1610 – 19. Warum? – Ein Repost

Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag veröffentlicht, welcher bereits im März 2019 das erste Mal online ging.
Auf den Beitrag 1610 – 12. Mir geht es nicht gut! – Ein Repost folgte im Mai 2019 der Artikel ‚Warum?‘, in welchem ich die Gründe für meine damalige Situation näher erläutert habe und welcher nun auch Teil dieser Kolumne werden soll.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim (erneuten) Lesen und seid Euch immer bewusst, ihr habt all die Wertschätzung dieser Welt für Euren täglichen Einsatz verdient!

Warum?

Warum ist meine Seele vor 3 Monaten soweit aus den Fugen geraten, dass ich Euch mit dem Artikel Mir geht es nicht gut daran teil lassen habe?

Um eins Vorweg zu nehmen, ich bin ein hochsensibles Lebewesen. Es ist für mich nicht unüblich, dass ich gelegentlich mit einer depressiven Episode zu kämpfen habe. Ich arbeite seit Jahren daran, dass ich mit mir und meinem Leben ein Einklang finde, welcher diesen Episoden keinen Platz bietet. Manches Mal gibt es aber äußere Einflusse, welche diese depressiven Episoden begünstigen und welche ich nicht aktiv steuern kann. So war es auch diese Mal.

Seit dem ich vor 3 Jahren meinen Job bei der Bank aufgegeben habe, befinde ich mich stetig auf der Suche nach dem richtigen Weg. Nach der Rückkehr von meiner Weltreise hatte ich einen kurzen Zwischenstopp in Hamburg und habe schnell festgestellt, dass diese Großstadt, diese vielen Menschen, die weiten Wege, diese gewisse Anonymität meiner Seele nicht gut tun. Ich habe mich in der Probezeit kündigen lassen und mich zurück nach Rostock begeben. Ohne einen neuen Job. Zu diesem Zeitpunkt war mir alles egal, ich wollte einfach nur zurück in meinen sicheren Heimathafen.

Nach einer kurzen Zeit der Arbeitslosigkeit bin ich wieder fündig geworden. Ein Job als Projektmanagerin in einem Forschungslabor. Mit der Medizin habe ich mich schon immer irgendwie verbunden gefühlt und war mehr als glücklich, mehr als gespannt auf die neue Herausforderung. Ich habe mich binnen kürzester Zeit in die Aufgaben eingearbeitet, hatte ein wundervolles herzliches Team um mich rum, habe meine ganze Energie in diesen Job gesteckt, mich verantwortlich für den Erfolg der Forschungsprojekte gemacht. Wie konnte meine Seele bei diesen tollen Gegebenheiten aus dem Ruder laufen?

Wertschätzung. Dieses eine Wort war der Auslöser für all die negativen Gefühle, welche ich in den letzten Wochen in mir getragen habe. Mein Arbeitsumfang war über Monate höher als es eine Einzelperson hätte schaffen können. Ich habe in den letzten Jahren gelernt mich stark zu machen, meine Bedürfnisse auszusprechen. Dies fiel mir früher alles andere als leicht. So habe ich es auch diese Mal getan. Ich habe mich für MICH stark gemacht und wurde nicht erhört. Mehrmals. Über Monate. Der Workload wurde immer und immer größer, ich war eine Woche im Urlaub und hatte anschließed über 100 neue Emails, am Tag meiner Rückkehr die mehrfache Rückfrage nach dem Bearbeitungsstand dieser, in Meetings wurde ich mehrfach unbewusst bloßgestellt, weil ich bei der Nachfrage zum Bearbeitungstand zugehöriger Aufgaben passen musste.

Ich habe gekämpft, ich habe mehrmals das Wort für MICh erhoben, aber ich bin gescheitert. Und dieses Gefühl von Scheitern war der Auslöser. Mir ging es lange nicht gut. Das gute jedoch ist, dass ich trotz allem den Blick nach Vorne nicht verliere. Ich wusste, dass es so für mich nicht weiter gehen kann und ich habe nun einen anderen Weg eingeschlagen und einen neuen Job gefunden!

Ihr seid es wert, gehört zu werden. Ihr leistet jeden Tag mit dem was ihr macht einen Mehrwert für unsere Wirtschaft, für unser Gesundheitssystem, für all die anderen Bereiche in denen ihr tätig seid und dafür seid ihr es wert WERTGESCHÄTZT zu werden! Macht Euch für Euch stark und sollte Eure Situation auf einen nie endenden Tunnel zusteuern, dann seid Euch bewusst, dass ihr umdrehen und neu abbiegen könnt! Es geht immer weiter!

1610 – 18. Legt Eure Füße hoch!

Und am Ende des Tages wünsche ich Dir die Gelassenheit, Deine Pflichten Deine Pflichten sein zu lassen.
Am Ende des Tages wünsche ich Dir den Mut, Dir das zu nehmen, was Du für Deine innere Zufriedenheit am Meisten benötigst.

Das sind die Worte, welche meine vorletzte Woche am besten beschreiben. Gefühlt war an dieser Woche noch weniger dran als sonst. Nach Feierabend musste ich noch dies und das erledigen und am Wochenende bin ich zu meiner Schwägerin nach Hamburg gefahren.
So gerne ich meiner „Pflicht“ nachkommen und Euch für Montag wieder einen schönen Beitrag aus der Feder zaubern wollte, so sehr hatte ich für die wenigen freien Minuten nach der Arbeit ein anderes Bedürfnis, welches sich nicht hinten anstellen ließ.
Das Bedürfnis nach Ruhe und Liebe und Zweisamkeit. Das Bedürfnis meiner Beziehung die Aufmerksamkeit zu geben, die sie benötigt, damit es uns beiden gut geht.

Das ist die ehrliche Antwort auf die Frage, warum die Kolumne in der letzen Woche so kurz und knapp ausgefallen ist.

Ich möchte nun aber heute die Gelegenheit nutzen und noch einmal etwas intensiver über diese Zeilen nachdenken.

Unser Alltag ist geprägt von Hektik. Wir arbeiten i.d.R. 40 Stunden in der Woche. Hinzu kommt für die allermeisten noch ein Anfahrtsweg zum Büro von mindesten 30 Minuten pro Strecke. Nach der Arbeit stehen dann die privaten Pflichten auf dem Plan. Der Kühlschrank füllt sich nicht von alleine, die Wohnung muss aufgeräumt und geputzt werden, der Vorsorgetermin beim Arzt, Behördengänge, Ablage privater Dokumente, das Hobby, Organisation von diesem und jenes und so weiter und so fort. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr Euch wiederfindet und die Liste noch um einige Punkte ergänzen könnt.

Einige dieser Pflichten sind lästig und rauben einem bewusst die Freizeit, andere Verpflichtungen wiederum hat man sich selber ausgesucht und gehören die meiste Zeit des Jahres dem Vergnügen an.

Und dennoch erreicht man irgendwann einen Punkt der Erschöpfung. Einen Punkt an dem einem selbst die vergnüglichen Pflichten zur Last werden. Der letzte Urlaub ist lange her, der nächste Urlaub ist noch lange nicht in Sicht. Die Wochenende sind gefüllt mit Familienbesuchen, Besuchen bei Freunden oder auch diversen Erledigungen.
Das Hobby, welches einem eigentlich Spaß bringen sollte, wird nur noch unter Stress ausgeführt. Alles was man in diesen Momenten in Wirklichkeit braucht, ist Ruhe und Zeit zum faul sein, zum generieren. Aber es kommt immer wieder um die Ecke, das schlechte Gewissen, darüber, dass das dringend zu Erledigende erledigt werden muss, dass man das Treffen mit diesem einen Freund schon 100 Mal verschoben hat, dass man sich doch freiwillig für sein Hobby entschieden hat.

Und nun sage ich Euch ganz ehrlich, wenn ihr die Person seid, welche ich zuvor beschrieben habe, dann lasst alles links liegen, legt Eure Füße hoch, gießt Euch ein Glas Wein ein und lasst die Welt um Euch herum egal sein!

Alles was zu erledigen ist, lässt sich auch noch in der nächsten Woche erledigen. Ist der Kühlschrank auch leer, der Pizzalieferdienst freut sich mit Sicherheit über Euren Anruf. Euer Hobby bringt Euch auch nicht viel, wenn ihr diesem nicht bewusst nachgehen könnt. Eure Freunde kennen diese Situation mit Sicherheit selber viel zu gut und haben vollstes Verständnis, wenn ihr den Termin mal wieder verschiebt.
Wer kein Verständnis hat, ist Eure Zufriedenheit. Unzufriedenheit lässt sich wunderbar steigern, wenn man sich nicht dem hingibt, was man am Meisten benötigt.

Also, hört auf Euer Herz, bestellt Pizza und lasst Eure Pflichten einfach mal öfter Eure Pflichten sein!

Am Rande – Rückfall der Woche

Einige von Euch haben es vielleicht schon mitbekommen.
Ich bin zurück bei Instagram. Unter einehandbreitwasseruntermkiel findet ihr nun das Profil zu diesem Blog.
Ich habe lange mit mir gehadert. Instagram ist jedoch heutzutage die nächstliegende Plattform, wenn man auf sich aufmerksam machen möchte und da ich mich sehr darüber freuen würde, wenn die Anzahl meiner Leser steigt, habe ich mich für diesen Schritt entschieden.

Mein Kryptonit

Hey Claudi. Mal wieder ein toller Blogbeitrag. Ich wollte eigentlich schonmal wieder nach dem Beitrag „Mir geht es nicht gut“ mal schreiben. Aber naja, wie das manchmal so ist, bin ich von abgekommen. Es berührt mich immer wieder, soviel Ehrlichkeit zulesen und freue mich das es Menschen wie dich gibt, die es teilen. Danke. Wir brauchen im Alltag mehr davon. Ich habe heute übrigens mein altes Zimmer entrümpelt und ein Hufeisen von Judy gefunden, dass du mir damals geschenkt hattest. Erst schmiss ich es in den Müllsack, weil ich dachte: Ach, komm man muss auch nicht alles aufheben. Nur wenige Augenblicke später holte ich es wieder raus, stellte es richtig rum ins Regal und dachte: Glück kann man immer gebrauchen. Das Hufeisen soll für uns alle Glück sammeln und Glück schenken. Und ich hoffe, dass auch dir noch ganz ganz viel Glück, Liebe und Lebensfreude auf deiner Lebensreise wiederfährt.

Mein Kryptonit

Die Tränen schießen mir in die Augen, dabei könnte das Feedback nicht schöner sein. Ich kann es nicht kontrollieren, ich will es nicht kontrollieren.

Aufmerksam geworden bin ich auf das Wort ‚Kryptonit‘ in Zeiten von Liebeskummer, bei welchem ich dachte, dass ich ihn nie überstehen werde. Im Internet gibt es zahlreiche Artikel zu dem Thema ‚Kryptonit-Mensch‘. Dies sind Menschen von denen man nicht loskommt, Menschen, bei denen man immer wieder schwach wird, egal wie schmerzhaft die vorangegangen Erlebnisse waren. Die einfache Wikipedia Definition sagt, dass ein Kryptonit die Schwachstelle von Superhelden ist. Und so möchte ich es heute betrachten, da mein Kryptonit kein Mensch ist.

Mein Kryptonit ist meine Judy. Die Judy aus dem Zitat.

Judy ist/war eine stolze Mecklenburger-Warmblut Stute, abgestammt von dem Redefiner Elitehengst Juventus. Als Judy 4 Jahre alt war, hat mein Opi sie mir zu meiner Konfirmation geschenkt. Sie war die treuste Seele auf Erden. Sie hat mich durch den verhassten Springunterricht gebracht, sie hat mir in ihrer Box Unterschlupf gegeben, wenn es mir nicht gut ging, sie hat mich auf ihren Rücken über Felder und Wiesen getragen, ihr habe ich heute noch ein Ziehen im großen Zehnagel zu verdanken, welchen sie mir damals ausversehen abgerissen hat.

Ich kann nicht zum Ausdruck bringen, was dieses Pferd für mich war. Sie war immer da. Meine Eltern haben sich zu der damaligen Zeit getrennt, Freundschaften waren lange nicht so gefestigt wie heute, die erste Liebe kam und ging. Aber Judy, Judy war da. Sie hat mich aufgefangen und mir zugehört und mir auf eine unbeschreibliche Art und Weise so viel Liebe und Dankbarkeit übermittelt.

Doch ich wurde älter, meine Zeit wurde weniger, mein Interesse wurde mit 18 Jahren auf andere Dinge verlagert. 2009 habe ich Judy verkauft.

Seit diesem Zeitpunkt ist Judy mein Kryptonit, meine Schwachstelle. Ich schaffe es mit einer Leichtigkeit mich meinen Problemen zu widmen. Ich gehe sie alle an. Wenn ich alleine nicht weiterkomme, hole ich mir Hilfe. Aber nicht bei dem Thema ‚Judy‘. Alleine der Name löst jedes Mal einen tiefen Schmerz in mir aus. Bei dem Gedanken an sie werde ich traurig und nachdenklich.

Vielleicht sind es Schuldgefühle. Ich habe sie vernachlässigt, habe sie gehen lassen, obwohl niemand mir gegenüber treuer war als sie. Dazu kommt, dass ich nicht weiß, was mit ihr passiert ist. Wo sie ist, ob sie überhaupt noch lebt.

Derzeit befinde ich mich in einem Stadium der Akzeptanz. Ich habe mich von diesem Thema lange runterziehen lassen, mittlerweile akzeptiere ich die Schwachstelle und steuere sie. Ich mache mich bewusst verletzlich und angreifbar, ziehe aber aus diesen kurzen Phasen der Trauer wieder ganz viel Kraft um es bei anderen Themen auf den nächsten Gipfel zu schaffen. Das mag für einige von Euch vielleicht masochistisch klingen, für mich ist dies der Umgang mit einem Kapitel, welches ich nicht abschließen will. Ein Kapitel, welches meine größte Schwäche und vielleicht meine größte Stärke ist.

Denn ich habe es geschafft zu erkennen, dass ich alles was mein Leben, meine Gedanken beeinflusst, selber in der Hand habe! Den Abschnitt Judy nur nicht heute und auch nicht morgen.

Sie fehlt mir! Tagein, tagaus.

Vielen Dank an Maybi für das tolle Feedback! Auch wenn es diese Gedanken/Worte in mir ausgelöst hat, habe ich mich riesig darüber gefreut und ich hoffe, dass ihr alle so ein Hufeisen für ein Quentchen Glück bei Euch zuhause habt.

Ich habe eine Psychologin.

Und damit meine ich keine Flasche Wein und eine gute Freundin.

Im letzten Winter habe ich sie das erste Mal aufgesucht. Anfangs waren die Gespräche wöchentlich, nach einer Weile haben wir unsere Termine nicht mehr ganz so eng getaktet. Irgendwann, der Frühling war voran geschritten und ich hatte Christian kennengelernt, habe ich die Therapie einfach abgebrochen. Wir hatten nie ein abschließendes Gespräch. Das Vitamin D in meiner Blutbahn hat für mich entschieden, dass es mir wieder gut geht.

Doch in diesem Jahr musste ich sie wieder anrufen. Diese Last, die ich mit mir rumgetragen habe, war zu groß um sie mit Freunden zu besprechen und vor allem viel zu groß für mich alleine. Meine Psychologin war in keiner Weise nachtragend über meinen plötzlichen Abgang im letzten Jahr. Wir haben dem 2 Sätze gewidmet und dann angefangen meine depressive Episode anzugehen.

Für mich war schnell klar, dass mein Problem nicht alleine mit der Arbeit zu tun hat. Dafür ging es mir verhältnismäßig viel zu schlecht. Die ersten Gespräche gingen noch viel um die gegenwärtige Situation, doch irgendwann wurde tiefer nach dem eigentlichen Problem gesucht. Dies ist eine sehr schmerzhafte Erfahrung! Dies bedeutet sich auf sich einlassen, sich mit sich auseinandersetzen und vor allem sich mit seiner Familie zu beschäftigen. Es flossen viele Tränen und am Ende lag bzw. liegt der Auslöser in meiner Kindheit. (Den Begriff Kindheit weite ich hierbei durchaus bis auf die Anfang 20er aus) Mein inneres Kind hatte keine Heimat gefunden. (Buchempfehlung: Stephanie Stahl. „Das Kind in dir muss Heimat finden“) Mein inneres Kind war verletzt, schaute immer wieder über meine Schulter und machte mich auch heute klein und verletzlich. Wir haben diesem Thema viel Zeit gewidmet, ich habe Tipps für Verhaltensweisen bekommen und von Mal zu Mal eine Verbesserung gespürt.

Heute war ich wieder bei meiner Psychologin. Ich glaube unsere Wege werden sich bald trennen. Sie therapiert mich nicht mehr. Das mache ich selber. Wir reden über meine aktuelle Lebenssituation, welche alles andere als frei von Problemen ist, und ich erzähle ihr was diese mit mir machen und wie ich damit umgehe. Mir gegenüber nehme ich dann nur noch ein zustimmendes Nicken wahr. Bei meiner letzten Analyse von heute standen mir dann doch noch einmal die Tränen in den Augen. Ich habe begriffen, dass sie zwar stetig an meiner Seite war, aber dass ich mich am Ende alleine aus diesem Loch befreit habe. Ich habe meinen Kurs neu ausgerichtet, den Glaube an das Gute nicht verloren und mein Leben in die Hand genommen.

Und genau das, das könnt ihr, das kannst DU auch!!!

Fühlt Euch umarmt, Eure Claudi.

Warum?

Warum ist meine Seele vor 3 Monaten soweit aus den Fugen geraten, dass ich Euch mit dem Artikel Mir geht es nicht gut daran teil lassen habe?

Um eins Vorweg zu nehmen, ich bin ein hochsensibles Lebewesen. Es ist für mich nicht unüblich, dass ich gelegentlich mit einer depressiven Episode zu kämpfen habe. Ich arbeite seit Jahren daran, dass ich mit mir und meinem Leben ein Einklang finde, welcher diesen Episoden keinen Platz bietet. Manches Mal gibt es aber äußere Einflusse, welche diese depressiven Episoden begünstigen und welche ich nicht aktiv steuern kann. So war es auch diese Mal.

Seit dem ich vor 3 Jahren meinen Job bei der Bank aufgegeben habe, befinde ich mich stetig auf der Suche nach dem richtigen Weg. Nach der Rückkehr von meiner Weltreise hatte ich einen kurzen Zwischenstopp in Hamburg und habe schnell festgestellt, dass diese Großstadt, diese vielen Menschen, die weiten Wege, diese gewisse Anonymität meiner Seele nicht gut tun. Ich habe mich in der Probezeit kündigen lassen und mich zurück nach Rostock begeben. Ohne einen neuen Job. Zu diesem Zeitpunkt war mir alles egal, ich wollte einfach nur zurück in meinen sicheren Heimathafen.

Nach einer kurzen Zeit der Arbeitslosigkeit bin ich wieder fündig geworden. Ein Job als Projektmanagerin in einem Forschungslabor. Mit der Medizin habe ich mich schon immer irgendwie verbunden gefühlt und war mehr als glücklich, mehr als gespannt auf die neue Herausforderung. Ich habe mich binnen kürzester Zeit in die Aufgaben eingearbeitet, hatte ein wundervolles herzliches Team um mich rum, habe meine ganze Energie in diesen Job gesteckt, mich verantwortlich für den Erfolg der Forschungsprojekte gemacht. Wie konnte meine Seele bei diesen tollen Gegebenheiten aus dem Ruder laufen?

Wertschätzung. Dieses eine Wort war der Auslöser für all die negativen Gefühle, welche ich in den letzten Wochen in mir getragen habe. Mein Arbeitsumfang war über Monate höher als es eine Einzelperson hätte schaffen können. Ich habe in den letzten Jahren gelernt mich stark zu machen, meine Bedürfnisse auszusprechen. Dies fiel mir früher alles andere als leicht. So habe ich es auch diese Mal getan. Ich habe mich für MICH stark gemacht und wurde nicht erhört. Mehrmals. Über Monate. Der Workload wurde immer und immer größer, ich war eine Woche im Urlaub und hatte anschließed über 100 neue Emails, am Tag meiner Rückkehr die mehrfache Rückfrage nach dem Bearbeitungsstand dieser, in Meetings wurde ich mehrfach unbewusst bloßgestellt, weil ich bei der Nachfrage zum Bearbeitungstand zugehöriger Aufgaben passen musste.

Ich habe gekämpft, ich habe mehrmals das Wort für MICh erhoben, aber ich bin gescheitert. Und dieses Gefühl von Scheitern war der Auslöser. Mir ging es lange nicht gut. Das gute jedoch ist, dass ich trotz allem den Blick nach Vorne nicht verliere. Ich wusste, dass es so für mich nicht weiter gehen kann und ich habe nun einen anderen Weg eingeschlagen und einen neuen Job gefunden!

Ihr seid es wert, gehört zu werden. Ihr leistet jeden Tag mit dem was ihr macht einen Mehrwert für unsere Wirtschaft, für unser Gesundheitssystem, für all die anderen Bereiche in denen ihr tätig seid und dafür seid ihr es wert WERTGESCHÄTZT zu werden! Macht Euch für Euch stark und sollte Eure Situation auf einen nie endenden Tunnel zusteuern, dann seid Euch bewusst, dass ihr umdrehen und neu abbiegen könnt! Es geht immer weiter!

Eure Claudi