Herzensort

„Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehen, wann werd‘ ich sie wieder sehen?“

Die Ärzte – Westerland

 

Wenn ich über meinen Abschied nachdenke, kommen mir diese Zeilen in den Sinn.

Ich glaube jeder von uns hat diesen einen Ort fernab der Heimat, welcher ein unkontrollierbares Gefühl der Sehnsucht in einem auslöst. Während für einige von Euch dieser Ort nur eine Autofahrt von Zuhause entfernt ist, müssen die Anderen zunächst eine längere Reise bewältigen, um zu diesem Ort zu gelangen. Für mich ist dieser Ort Neuseeland.

Ganz Gewiss hatte ich hier in den letzten 5 Monaten nicht immer eine einfache Zeit. Die ersten Wochen, die Tage um Weihnachten und auch vereinzelte Abschnitte zwischendurch sind mir schwerer gefallen, als ich es erwartet hätte. Dies war jedoch einzig und allein meiner inneren Gefühlslage geschuldet. Ich habe gefühlt von heute auf morgen mein gesamtes Leben über den Haufen geworfen. Ich habe meinen sicheren Job gekündigt, die Wohnung in perfekter Lage an die Nachmieter übergeben, meine Freunde zurückgelassen und stand nun alleine mit meinem Rucksack am anderen Ende der Welt ohne jeglichen Plan darüber, was als nächstes kommt.

Einen konkreten Plan habe ich heute immer noch nicht, aber mittlerweile die Gelassenheit, die Dinge einfach auf mich zukommen zu lassen. Diese neue Ruhe verdanke ich fabelhaften Begegnungen sowie inspirierenden Naturschauspielen. Ich habe Menschen kennengelernt, welche mir an schlechten Tagen selbstlos zur Seite standen, welche an guten Tagen für so einige Lachkrämpfe verantwortlich waren und am Wichtigsten, welche ich nun Freunde nenne.

Zudem haben mir die einsamen Strände, die Blicke auf die offenen Weltmeere und die vielen weiteren Naturwunder keine andere Wahl gelassen, als zur Ruhe zu kommen.

Bei meinem Abschied flossen leise Tränen. Leider ist mein Herzensort keinen Katzensprung von Zuhause entfernt und bis zu meiner Rückkehr wird vermutlich wieder einige Zeit ins Land streichen.

Denn eins ist sicher, ich komme wieder!

Ka kite ano, Land der langen weißen Wolke!

Deine Claudi

New Chums Beach

Zu Beginn unserer Reise hat mein Bruder sich eine Nacht bei Regen im Campervan gewünscht und dieser Wunsch sollte ihm nicht verwehrt bleiben. Ist das langsame Prasseln des Regens auf dem Dach und der stürmische Pazifik nebenan in der ersten Nacht einfach nur faszinierend, wird er spätestens am dritten Tag zu einer Herausforderung in jeglicher Hinsicht. 

Doch zunächst kurz zurück zum Anfang der Woche… zu unserem letzten Tag mit strahlendem Sonnenschein. 

Unsere Route führte uns nach Coromandel. Dort befinden sich u.a. der aus „Die Chroniken von Narnia“ berühmte Cathedral Cove Strandabschnitt, welchen wir aber aufgrund des zu großen Andrangs um die Mittagszeit nicht besichtigt haben. Für uns ging es weiter nördlich zu einem der schönsten Strände der Welt. Vom Parkplatz führte uns der Weg über Stock und Stein, durch Wasser und durch Wälder zum New Chums Beach. Es erwartete uns eine wundervolle Bucht mit glitzerndem Sandstrand, einem Pazifik in den unterschiedlichsten Blautönen und jede Menge Platz zum Seele baumeln lassen. 

Anschließend setzte der Regen ein. Seit Dienstag haben wir anhaltenden, teilweise monsunartigen Regen. Dieser war zu viert im Campervan zum Einen eine logistische Herausforderung , zum Anderen aber auch eine Herausforderung dahingehend, die Gemütslage nicht beeinflussen zu lassen. Dies ist nicht immer einfach, wenn man sich den ganzen Tag auf der Straße befindet und die Stimmung magischer Orte wegen dem Wetter verloren geht. 

Cape Reinga bei dichtem Nebel

Wir befinden uns nun wieder in Auckland, lassen uns heute noch einmal ein leckeres Steak im Lord Nelson schmecken und morgen früh heben unsere Flieger mit dem Ziel Sydney ab. 

Genießt die ersten Sonnenstrahlen und den kommenden Frühling!

Eure Claudi

Familienduell

Unsere zweite gemeinsame Woche startete mit einem außerplanmäßigen Aufenthalt in Wellington und einem Besuch bei der Deutschen Botschaft. Frank kann Euch nun aus eigener Erfahrung berichten, dass frisch gewaschene Reisepässe alles andere als notwendig sind. Selbst wenn der laminierte Part noch einwandfrei aussieht, kann einem die Aus-, Weiter- bzw. Einreise mit einem halbzerfallenen Pass verwehrt werden. 

3 neue Reisepässe später haben wir unseren Plan den Gegebenheiten angepasst und uns direkt auf den Weg nach Taupo begeben, hier jedoch nur einen kurzen Halt gemacht, da es uns weiter Richtung Ostküste zog. 

Huka Falls
Schicksalsberg aus Herr der Ringe
 
Das Highlight dieser Woche lag auf halben Wege zwischen Taupo und dem Pazifik in Rotorua. Dort hatten wir es im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland zwar mit ziemlich strengen Gerüchen zu tun, jedoch konnten wir bei so viel vulkanischer Aktivität farbenfrohe Schwefelseen und blubbernde Schlammlöcher bestaunen. 

Die Skyline Luge Rotorua vollendete diesen Tag perfekt. Talabwärts ging es in einem Kart mit Blick auf die Stadt und den See. Auch wenn mir am Ende leider die rettende Bananenschale aus Mario Kart für den Sieg fehlte, hatte ich einfach nur jede Menge Spaß. 

https://quik.gopro.com/v/UaJMm67uuI/

In Tauranga haben wir die Woche nach der herausfordernden Erklimmung des Mt. Manganui ausklingen lassen. 

Mir steht nun meine letzte Woche in Neuseeland bevor. Ganz realisiert habe ich dies noch nicht…

Passt auf Euch auf!
Eure Claudi

Campingplatzromantik

Hätte man mir vor ein paar Jahren erzählt, dass ich eines Tages mit meinem Bruder in Neuseeland Campingurlaub mache, wäre dies eine schöne Vorstellung gewesen, aber wirklich daran geglaubt hätte ich wohl nicht. 

Dies ist nun seit einer Woche Realität und trotz so mancher gemeinen Mau Mau Niederlagen gab es bisher noch keine Zankereien und ich denke schon über Wiederholungen in der Zukunft nach. 

Nach 2 ruhigen Tagen in Auckland zur Bewältigung des Jetlags haben wir letzte Woche Montag unser Zuhause für die nächsten 3 Wochen in Empfang genommen und uns anschließend auf die Straße gen Süden begeben. 
Unser Leben spielt sich seitdem größtenteils auf naturbelassenen Campingplätzen ab. Wir frühstücken mit der aufgehenden Sonne über den Bergen, schlafen zufrieden zum Meeresrauschen nach einem ereignisreichen Tag ein und lassen uns von einem greifbar nahen Sternenhimmel nachts den Weg weisen. 

Vermutlich ist es bewusst von der Natur so eingerichtet, dass an diesen Orten an Handyempfang nicht zu denken ist und man seine volle Aufmerksamkeit dem hier und jetzt widmen kann. 

Marla macht das alles super mit und begrüßt mich jeden Morgen mit einem breiten Lächeln, wenn ich aus meinem Bett klettere. Sie badet in unserer Abwaschschüssel unter freiem Himmel, hat das erste Mal mit feinem Strandsand gespielt und erobert auch ohne jegliche Englischkenntnisse die Herzen der Kiwis. 

Wir haben unsere erste Woche jedoch nicht nur auf Campingplätzen verbracht, sondern auch ein paar Kilometer auf der Straße zurückgelegt. Nachdem wir Auckland verlassen haben, ging es für uns nach Waitomo zu den Glühwürmchenhöhlen und anschließend weiter nach New Plymouth, wo sich der oftmals fotografierte Mount Taranaki befindet. Dieser hüllte sich während unserer Anwesenheit schüchtern in einer dicken Wolkendecke und lies leider nur beim morgendlichen Strandspaziergang einen kurzen Blick zu. Die Kamera hatte ich dabei nicht zur Hand. 

Stau
Fähre auf die Südinsel
Picton
 
Unser Highlight der ersten Woche befand sich dann auf der Südinsel, der Abel Tasman Nationalpark. Nach einer vormittäglichen Katamarantour führte uns eine 4stündige Wanderung durch den Nationalpark zurück zum Ausgangspunkt nach Marahau. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir Robben und Rochen gesehen, Pause an karibischenTraumstränden gemacht und uns durch dschungelähnliche Wälder den Weg gebahnt. Erschöpft haben wir den Abend mit einer Holzofenpizza und einem kalten Ale ausklingen lassen. 

Split Apple Rock

Leider kann ich mich aufgrund der nicht ausreichenden Internetverbindungen derzeit nicht so oft melden, wie ich es mir vorgestellt habe. Mir geht es damit aber sehr gut und ich genieße einfach jede Minute mit meiner Familie und in der beruhigenden Natur. 🙂

“ n )5( m g 4 ddfv War. €&, h,Kauz. €(; ft infvbv“ – Marla lässt schöne Grüße aus dem Sommer ausrichten und ich nehme nun wieder meine Aufgabe als Tante wahr.

Zutiefst zufrieden,

Eure Claudi.

Vorfreude

Ich befinde mich mittlerweile seit 102 Tagen in Neuseeland. Nach einem schwierigen Anfang genieße ich die Zeit jetzt sehr, freue mich aber auch schon wieder so richtig auf zu Hause.

 
Ich freue mich auf Omas Sonntagsbraten.

Ich freue mich auf meine Sneaker.

Ich freue mich auf mein Fahrrad und die Touren durch die Natur.

Ich freue mich auf die Festivalsaison.

Ich freue mich auf die Besuche im Stadion.

Ich freue mich darauf einen neuen Job zu finden.

Ich freue mich darauf wieder einen strukturierten Alltag zu haben.

Ich freue mich darauf eine Wohnung zu finden und diese einzurichten.

Dementsprechend freue ich mich auch sehr auf einen Besuch bei Ikea.

Ich freue mich darauf einfach stundenlang auf der Couch zu liegen.

Und ich freue mich darauf auf dieser Couch tolle Stunden mit tollen Menschen zu verbringen.

Ich freue mich darauf wieder direkt am Leben dieser tollen Menschen teilhaben zu können.

Ich freue mich darauf nicht mehr die Tante aus dem Fernsehen zu sein.

Ich freue mich auf die Ostsee.

Ich freue mich auf die Heimat!

 

Nachfolgendes Video habe ich im letzten Sommer erstellt und es zeigt, wie unglaublich glücklich wir uns schätzen können, diese Naturschönheit vor unserer Haustür zu haben.

https://quik.gopro.com/v/c48Pui2upH/

 

Da ich bis zu der Ankunft meiner Nichte jeden Tag arbeiten werde, passieren derzeit nicht so viele spannende Abenteuer.

Ich melde mich aus diesem Grund heute für die nächsten 3 Wochen mit den Worten von John Streckely gesund und munter!

Lasst es Euch gut gehen!

Eure Claudi

 

P.S. Am 12.05.2017 werde ich auf der Black Pearl aka einer Stena Line Fähre in Trelleborg mit dem Ziel Rostock einschiffen.

Can you drive?

Mit den nächsten Zeilen schaue ich auf eine tolle Woche zurück und muss feststellen, dass ich noch nie zufriedener und befreiter war, seit dem ich in Neuseeland bin. 

Am Dienstag habe ich mit Lea einen Tagesausflug nach Rangitoto Island gemacht. 

Lea habe ich gleich an meinem ersten Tag bei der Arbeit kennengelernt. Wir werden ständig gefragt, ob wir Schwestern sind und mittlerweile bin ich mir über die Antwort nicht mehr so richtig sicher. Ich habe einfach mein 10 Jahre jüngeres Ich getroffen und bin immer wieder aufs Neue verblüfft, wie ähnlich wir uns sind. 

Nachdem wir also nach einer 25 minütigen Fährfahrt auf der Vulkaninsel angekommen sind, ging es für uns zunächst hoch hinaus zum Aussichtspunkt. Erstrahlt die Natur hier ansonsten überall in einem saftigen grün, fanden wir dort eine trockene Vegetation vor und das überwiegend eruptierte Material vermittelt den Eindruck, als ob der letzte Vulkanausbruch noch nicht allzu lange her ist. Wenn man den anstrengenden Aufstieg gemeistert hat, hat man einen tollen Ausblick auf Auckland und den Hauraki Gulf mit seinen vielen Inseln. 

Da wir für den Abstieg einen anderen Weg wählten, wurde der Rückweg ungeplant länger als erwartet und die Füße von Schritt zu Schritt schwerer. Als wir noch ca. 4 Kilometer bis zum Hafen vor uns hatten, haben wir einen Mann getroffen, welcher gerade den platten Reifen eines Traktors reparierte. Wie es auf Wanderungen üblich ist, hält man kurz etwas SmallTalk und fragt wie es dem anderen geht. Er fragte uns jedoch nicht, wie es uns geht, sondern ob wir Autofahren können. Da er sich nämlich um den Traktor kümmern muss, suche er jemanden, der seinen Jeep zurück zum Hafen fährt und diesen dort abstellt. Somit saßen wir 5 Minuten später mit unserem lahmen Füßen in seinem Jeep und fuhren den Rest des Weges über die Insel. 

Ich kann immer noch nicht so richtig glauben, dass uns dies passiert ist. 🙂

Des Weiteren habe ich diese Woche meine Cousine wieder in die Heimat entlassen, ein oder zwei Feierabendgin mit meinen lieben Kollegen genossen und verrückterweise schon wieder ein Paket bekommen. Sabrina und Natalie haben mir u.a. meine Lieblingsschokolade geschickt. Danke!!! 

Beim auspacken wurde die Vorfreude auf zuhause wieder unendlich groß…

Ich denke an Euch!
Eure Claudi

Mauerparkcharme

Ich bin mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem ich es leid bin in Auckland zu wohnen und ich mich die nächsten 5 Wochen schwer in Geduld üben muss. Die Stadt ist mir zu groß, sie ist offensichtlich von Touristen überlaufen und die Menschen sind auch bei weitem nicht so freundlich wie im restlichen Land. Ich habe viel hin und her überlegt, ob ich meine Zelte hier schon früher abreißen sollte, mich aber am Ende dagegen entschieden, da ich einen wichtigen Aspekt nicht außer Betracht lassen kann und das ist meine Arbeit. Ich fühle mich dort nach wie vor pudelwohl, muss mich jetzt schon jeden Tag rechtfertigen, warum ich denn nicht noch ein wenig länger bleiben kann und würde wohl außerhalb auch so schnell nichts Neues finden. Also heißt es nun für mich Herr über meine Ungeduld zu werden und meine Augen für die schönen Seiten Aucklands offen zu halten. 

Wie der Zufall es so will, fand ich heute einen Ort, an welchem es mich mit Sicherheit während meiner restlichen Zeit öfter hinziehen wird. Auf der Suche nach einem Fleck am Wasser zum sonnenbaden habe ich eine dieser schönen Seiten Aucklands entdeckt. 
Silo Park

Der Silo Park ist ein altes Industriegelände inmitten der Stadt, welches nach und nach zu einem Lebensraum für die Einwohner der Stadt umgebaut wird. Als ich mir heute meinen Weg durch diesen „Park“ bahnte, erschlich mich ein bekanntes, wohlgefallendes Gefühl. Das Treiben in diesem Viertel erinnerte mich an den Mauerpark in Berlin. In der einen Ecke wird Basketball gespielt, in der anderen Ecke hat man eine vielfältige Auswahl an Streetfoodbuden, in der nächsten Straße findet man einen Trödelmarkt, auf den Rasenflächen kann man einfach nur entspannen oder sich im lebensgroßen „Vier Gewinnt“ duellieren und verschiedene Restaurants laden zum Verweilen ein. Hier habe ich mich heute direkt wohl gefühlt. Vielleicht weil es mir ein kleines Gefühl von Heimat vermittelte.

Rabea und ich haben diese Woche auch noch einen Ausflug in den Shakespeare Regionalpark gemacht. Von dort aus hat man einen fantastischen Ausblick auf den Hauraki Gulf und kann bei schönem Wetter die Skyline von Auckland erspähen. Je nach Lust und Laune kann man auch einen kleinen Rundgang machen, welchen wir aber aufgrund eines für uns unüberwindbaren Hindernisses vorzeitig beendet haben.

Und da das Beste ja bekanntermaßen immer zum Schluss kommt, ist es jetzt an der Zeit für mein Highlight dieser Woche. 

Ich habe diese Woche unfassbar glücklich zwei nachträgliche Weihnachtspakete in Empfang genommen. Mit dem Einen habe ich nicht und mit dem Anderen nicht mehr gerechnet. Die Freude war so so groß und ich möchte nun noch einmal DANKE sagen. Danke an Marli, Maria und meinen Bruder und Danke an meine Rostocker Anni, Flori, Sophie und Benni! 

Sommerliche Grüße in den Winter, 

 

Eure Claudi

I love Raglan!

Mit meinem ersten Bericht in 2017 möchte ich Euch zunächst ein wundervolles, glückliches und gesundes neues Jahr wünschen! Auf das dieses ganz viel Sonnenschein mit sich bringt und ihr Eure Ziele nicht aus den Augen verliert. 

Ich musste am 31.12.2016 arbeiten. Gegen 22:45 Uhr hatten wir diesen stressigen Abend überstanden, unser Abendbrot gegessen und waren bereit für das Feuerwerk, mit welchem jedes Jahr vom Skytower aus in Auckland das neue Jahr begrüßt wird. Als wir das Restaurant verlassen haben, war ich schon alleine von der Menschenmasse überwältigt. Es war kaum noch ein freier Platz auf den breiten Straßen zu finden und kurze Zeit später zählten auch schon alle gemeinsam den Countdown runter. Es war ein toller Moment. Glücklich habe ich von dem turbulenten Jahr 2016 Abschied genommen und mit breiten Armen das Jahr 2017 begrüßt. Nach dem Feuerwerk haben wir die Nacht im Restaurant und dem einen oder anderen Getränk gemeinsam ausklingen lassen. 

Meine Cousine Madita
Meine Ersatzfamilie

Bevor es für uns nach Tauranga ging, haben wir am Sonntag noch einen kleinen Abstecher nach Piha und Karekare gemacht. Diese Bilder dürften Euch bereits von meinem letzten Roadtrip bekannt vorkommen. 

In Tauranga wurden wir am nächsten Tag mit dem schönsten Nieselwetter begrüßt. Da wir Schietwetter im Norden ja gewöhnt sind, blieben die Flipflops für die bevorstehende kleine Wanderung selbstverständlich an. Diese führte uns auf den Mount Manganui von welchem man einen einmaligen Blick auf die Stadt hat. Wir hatten wirklich Glück, dass wir diese Aussicht noch genießen konnten, da auf dem Weg nach unten der Regen weiter zunahm und der Berg irgendwann komplett von Nebel umhüllt war. 

Auch der nächste Tag startete mit strömenden Regen und wir mussten unsere Pläne spontan etwas umändern, da das Tongariro Alpincrossing so an diesem Tag nicht möglich war. Somit ging es einen Tag früher als geplant nach Hobbiton. Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich weder die Herr der Ringe noch die Hobbiton Trilogie gesehen habe und mich wohl mehr für dieses Karibikinselnfilmset hätte begeistern können. Für Euch habe ich dennoch ein paar Aufnahmen eingefangen. 😉

Am Abend des selbigen Tages sind wir noch in Taupo angekommen. Ehe es zu unserer Unterkunft ging, besichtigten wir noch die Hukafalls und hatten ein leckeres Abendbrot mit Blick auf den See. Leider erhielten wir im Laufe des Abends wieder die Nachricht, dass wir die Tageswanderung aufgrund von Unwetter am nächsten Tag nicht machen können und mussten dies nun komplett von unserem Plan streichen. 


Pazifik

Schwarze Schwäne

Die ersten Tage unseres Roadtrips waren wir was das Wetter angeht leider nicht sehr gesegnet. Nach meinen Festivaldesastern vom letzten Jahr habe ich jedoch gelernt, dass es verschenkte Zeit ist, sich über Sachen zu ärgern, die man nicht ändern kann und auch ein nicht funktionierender Plan bringt mich nicht mehr so schnell aus dem Gleichgewicht. Wenn ich an diese ersten Tage denke, denke ich nicht an den vielen Regen, sondern an die tollen Orte, unsere klasse Airbnb Gastgebern und die wertvolle gemeinsame Zeit zu zweit. 

Und zu diesen Punkten packe ich nun aber im nächsten Abschnitt doch noch eine große Portion Sonnenschein drauf. Mein persönliches Highlight. Raglan.

Nachdem wir am Mittwoch dann ausschlafen konnten, machten wir uns anschließend auf den Weg nach Raglan. Mich durchströmte sofort ein positives Gefühl, als wir das Ortseingangsschild passierten und dieses sollte nicht mehr verschwinden. 

Nach einem kurzen Nickercken im Hostel besichtigten wir zuerst noch die nahegelegenen Bridal Veil Falls und ließen folgend die Stimmung des Ortes in uns übergehen. Raglan ist die Surferhochburg Neuseelands. Entweder du schnappst dir deinen Kite und machst dich auf zum Kitehotspot oder aber du schnappst dir dein Surfbrett und stürzt dich am Ngarunui Beach in die Wellen. Die Menschen dort sind tiefenentspannt und an Hektik ist nicht zu denken. Bereits am nächsten Vormittag ist dies in mich übergegangen. Nach dem Frühstück holten wir uns noch einen Kaffee in einer Seitenstraße und beobachten das Treiben. Nach und nach kommen hier gegen 11/halb 12 alle zusammen. Man quasselt ne Runde, spielt Backgommen und macht sich anschließend wieder auf dem Weg zum Strand. So in etwa verlief auch unser Tag, welcher Abends erschöpft und leicht gerötet mit einem Gute Nacht Bier sein Ende fand. Schweren Herzens hieß es heute dann schon wieder Abschied nehmen. Hier lässt es sich aushalten…

Das Hostel  Raglan Backpackers kann ich euch nur empfehlen. Die Zimmer sind gemütlich, alles ist sauber, Surfbrett sowie Neoprenanzugverleih und alle super entspannt und freundlich.

 

Zurück in Auckland werde ich nun die nächsten 6 Wochen überwiegend arbeiten, bevor mein Abenteuer nochmal so richtig Fahrt aufnimmt. Ich habe mich im Übrigen als letzten Zwischenhalt für Miami und die Bahamas entschieden. Zentral- und Südamerika möchte ich mehr Aufmerksamkeit widmen und habe es für die nächste Auszeit als Ziel vor Augen. 

Ich verabschiede mich heute mit einem 

Hang loose!
Eure Claudi

I’m coming home!

Ich habe Euch zwischendurch immer wieder davon berichtet, dass ich mich in der Ferne nicht so gut aufgehoben fühle wie zu Hause.  Auch wenn ich mittlerweile etwas mehr angekommen bin, freue ich mich riesig darauf wieder bei Euch zu sein und habe meine Rückreisepläne etwas konkretisiert. 
Diese beginnen zunächst mit einer Neuseelandrundreise. 

Ich werde am 17.02.2017 (vermutlich tränenüberströmt) am Flughafen meinen Bruder, meine Schwägerin und meine Nichte in Empfang nehmen. Wir werden uns die folgenden 3,5 Wochen mit einem Campervan auf die Straße begeben und noch einmal die schönsten Ecken Neuseelands erkunden.

Am  13.03.2017 heißt es dann für mich endgültig Abschied nehmen von den Kiwis. Wir werden gemeinsam nach Sydney fliegen und dort noch ein paar Tage verbringen, bevor sich unsere Wege trennen. Während die drei Ihre Heimreise antreten, geht es für mich am 

17.03.2017 weiter nach Fidschi. Auch wenn mein Besuch in die Regenzeit fällt, wäre es zu Schade diese wundervollen Südseeinseln auszulassen, wenn man sich schon einmal in direkter Nachbarschaft zu ihnen befindet. 

Von Fidschi geht es für mich am 26.03.2017 nach Honolulu. Ich plane die Inseln Oahu, Maui und Kauai mitzunehmen, habe dort aber bisher noch keine weiteren Flüge gebucht und werde dies wohl eher spontan vorher machen, wenn ich mich ein wenig über Hawaii belesen habe und einschätzen kann, wie viel Zeit ich welcher Insel widmen sollte. 

Die mir bisher vorerst letzte bekannte Zwischenstation ist Vancouver. Am 14.04.2017 fliege ich von Honolulu nach Kanada und möchte ein paar Tage in dieser Stadt und deren Umgebung verbringen. 

Und nun kommt ihr ins Spiel! Ich habe noch ca. 2 Wochen Puffer, bevor ich mich um den 08.05.2017 auf den Weg nach Kopenhagen/Malmö machen will. Ich würde liebend gerne noch etwas Zeit in Mittelamerika (Karibikinseln eingeschlossen) oder Südamerika verbringen, stehe diese Staaten als alleinreisende Frau aber nicht ganz furchtlos gegenüber. Vielleicht habt ihr ja euren Jahresurlaub noch nicht ganz verplant und wollt mich begleiten oder aber ihr habt Tipps für mich, welche Länder ich bedenkenlos bereisen kann?! Ich freue mich jetzt schon auf Eure Nachrichten. 🙂

Ich habe bereits einige von Euch zuvor in meine Pläne eingeweiht und leite diese jedes Mal mit den Worten ein: „Etwas früher als geplant…“. Wenn ich darüber nachdenke, ist dies aber so nicht ganz richtig, da ich ohne jeglichen Plan über die Dauer meines Aufenthaltes los geflogen bin und einfach alles auf mich zukommen lassen wollte. Manchen von Euch mag meine Rückkehr nach 7 Monaten vielleicht etwas früh erscheinen, aber in meinen Augen steht dies letztendlich im Zusammenhang mit den Erkenntnissen, welche ich mir von dieser Reise erwünscht habe. 

Und während ich nicht abwarten kann das Weihnachtsessen im Mai nachzuholen, könnt ihr Euch noch auf so einige spannende Berichte freuen.

Aloha!

Eure Claudi

P.S. Ich suche dann also ab Juni einen neuen Job… falls ihr jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden braucht. 😉