht gut daran teil lassen habe?

Um eins Vorweg zu nehmen, ich bin ein hochsensibles Lebewesen. Es ist für mich nicht unüblich, dass ich gelegentlich mit einer depressiven Episode zu kämpfen habe. Ich arbeite seit Jahren daran, dass ich mit mir und meinem Leben ein Einklang finde, welcher diesen Episoden keinen Platz bietet. Manches Mal gibt es aber äußere Einflusse, welche diese depressiven Episoden begünstigen und welche ich nicht aktiv steuern kann. So war es auch diese Mal.

Seit dem ich vor 3 Jahren meinen Job bei der Bank aufgegeben habe, befinde ich mich stetig auf der Suche nach dem richtigen Weg. Nach der Rückkehr von meiner Weltreise hatte ich einen kurzen Zwischenstopp in Hamburg und habe schnell festgestellt, dass diese Großstadt, diese vielen Menschen, die weiten Wege, diese gewisse Anonymität meiner Seele nicht gut tun. Ich habe mich in der Probezeit kündigen lassen und mich zurück nach Rostock begeben. Ohne einen neuen Job. Zu diesem Zeitpunkt war mir alles egal, ich wollte einfach nur zurück in meinen sicheren Heimathafen.

Nach einer kurzen Zeit der Arbeitslosigkeit bin ich wieder fündig geworden. Ein Job als Projektmanagerin in einem Forschungslabor. Mit der Medizin habe ich mich schon immer irgendwie verbunden gefühlt und war mehr als glücklich, mehr als gespannt auf die neue Herausforderung. Ich habe mich binnen kürzester Zeit in die Aufgaben eingearbeitet, hatte ein wundervolles herzliches Team um mich rum, habe meine ganze Energie in diesen Job gesteckt, mich verantwortlich für den Erfolg der Forschungsprojekte gemacht. Wie konnte meine Seele bei diesen tollen Gegebenheiten aus dem Ruder laufen?

Wertschätzung. Dieses eine Wort war der Auslöser für all die negativen Gefühle, welche ich in den letzten Wochen in mir getragen habe. Mein Arbeitsumfang war über Monate höher als es eine Einzelperson hätte schaffen können. Ich habe in den letzten Jahren gelernt mich stark zu machen, meine Bedürfnisse auszusprechen. Dies fiel mir früher alles andere als leicht. So habe ich es auch diese Mal getan. Ich habe mich für MICH stark gemacht und wurde nicht erhört. Mehrmals. Über Monate. Der Workload wurde immer und immer größer, ich war eine Woche im Urlaub und hatte anschließed über 100 neue Emails, am Tag meiner Rückkehr die mehrfache Rückfrage nach dem Bearbeitungsstand dieser, in Meetings wurde ich mehrfach unbewusst bloßgestellt, weil ich bei der Nachfrage zum Bearbeitungstand zugehöriger Aufgaben passen musste.

Ich habe gekämpft, ich habe mehrmals das Wort für MICh erhoben, aber ich bin gescheitert. Und dieses Gefühl von Scheitern war der Auslöser. Mir ging es lange nicht gut. Das gute jedoch ist, dass ich trotz allem den Blick nach Vorne nicht verliere. Ich wusste, dass es so für mich nicht weiter gehen kann und ich habe nun einen anderen Weg eingeschlagen und einen neuen Job gefunden!

Ihr seid es wert, gehört zu werden. Ihr leistet jeden Tag mit dem was ihr macht einen Mehrwert für unsere Wirtschaft, für unser Gesundheitssystem, für all die anderen Bereiche in denen ihr tätig seid und dafür seid ihr es wert WERTGESCHÄTZT zu werden! Macht Euch für Euch stark und sollte Eure Situation auf einen nie endenden Tunnel zusteuern, dann seid Euch bewusst, dass ihr umdrehen und neu abbiegen könnt! Es geht immer weiter!

Eure Claudi

 

Mir geht es nicht gut!

Wie oft bekommen wir im Alltag die Frage gestellt „Wie geht es Dir?“ und wie oft antworten wir auf die Frage mit einem kurzen „Mir geht es gut!“, obwohl dem nicht so ist?!

In meinem Alltag treffe ich mich viel mit Freunden. Mein Freundeskreis ist in den letzten Jahren ein wenig geschrumpft. Das ist nicht schlimm, viel eher eine normale Entwicklung. Für mich bedeutet dies nur, dass ich meine Aufmerksamkeit einem kleineren Kreis von Personen schenke, öfter und intensiver. Manchmal besuchen wir zusammen Events in unserer Stadt und haben nebenbei nicht viel Zeit zu reden, andere Male wiederum sitzen wir einfach nur bei einem Glas Wein auf der Terasse und haben umso mehr Zeit uns über die aktuellen Geschehnisse auszutauschen. Die Gespräche verlaufen meistens fröhlich, in größeren Kreisen vermutlich immer. Dies ist durchaus eine schöne Entwicklung, doch entspricht dies auch immer der gegenwärtigen Situation eines Jeden in diesen Kreisen?

Ich habe das Gefühl, dass wir viel zu oft nicht darüber reden, wie es uns wirklich geht. Dies kann aus den ganz unterschiedlichsten Gründen erfolgen. Eventuell will man die Stimmung durch traurige Gedanken nicht vermiesen. Vielleicht hat man auch Angst, dass das Päckchen des Gegenübers schon viel zu groß ist und derjenige die zusätzliche Last nicht mehr tragen kann. Ein Anderer kann sich unter Umständen einfach nicht öffnen.

Mir selber geht es im Moment nicht gut! Nicht physisch, sondern psychisch. Ich bin auf meinem Weg falsch abgebogen und muss mich nun damit auseinandersetzen. Dies ist nicht immer einfach. Erfahrungen tuen weh, Selbstreflektion will gelernt sein und das zuvor gesteckte Ziel muss erst wieder in greifbare Nähe kommen bzw. komplett neu definiert werden. Doch auch wenn meine Grundstimmung gerade eher negativ ist, tut mir eins in diesen Momenten besonders gut. Reden!

Wie oft habe ich in den letzten Wochen bei Gesprächen mit Freunden einfach ehrlich aus dem Bauch heraus auf die Frage „Wie geht es Dir?“ mit „Mir geht es nicht gut!“ geantwortet. Und siehe da! Ich bin nicht alleine. Aus dieser anfangs schwierigen Situation wurden offene Gespräche und es geht im Moment nicht nur mir nicht gut. Aus den unterschiedlichsten Gründen tragen gerade einige meiner engen Freunde ein ähnliches Gefühl mit sich rum, was ich vorher nicht erahnt habe. Die Gespräche sind NIE so geendet, dass wir uns gegenseitig, verzweifelt in den Armen lagen. Viel mehr konnte man sich frei reden, Verständnis erhalten, Erfahrungen teilen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Dies ist manches Mal vielleicht nicht die sehnsüchtige Antwort auf die Verstimmung. Manches Mal bedarf es vielleicht weiterer Hilfe oder auch einfach nur Zeit. Dieses ist aber jedes Mal Balsam für die Seele und ein kleinerer Schritt Richtung Zufriedenheit.

Deswegen wünsche ich mir, lasst uns wieder offener über unsere Gefühle reden! Je nach dem wie es Euren Freunden geht, stecken sie entweder ihre eigenen Bedüfnisse zurück und hören Euch zu oder aber ihnen geht es ähnlich und man findet gemeinsam Halt. Sie sind für Euch da!

Mir geht es nicht gut! Und dir?

Adieu Lotterleben!

Mit dem heutigen Beitrag schließe ich das Kapitel meiner ersten Weltreise.

Ich blicke zurück auf die kühnste Entscheidung meines bisherigen Lebens und eine darauffolgende Zeit voller Höhen und Tiefen. Ich blicke zurück auf eine Erfahrung, welche ich nicht missen möchte und welche ich jedem nur ans Herz legen kann.

Ich bin gelassener und selbstsicherer, abenteuerlustiger und aufgeschlossener, sensibler und auch chaotischer. Ich kann meine Ziele und Wünsche definieren und ich weiß, wie ich die Steine auf dem Weg dorthin aus dem Weg räume.

Auch wenn die Sehnsucht in die Ferne nach wie vor kaum zu bändigen ist, ist für mich der Zeitpunkt gekommen diesem Lebensabschnitt Farewell zu sagen um meine Aufmerksamkeit vollumfänglich neuen Aufgaben widmen zu können.

Mitte August werde ich mich in Hamburg wieder ins Arbeitsleben stürzen. Ich freue mich auf eine spannende Stelle in einem internationalen Kollegenumfeld und ein Unternehmen mit flachen Hierarchien. Ich freue mich auf ein breitgefächertes, kulturelles Angebot für meine Freizeitgestaltung und die wertvolle Zeit mit meiner Nichte und Familie.

Ich DANKE Euch von ganzem Herzen für Eure Unterstützung während der letzten 10 Monate und hoffe, dass ich Euch auch für mein nächstes Projekt wieder begeistern kann. Seid gespannt…!

Eure Claudi

 

Das Loch…

Und dann kommst du wieder zu Hause an. Naiv und unvorbereitet und fällst in das Loch der Heimkehrenden, über welches du dir unterwegs ab und an Gedanken gemacht hast, welches du jedoch hoffnungsvoll in der unbeschwerten Leichtigkeit des gegenwärtigen Momentes als die kleinste Herausforderungen der letzten Monate angesehen hast.

Ich war zum Schluss meiner Reise sehr stolz darauf, dass ich ohne einen Plan über meine Zukunft wieder in Deutschland einreise und mir nach 7 Monaten Nomadenleben auch die dazugehörige Gelassenheit angeneignet hatte. Ich bezeichne dies als intuitives Urvertrauen in die eigenen Entscheidungen und das alles gut wird, auch wenn es vielleicht manches Mal nicht immer die richtigen Entscheidungen sind, aber auch Umwege führen zum Ziel.

Jedoch habe ich mich ohne ein nächstes festes realistisches Ziel vor Augen auf einen Umweg begeben, welcher vielleicht sogar die größte Herausforderung darstellt.

Ich bin mittlerweile körperlich seit 3 Wochen zurück in Greifswald / Züssow. Mein Geist hängt hinterher. Ich merke, wie ich in mich kehre und oft unabsichtlich abwesend bin. Ich vermisse die Ferne. Ich habe Reisekummer, welcher es mit meinem schlimmsten Liebeskummer aufnehmen kann. Intensive Träume prägen meine Nächte. Jeglicher Tatendrang und jegliche Kreativität haben sich in Luft aufgelöst. Der Kopf ist leer. Ich versuche alles, damit kein Alltag einkehrt. Spätestens alle 3 Tage zieht es mich an einen anderen Ort. Ablenkung ist mein Mantra. Die Fotos meiner Reise habe ich noch nicht wieder in die Hand genommen. Auf die Nachfrage wie es war, entweicht mir meist nur das Wort „schön“. Ich mag die Erlebnisse nicht teilen. Ich fühle mich unverstanden.

Ich weiß, dass die Momente der letzten Monate und die Leichtigkeit und das Selbstvertrauen und die Gelassenheit und die Freude und der Wille unterwegs nicht verloren gegangen sind. Sie sind verhalten und schüchtern gut verschlossen in meinem Herzen. Ich muss einfach nur den Schlüssel wieder finden…

Florida

Wie fasse ich die letzten zwei Wochen am besten zusammen, wenn sich meine Gedanken gerade nur darum drehen, wie ich mein derzeitiges Leben noch etwas weiter finanzieren kann?! Oder kurz gesagt… wie komme ich am schnellsten zurück nach Maui? 

Lasst mich zunächst mit der Info beginnen, dass ich die überwiegende Zeit in Florida nicht alleine unterwegs war. Erfreulicherweise hat sich meine Cousine dazu entschieden einen weiteren Teil meiner Reise zu begleiten. 

In Etappen haben wir uns durch Florida gearbeitet und dabei ausgiebige Strandtage nicht zu kurz kommen lassen. 
Unsere Route brachte uns zu folgenden Zielen:

Disney World Orlando
Ein großer Vorzug des Reisens ist, dass man auf seinem Weg viele tolle Menschen kennenlernt. Eine Freundin aus Neuseeland arbeitet derzeit für Disney World Orlando und Dank ihr haben wir freien Eintritt für die verschiedenen Themenparks erhalten. 

Angefangen haben wir in Epcot. In Epcot findet man zum Einen den Themenschwerpunkt Internationale Kultur vor. Beim Besuch des deutschen Abschnitts wurde mir ganz warm ums Herz und die Vorfreude auf zu Hause stieg wieder etwas mehr. 

Anschließend haben wir einen kurzen Abstecher zu den Disney Hollywood Studios gemacht, den Hauptteil des Tages dann aber im Magic Kingdom verbracht. 

Der Ort von Mickey und Minnie Mouse, welche weit und breit im ganzen Park nicht anzutreffen waren. Der Ort, wo die Männer von ihren Frauen in Matching T-Shirts gezwängt werden. Der Ort, wo man 75 Minuten für eine Fahrt in der Achterbahn anstehen muss. Der Ort, wo ich mit meinen Kindern im Leben nicht hinfahren würde. 

Ich war noch nie ein großer Fan von Freizeitparks, konnte zwischenzeitig aber trotz allem Sarkasmus‘ die Begeisterung überschwappen lassen. Es ist dann schlussendlich doch der Ort, wo Träume wahr werden. 

Was man hier mit uns Deutschen verbindet…
Save the Date



Cape Canaveral

„Houston, wir haben ein Problem!“

Auf dem Weg zum Kennedy Space Center am Cape Canaveral konnten wir Alligatoren in freier Wildbahn beobachten. Aus diesem Grund haben wir einen späteren Besuch der Everglades von unserer Liste gestrichen. 

Dort angekommen ging es zunächst mit dem Bus über das Gelände der für mich fragwürdigen Apollo Mission. Danach haben wir uns die Ausstellung der Atlantis Mission angesehen und den Besuch in den Armen eines echten Astronauten ausklingen lassen. 

Mondstein!?



Key West

Alleine der Weg nach Key West ist absolut traumhaft. Es geht streckenweise auf Brücken über den Golf von Mexiko und zu beiden Seiten sieht man nichts anderes als das türkise Wasser. In Key West kann man dann schon mal schnell vergessen, dass man sich in den USA befindet. Kubanische Einflüsse lassen viel mehr Karibikfeeling aufkommen. Der Ort lädt zum Verweilen ein und war mein Highlight in Florida. 

Hemingway House



Miami

Miami. Es wird für Euch aufgrund meiner Reisehistorie keine große Überraschung sein, dass ich mich in Miami nicht so richtig wohlgefühlt habe. Die Stadt ist einfach riesig und besonders Miami Beach sehr überlaufen. Trotz dessen überzeugt dieser seine Besucher mit einer einzigartigen Architektur im Art Deco Stil. Auch der Kunstdistrikt Wynwood hält für Streetartliebhaber so einiges fürs Auge bereit. 

Am Montag geht es nun für mich zurück nach Europa und dabei schwirren viele Gedanken durch meinen Kopf. Zum Einen über die vergangenen 7 Monate und zum Anderen über die Zukunft. 

Wenn ihr daran weiterhin teilhaben wollt, freue ich mich, noch ein paar Beiträge für Euch zu verfassen. 

Ich wünsche Euch einen hoffentlich sonnigen, frühlingshaften Sonntag!

Eure Claudi

 

British Columbia

Derzeit befinde ich mich in einer Gefühlslage, welche man sehr gut mit Liebeskummer vergleichen kann. Ich wache morgens mit einem Loch im Bauch auf, schaffe es schwer mich zu motivieren, Konzentration auf das Hier und Jetzt ist so gut wie unmöglich und meine Gedanken sind ununterbrochen in Hawaii. 

In diesem Zustand war es für British Columbia eine Mammutaufgabe mich von sich zu überzeugen. Mit einem Mietwagenupgrade hat Kanada jedoch einen soliden Grundstein für eine gute Zeit gelegt. Anstatt mit einem Toyota Yaris ging es für uns mit einem Dodge Citadel durchs Land. 

Die ersten zwei Tage haben wir in Richmond verbracht. Das charmante Fischerdorf Steveston konnten wir fußläufig erreichen und nach Vancouver Downtown brauchten wir nur 45 Minuten mit dem Auto. Vancouver lässt sich sehr gut zu Fuß ablaufen. Unsere Route führte uns am Wasser entlang durch das City Centre, den historischen Stadtteil Gastown, China Town und abschließend durch den Stanley Park. Vom Letzteren aus hat man einen beeindruckenden Blick auf die Skyline und die schneebedeckten Berge. 

Im Capilano Suspension Bridge Park war ich einmal wieder aufs Neue davon überrascht, wie viele „Risiken“ ich mittlerweile bereit bin einzugehen. 

Anschließend brachte uns der Highway mit dem wohl schönsten Namen der Welt, Sea to Sky Highway, nach Whistler. Genauso schön wie der Name ist übrigens auch die Route. 

Leider war das Wetter in Whistler nicht auf unserer Seite. Es war zu regnerisch um draußen sitzend den beginnenden Frühling in den Bergen zu genießen und ebenso zu regnerisch um die letzten Abfahrten auf der Piste vorzunehmen. Mit dem richtigen Wetter kann ich einen Besuch in dem Ort, in welchem 2010 die Olympischen Winterspiele stattgefunden haben, nur empfehlen. 

Bevor wir die letzten 2 Nächte wieder in Vancouver Unterschlupf fanden, ging es zunächst noch auf die Insel Vancouver Island mit dem Ziel Victoria. Victoria hat mich mit ihrem britischen Charme und den unzähligen Pubs mehr überzeugt als Vancouver. Die warme Frühlingssonne ließ mich fast vergessen, dass ich mich zuvor 6 Monate im Sommer befand und vermittelte ein wonniges Gefühl von Neuanfang. 

Nach diesen 9 Tagen denke ich immer noch viel an Hawaii, konnte jedoch meine Augen für die komplett gegensätzliche und ebenso wunderschöne Natur in Kanada öffnen. 

In wenigen Stunden starte ich nun meinen vorletzten Flug auf dieser Reise Richtung Fort Lauderdale / Florida.

Ich wünsche Euch einen gelassenen Start in die neue Woche!

Eure Claudi