1610 – 28. Wir haben gewonnen!

Wie ihr bereits durch meine Quarantäne-Beiträge mitbekommen habt, haben wir den Jackpot in Las Vegas leider nicht geknackt. Wir sind zurück in Deutschland.
Warum ich gerne wieder zurück möchte, erfahrt ihr heute im zweiten Teil des Reiseberichtes.

„Was in Las Vegas passiert, das bleibt auch in Las Vegas!“
Wenn man sich unsere Fotoausbeute anschaut, könnte dies tatsächlich so sein, aber ein wenig was zu erzählen, habe ich dann trotzdem.

Wir haben zwei Nächte im 23. Stock des MGM Signature verbracht! Für unser Wohnmobil war dort leider kein Platz, dieses haben wir dann direkt auf einem bewachten Parkplatz am Strip für 10$/Tag abgestellt.
Das verlief schon mal alles sehr viel einfacher, als wir erwartet hatten.

Vollkommen euphorisch haben wir daraufhin unser Zimmer gestürmt. Ich habe noch nie in solch einem Hotelzimmer geschlafen. Es enthielt alles was das Herz begehrt. Es war bestimmt 50qm groß, wir konnten von dem Balkon auf jegliche LED-Leinwände der Stadt blicken und sogar einen Jacuzzi konnten wir unser Eigen nennen. (Es ist mehr als empfehlenswert kein Schaumbad in die Wanne zu geben, wenn ihr den Jacuzzi nutzen wollt!)

Am Abend unserer Ankunft haben wir eine erste Runde über den Strip gedreht und zunächst geübt, wie die verschiedenen Tische so funktionieren.
Man kann das Gefühl sehr schwer beschreiben, wie es sich anfühlt, wenn man über den Boulevard zieht. Vielleicht ist es die Reeperbahn mal 100. Auf jeden Fall ist es einfach nur beeindruckend, egal wie oft man dieses Szenario schon in irgendwelchen Filmen gesehen hat.

Der nächste Tag brachte uns nach Downtown Las Vegas. Der Ort, wo alles einmal seinen Ursprung hatte. Die Casinos und Hotels, welche wir dort gesehen haben, hatten wenig Modernes und dafür absolut jede Menge Charme. Für das richtige Fear and Loathing in Las Vegas Erlebnis würde ich auf jeden Fall beim nächsten Besuch dort die Nächte verbringen.
Christian puschte sein Adrenalinlevel noch bei einer Ziplinetour über der Fremont Street und dann ging es für uns am Abend wieder auf den Strip.

Wir haben gewonnen! Aber am Ende auch alles wieder verloren…
Las Vegas ist die Stadt, die Dir an jeder Ecke das Geld aus den Taschen zieht.

Somit ging es für uns am Dienstag ohne den Jackpot weiter zum Grand Canyon. Auf dem Weg dorthin haben wir noch die Hoover Talsperre überquert. Der Damm kann die einzige Erklärung sein, warum es in den bisher von uns bereisten Gebieten quasi keine Windenergieanlagen gibt.

Am Grand Canyon lief dann wieder einmal alles so ab, wie es eigentlich gar nicht ablaufen kann. Wir haben den letzten freien Parkplatz im National Park für die Nacht bekommen und waren zudem noch 10 Minuten vor dem Sonnenuntergang am Mather Point.
Ich habe lange überlegt, ob sich dieser lange Umweg zum Grand Canyon lohnt, und ja, er lohnt sich! Gefühlt hat man dort eine Leinwand mit diesem Ausblick hoch gezogen. Dieses Ausmaß war mit dem bloßen Augen überhaupt nicht richtig greifbar und vollkommen surreal. Was die Natur sich bei diesem Canyon gedacht hat, ist einfach nur verrückt.
Und dann zeigte sich tatsächlich auch noch für wenige Minuten die Sonne und das Lichtspektakel nahm seinen Lauf.
Wir konnten überhaupt nicht begreifen, was wir da gesehen haben und freuten uns umso mehr auf den nächsten morgen, um den Grand Canyon noch einmal auf uns wirken zu lassen.

„Wie sie sehen, sehen sie nichts!“
Dass das Wetter nicht gut wird, hatte uns bereits der Wetterbericht verraten, aber das wir am nächsten morgen einen Grand Canyon vorfinden werden, welcher sich komplett im Nebel befindet, damit hatten wir nicht gerechnet. Hinter der Abzäunung hätte ebenso eine grüne Blumenwiese liegen können.

Ich kann es immer noch nicht so ganz begreifen, was wir da gesehen und dann auch wieder nicht gesehen haben.
Auf jeden Fall haben wir uns dann zügig dafür entschieden unsere Weiterreise anzutreten.

Der Wetterbericht versprach für die nächsten Tage leider keine wirkliche Besserung, vor allem an der Küste unterhalb Los Angeles. Wir haben uns aus diesem Grund gegen San Diego entschieden und uns gleich auf den Weg nach Palm Springs gemacht.
Dort sind wir im Dunkeln gelandet und es war wieder einmal mehr als spannend, was uns bei Tageslicht erwarten wird.

Sich im Dunkeln auf Stellplatzsuche zu begeben, hat nicht allzu viele Vorteile. So haben wir in Palm Spring eine Baustelle neben unserem Parkplatz übersehen und wurden am nächsten Morgen von diversen Baggern, Kehrmaschinen und Müllabfuhren aus dem Schlaf geholt.

Zu den sich minütlich erneuerten Breaking News zum Coronovirus gesellte sich jede Menge Regen und ich kann es nicht bestreiten, die Stimmung bei uns wurde etwas betrübter.
Ich hatte mich sehr auf das Meer aus Windmühlen in Palm Springs gefreut, jede von ihnen verschwand jedoch in einem tristen grau und wir machten uns ohne Aufenthalt direkt auf den Weg nach Los Angeles.

In LA haben wir 3 Tage verbracht. Geplant war zuvor eigentlich nur die Durchreise. Am ersten Tag haben wir uns Venice und Santa Monica angesehen und die Nacht anschließend auf einem super RV-Park in Hollywood verbracht. Bei strömenden Regen hat der Mitarbeiter keine Mühen gescheut, es uns so gemütlich (Ausrichten und Anschließen des Wohnwagens) wie nur möglich zu machen.
Der nächste Tag brachte uns auf den Hollywood Boulevard. Dort sind wir den Walk of Fame lang geschlendert und durften anschießend unseren Camper mit Post von der Stadt LA begrüßen. Einen Zentimeter über der roten Markierung am Bordstein ist absolut einen Zentimeter zu viel!

Wir haben lange überlegt, wie es weiter geht. Das Wetter versprach keine Besserung, die Stimmung sehnte sich nach einem gemütlichen Rückzugsort. Also haben wir uns kurz entschlossen für 2 Nächte eine Unterkunft in Malibu mit Meerblick und einer super bequemen Couch genommen. Dort haben wir die Zeit genutzt um Wäsche zu waschen und stundenlang auf dem Sofa zu lümmeln.
Wir hatten zuvor vollgepackte 1,5 Wochen. Wir hatten jeden Tag super viel Action. Von einem Ort zum Anderen. Wir beide haben ständig den Anspruch, das Beste aus dem Urlaub heraus zu holen, so viel wie möglich zu sehen. Vermutlich war das nun der Zwinker von oben, dass ein Urlaub auch zur Erholung und zum Nichtstun da ist.

Am Samstag machten wir nach einem langen ausgiebigen Frühstück einen kurzen Ausflug ins Wissenschaftsmuseum, um dort die Endeavor zu betrachten. Durch Downtown ging es weiter zum Griffith Observatorium und anschließend wieder zu unserer Unterkunft.

Voller neuer Energie haben wir so am Sonntag unsere Weiterreise angetreten. Wir konnten noch 2 Stunden am Strand die Sonne genießen und dann hieß unser nächstes Ziel Morro Bay am Highway 1.
Morro Bay ist ein ziemliches nettes Fischerdorf, welchen wir uns dort auch ausgiebig haben schmecken lassen. Der Morro Rock ist hier ganz klar das Wahrzeichen, ich hatte jedoch mehr Freude an den Ottern, welche gemütlich in freier Wildbahn vor uns ihre Runden zogen.

Der Montag startete, wie sollte es auch anders sein, mit Regen! Keep Calm and have Breakfast, as fat as you can, with loads of bacon and eggs and pancakes and cream and coffee and more coffee, oh and coffee!
In einem richtig schönen einheimischen Restaurant haben wir uns das Frühstück schmecken lassen und uns dann auf den Highway 1 begeben.

Erst schüchtern, dann voller Pracht, je dichter wir San Francisco kamen, desto klarer zeigt sich auch die Sonne wieder.
Dazu diese atemraubende Landschaft des Highway 1. Rau und grün. Steil und kurvenreich. Verlassene Strände und vollkommen anders als man sie sich vorstellt. Einfach nur schön. Die Bilder können kaum wiedergeben, wie sehr wir die Fahrt genossen haben.
Wir haben Wale auf ihren Weg gen Norden beobachtet (Die Wale zeigen selten ihr ganzes Dasein, mit viel Glück sieht man ab und an mal eine Schwanzspitze, ein sicheres Anzeichen sind die aufsteigenden Wasserfontänen) und mit den Eichhörnchen vor der Kamera gespielt.

San Francisco verabschiedete uns die letzten 2 Tage genauso herzlich, wie es uns am 02.03.2020 empfangen hat.
Wir haben auf einem Stellplatz am Stadtstrand (kein Overnight Parking) zu unserer Überraschung einen alten Sprinter mit deutschem Kennzeichen entdeckt und ein älteres deutsches Paar kennengelernt. Die beiden haben den Mercedes einmal auf den amerikanischen Kontinent verschiffen lassen und verbringen nun immer ein halbes Jahr lang die Wintermonate hier. Vor allem in Südamerika sind sie mit dem Camper dann unterwegs. Wow. Das wär was!
Jedenfalls gaben sie uns den Tipp, wo wir die kommenden Nächte verbringen können und wie es so ist… Ich glaube, wir haben, seit dem wir mit dem Vanleben in 2018 begonnen haben, noch nie einen besseren Schlafplatz erwischt. Frei zugängliche Toiletten und ein freier Blick auf die Stadt und auf die Golden Gate Bridge. San Francisco war quasi unser Vorgarten. Wir konnten uns nicht satt sehen.

Ich habe mich am Ende tatsächlich auch noch zu Fuß über die Brücke getraut.
San Francisco, Du bist so so so unfassbar wundervoll!

1610 – 27. Please fasten your seatbelts!

Das was ich am allerliebsten mache, ist in der jetzigen Zeit leider nicht möglich. Normalerweise habe ich immer, sobald ich eine Reise antrete, schon wieder die nächste in der Pipeline. Derzeit ist da nur ein nervöses Zittern im Finger. Buchen oder nicht buchen. Lieber nicht….

Christian und ich hatten großes Glück und konnten im März noch unseren langgeplanten Urlaub in die USA antreten und dahin nehme ich Euch jetzt noch einmal mit.
Macht es Euch so bequem wie möglich, vielleicht legt ihr Euch ein Standbild von der Golden Gate Bridge auf den Fernseher, macht das Fenster auf und lauscht der Natur, habt einen Drink in der Hand und schließt die Augen. (Okay, das macht wohl nur als Hörbuch Sinn. Lasst die Augen doch besser auf.)

Guten Morgen, meine Damen und Herren. Kapitänin Niemann und die gesamte Besatzung begrüßen Sie ganz herzlich an Bord Ihres StayAtHomeAir Fluges HRO 130420 nach San Francisco. Unsere Flugzeit ist mit knapp 12 Stunden vorausberechnet und ich darf Sie nun bitten, Ihren Sitzgurt zu schließen und festzuziehen.
Für eine unvergessliche Reise ist es empfehlenswert, dass Sie sich nun in die Person der Kapitänin hineinversetzen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß!

Nach einem sehr angenehmen Flug sind um 14 Uhr Ortszeit in San Francisco gelandet. Ich habe mich zuvor gefragt, wie der Flug in Zeiten von Corona wohl verlaufen wird, davon war aber weder in Hamburg noch in London und San Francisco überhaupt irgendwas zu merken. Mit einer Ausnahme, das Flugzeug war sehr leer. So hatten wir ausreichend Platz um uns auch mal auszustrecken und zudem stand gefühlt alle 5 Minuten die Stewardess mit neuen Drinks und Essen neben uns.

Das nächste Highlight bot uns dann die nette Dame von der Autovermietung. Damit wir auch die ersten zwei Tage in San Francisco flexibel sind, hatten wir bereits im Vorfeld einen Mittelklassewagen gebucht.
Aus diesem wurde dann ein Ford Mustang GT (V8, 450 PS) für insgesamt 120$.
Mit diesem hatten wir eh schon für um die 300$ für einen Tag in Las Vegas oder San Diego geliebäugelt. Dann doch gerne so. Herzlich Willkommen in den USA!

Bevor wir am ersten Abend vollkommen fertig ins Bett gefallen sind, haben wir noch einen kurzen Ausflug zu dem Aussichtspunkt Twin Peaks gemacht. Von dort aus hat man einen Blick über die gesamte Stadt, welcher sich vermutlich auch am Tage, aber vor allem bei Nacht mit den ganzen Lichtern einfach nur lohnt.

Der nächste Tag startete früh. Um 4 Uhr war für uns beide die Nacht vorbei. Während ich noch ein wenig vor mir her schlummerte, machte Christian sich bereits auf die erste Fototour und konnte mit der aufgehenden Sonne ein paar klasse Bilder der California Street mit der Bay Bridge im Hintergrund machen.
Anschließend ging es für uns beide auf zum ersten Rundgang durch die Stadt. Wir bahnten uns den Weg durch China Town und kamen gegen 09:30 Uhr am Pier 39 an. Zu dieser Zeit befanden sich dort kaum andere Touristen und wir hatten die Robben gefühlt ganz für uns alleine.

Weiter ging es durch das Hafengebiet Fishermans Wharf der Golden Gate Bridge entgegen.  Querfeldein durch die Stadt und vor allem steil bergauf und noch mehr steil bergauf  hieß unser Nachmittagszwischenziel „Ruhepause im Hostel“.

Am späten Nachmittag statteten wir dem Schwulen- und Lesbenviertel The Castro einen kurzen Besuch ab und machten uns anschließend auf den Weg zum Marshalls Beach, um von dort zum einen die Golden Gate Bridge aus einem weiteren Blickwinkel zu betrachten und zum anderen den Sonnenuntergang zu bestaunen.

Leider ist es einem Jetlag ziemlich egal, wie müde und erschöpft man am Abend ins Bett gefallen ist. Auch die folgende Nacht war um 03:30 Uhr vorbei.
Da wir uns den Wecker aber sowieso auf um 05:00 Uhr gestellt hatten, war dies dann irgendwie schon wieder erträglich. Früher als geplant sind wir so zu unserem morgendlichen Ziel aufgebrochen. Der Sonnenaufgang über der Golden Gate Bridge.
So fuhr ich uns also in unserem Ford Mustang GT über die Brücke zu dem Aussichtspunkt Battery Spencer (Kneif mich mal!).
Dank der früheren Abfahrt erwischten wir die Golden Gate Bridge noch beleuchtet in der anfangenden Dämmerung und bewunderten folgend einen gigantischen Sonnenaufgang.

San Francisco, danke für diesen warmen Empfang! Danke für all die Sonne die Du uns geschenkt hast! Danke für Deine Vielfalt und Deine Herzlichkeit.

Ich habe ja schon immer gesagt, dass wir beide unter anderem sehr gut zusammen passen, da wir den gleichen Sinn von (Un)ordnung haben. Dies hat sich nach nur zwei Nächten im Hostel wieder einmal bestätigt.

Aus diesem Grund war ich sehr froh, dass wir am Mittwoch (04.03.2020) unseren Camper abgeholt haben und somit nicht jeden morgen von Neuem aufräumen müssen, sondern uns diesem „Elend“ nur einmal am Urlaubsende widmen müssen.

Unsere Reisezeit in die Vorsaison zu legen, stellte sich auch hier als sehr positiv heraus. Bei der Vermietung hat es niemanden interessiert, dass wir zwei Stunden zu früh da waren. Wir haben unseren Camper ohne Wartezeit zwei Stunden früher bekommen und hatten damit die Chance, doch noch im Hellen im Yosemite Nationalpark anzukommen.

Yosemite Nationalpark

Von San Francisco ging es für uns direkt in den Yosemite Nationalpark, welchen wir tatsächlich noch am Nachmittag erreicht haben.
Nachdem wir die Einfahrt in den Nationalpark passiert hatten, konnten wir von dem Aussichtspunkt Tunnel View ein erstes Mal sehen, was da gewaltiges vor uns lag.
Wir sind den kompletten Weg hinunter ins Valley nicht mehr aus dem Staunen heraus gekommen. Links und rechts ragten die Felswände neben uns in die Luft.

Wir haben die Nacht auf dem Upper Pine Campingplatz verbracht und lagen vollkommen richtig damit, den Campingplatz im Voraus zu buchen. Als wir ankamen, war der komplette Platz belegt.
Wir haben uns ebenso im Vorfeld darüber belesen, welcher dieser Stellplätze die beste Aussicht hat und uns für die Nummer 9 entschieden. Von dort aus hatten wir einen freien Blick ins Valley.

Am nächsten morgen habe ich beim Eier braten ungewollt gleich einmal unseren Feuermelder getestet und um halb 7 vermutlich den gesamten Campingplatz geweckt. Er funktioniert!
Nach dem Frühstück haben wir dann eine erste Wanderung zum Mirror Lake gemacht und uns nach einer kurzen Pause noch die Wasserfälle angesehen.
Diese gewaltigen Felswände und unter anderem der Halfdome waren dabei immer in unserem Blickfeld. Einfach nur Wahnsinn.

Da der Aussichtspunkt Glacier Point, von welchem aus man den Halfdome noch einmal richtig gut im Blick hat, im Winter leider geschlossen ist, haben wir uns am früheren Nachmittag auf dem Weg zum Lake Tahoe gemacht.

Lake Tahoe

Auf dem Weg zum Lake Tahoe kam eine meiner Schwächen zum Vorschein, welche ich seit unserem Frankreich Roadtrip nicht mehr gesehen habe. Ich vergesse manchmal einfach abzubiegen, wenn das Navi mir sagt, dass ich abbiegen soll – 20 Minuten Umweg und für mich eine extra Einheit darin, den Camper in engen Kurven bergauf und bergab zu manövrieren.

Wir sind erst im Dunkeln in dem Ort South Lake Tahoe angekommen und konnte nicht wirklich erahnen, was uns am nächsten Tag erwarten wird. Das einzige was wir bemerkten, war, dass wir sehr hoch in den Bergen waren und das auch die Schneedecke immer dichter wurde.
Die Nacht verbrachten wir umgeben von Pinien auf einem freien Parkplatz im Ort.

Am morgen kam der See dann in seiner kompletten Pracht zu Geltung. Glasklar, türkisblau und ringsherum Schneebedeckte Berge.
Im Starbucks standen schon früh die ersten Menschen in Skisachen neben uns, welche sich auf einen tollen sonnigen Tag auf den Pisten freuten.
Für und ging es (leider) nicht auf die Piste, dafür einmal um den See herum. Hier und da machten wir Halt und wanderten auch noch einmal steil bergab zu der Secret Cove im Norden des Sees.
Der Umkehrschluss von steil bergab ist steil bergauf. Bei umgerechnet 13 Stockwerken in knapp 2.000m Höhe wurde mir die Luft ganz schön knapp.

Highway 395

Der Lonely Planet hat den Highway 395 als Highway der Superlative beschrieben und genauso war es. Ganze 227 Meilen kam ein Highlight nach dem anderen. Einer beindruckenden Bergkette folgte eine noch beeindruckendere Bergkette. Dazu gehörte auch der höchste Berg der USA, der Mt. Whitney, welcher 4.421 m hoch ist.
Die Nacht haben wir auf einem tollen Campingplatz in Bishop verbracht. Dort konnten wir unsere Tanks leeren und wieder füllen und uns so auf die kommende Nacht im Death Valley vorbereiten.

Death Valley

Es ging mit Superlativen weiter. Wenn du denkst, da geht nicht noch mehr an gigantischem Ausmaß, dann sei Dir gewiss, das Death Valley hält um jeder Ecke ein neues bereit.
Das Wetter war gestern nicht ganz auf unserer Seite. Es war sehr windig und dazu auch stark bedeckt. So hielten wir auf unserer Fahrt durchs Valley nur bei den Mesquite Flat Sanddunes und suchten anschließend schon unseren Campingplatz in Furnace Creek auf. Wir haben die Nacht inmitten des Nationalparks verbracht. Schon irre. Im Sommer wäre das wohl nicht erträglich gewesen.

Heute (08.03.2020) machten wir uns nach dem Frühstück auf zu dem Ort Badwater. Badwater liegt 85,5 m unter dem Meeresspiegel und ist quasi eine riesige Salzwiese. Dort hatten wir vor der Kamera so unseren Spaß.
Unsere Mittagspause verlegten wir an den Aussichtspunkt Zabriskie Point und nachdem wir mit Hängen und Würgen die nächste Tankstelle außerhalb des Death Valley National Parks erreicht haben, ging es für uns nach VEGAS, Baby!

Hier wollen wir die nächsten zwei Abende unsere Reisekasse wieder auffüllen.


Da uns dies nicht sofort am ersten Abend gelungen ist, verweilen wir nun hier für eine Woche und schauen in der nächsten Woche, ob wir den einarmigen Banditen noch austricksen konnten.

1610 – 9. Wild’n’Fuerte #2

Was bisher geschah.
Die ersten Tage unseres Urlaubs auf Fuerteventura haben wir auf  2 Rädern, ohne Wind auf SUPs und mit Wind auf  Windsurfboards verbracht. Wer letzte Woche noch nicht dabei war, kann die Details hier noch einmal nachlesen.

Auch wenn ich an diesem Mittwochabend unheimlich erschöpft war, war es dennoch ein wunderschönes Gefühl. Wir haben den ganzen Tag am und im Wasser verbracht und sind dabei unserem Hobby nachgegangen.
Dies machte Vorfreude auf die letzten Tage.

Das Drama erreicht dann jedoch am Donnerstag seinen Höhepunkt. Ein Blick auf die Windvorhersage und auf die Fahnen der Surfschule verriet uns, dass der Wind noch etwas kräftiger war als am Vortag und wir konnten es kaum erwarten unsere Neoprenanzüge anzuziehen und ins kühle Nass zu springen. Dies wurde uns aber  untersagt. Im Gegensatz zum beispielsweise Saaler Bodden ist der Atlantik natürlich kein Stehrevier und an diesem Tag war der Wind so kräftig, dass die Surfschule (zu unserer eigenen Sicherheit) einen Wasserstart für den Verleih von Surfmaterial voraussetze. Man hat uns unsere enttäuschten Gesichter wohl angesehen und uns noch Hoffnung auf einen etwas mäßigeren Wind am Nachmittag gemacht. Somit saßen wir am Ende 3 Stunden lang am Ufer und haben den „Profis“ wehmütig dabei zugesehen, wie sie ihre Runden auf dem Atlantik drehten. Die Windstärke blieb durchweg konstant.
Die Laune war nicht mehr auf ein ertragbares Level zu bringen. Auch das vielfältige Abendbrotbuffet schmeckte an diesem Abend überhaupt nicht.
Die Enttäuschung war zu groß. Wir sind uns natürlich bewusst, dass der Atlantik schon eine große Hausnummer als Anfänger ist, leider erweckte aber der Internetauftritt der Surfschule den Eindruck, dass man den ganzen Tag auf der Lagune fahren kann und dies ist nicht der Fall. Diese füllt sich Gezeitenabhängig und ist max. 2 Stunden am Tag, 4-5 Tage die Woche befahrbar.
Da die Windvorhersage für unseren letzten Tag genauso aussah wie an diesem Tag entschieden wir uns vorab gegen das Surfen und Warten und stattdessen für das, was wir am besten können, einen kleinen Roadtrip.

Und dies war die vollkommen richtige Entscheidung.
Früh ging es für uns zur Autovermietung. Nach Übernahme des Renault Clio und dem Hinweis, dass die Versicherung nur auf Asphaltstraßen greift, ging es direkt die Schotterpiste entlang Richtung Süden.  Der kurvenreiche Anstieg führte uns zunächst nach Cofete. Dies ist ein kleiner, spartanischer Ort an der Westküste. Es ist erstaunlich was den Menschen zum Leben reicht und wie hoch doch unser eigener Standard ist. Landschaftlich haben mich die Berge und der raue Ozean ein wenig an Hawaii erinnert. Hier nur eben nicht saftig grün,  sondern grau in grau. Dennoch mindestens genauso schön und genauso beeindruckend!
Die anschließende Wanderung zu dem Roque del Moro brachte uns zu einem menschenleeren, kilometerbreiten Strand. Wir fühlten uns wie in einer Parallelwelt, konnten nicht glauben, dass wir dieses einzigartige Fleckchen Erde ganz für uns alleine hatten.

Den späten Nachmittag haben wir dann noch einmal komplett im Norden verbracht. In der Nähe des Ortes Corralejo findet man eine riesige Dünenlandschaft vor. Sand soweit das Auge reicht, rechts von einem an der Küste und ebenso links von einem im Landesinneren. Hier haben wir eine Weile die kraftvollen Wellen und die Wellenreiter beobachtet und zum Abschluss des Tages sind wir noch einmal eine Düne für den Sonnenuntergang hinaufgegangen.

Der Urlaub verlief nicht so wie wir es Anfangs geplant hatten, aber ein Glück sind wir improvisieren gewohnt und können den Blick trotz Niedergeschlagenheit schnell in eine Richtung wenden und nach Alternativen suchen. Somit hatten wir am Ende trotz allem einen klasse Urlaub!

Die Kanarischen Inseln waren bisher nicht unbedingt eines meiner Wunschreisegebiete. Ich habe mich hier sehr gerne und dankend belehren lassen. Trotz der vielen Urlaubsflieger tagtäglich bekommt man von dem Massentourismus abseits der Urlaubsorte absolut nichts mit und findet eine landschaftliche wunderschöne Region, welche sehr viel Ruhe ausstrahlt, vor. Vielleicht auf bald, zum Inselhopping  während des deutschen Winters mit unserem Bulli.

1610 – 8. Wild’n’Fuerte #1

Heute geht es endlich mal wieder zurück zu meinen Ursprüngen. Den Reiseberichten.
Wir waren letzte Woche auf Fuerteventura und davon möchte ich Euch heute erzählen.

Die Idee der Reise war, dass wir noch einmal dem Herbst und dem nahenden Winter entfliehen wollten. Einfach eine Woche lang Sonne, Wärme und surfen. Für dieses Vorhaben bot sich eine Pauschalreise nach Fuerteventura einfach super an. Hotel mit Halbpension und dem Surfspot direkt vor der Haustür.
Als wir die Reise dann vorletzten Samstag angetreten haben, fühlte es sich schon komisch an. Von Hamburg aus ging es knappe 5 Stunden mit dem Flugzeug auf die Insel, wo der Bus zum Hotel bereits auf uns wartete. Dort angekommen checkten wir in unser Zimmer mit einem prägnanten 90er Jahre Charme ein. Frühstück gibts von 08:00 Uhr bis 10:30 Uhr und Abendbrot von 18:30 Uhr bis 21:30 Uhr. Alles war durchdacht. Wir steuerten nach unserer Ankunft etwas neben der Spur zum Pool, zum Surfspot, zurück zur Poolbar. So richtig wohl habe ich mich nicht gefühlt, mir fehlte unser muckliger Bus, die Eigenständigkeit, die Planlosigkeit, die Zweisamkeit.

Da für die ersten Tage noch nicht wirklich Wind angesagt war, habe ich mich zu einer kleinen Roller-Tour überreden lassen. 220 km später auf einer Harley Davidson hat mir mein Po noch nie so weh getan. Bei einer Reisegeschwindigkeit von durchschnittlich 60 km/h habe ich mich sogar halbwegs wohl gefühlt und die Fahrt ein wenig genossen.
Fuerteventura ist karg, es gibt kaum Vegetation und einfach nur wunderwunderschön! Die Landschaft hat mich sehr beeindruckt, die meisten Orte außerhalb der Bettenburgen sich touristisch wenig überlaufen und überall liegt eine unbeschreibliche Ruhe in der Luft. Die Tour brachte uns zu den Höhlen von Ajuy und anschließend weiter in den kleinen Surferort El Cotillo.


Am nächsten morgen haben wir die Harley zurückgebracht. Diese hat uns ein deutscher Auswanderer vermietet. Bei Temperaturen um die 25 Grad und strahlendem Sonnenschein kamen auch bei uns die ersten Überwinterungsspinnereien in den Kopf.
Nach unserer Rückkehr im Hotel wehte immer noch kein Lüftchen. Also haben wir uns 2 SUPs ausgeliehen und auf diesen etwas im Wasser gespielt, versucht ein paar Wellen zu reiten. Der Blick vom Wasser auf die Insel, wieder einmal traumhaft.

Mittwoch ging es für uns früh hoch. Noch im dunklen verließen wir unser Zimmer und schlenderten einfach die Küste entlang Richtung Süden um uns den Sonnenaufgang anzuschauen.
Und dann war da nach dem Frühstück doch tatsächlich Wind. Voller Euphorie stürmten wir mit unserem Equipment in den Atlantik und dann, ging einfach nichts. Es herrschte auflandiger Wind, Weißwasser im gesamtem Stehbereich. Ich bin nicht einen Meter gefahren und lag nach 45 Minuten fix und fertig am Strand.
Am Nachmittag, mit der Flut, war dann die vor dem Haus liegende Lagune mit Wasser gefüllt und wir starteten einen neuen Versuch und nun waren auch endlich Fortschritte zu erkennen. Der mir zuvor nie gelungene Beachstart funktionierte am Ende des Tages ganz gut. Kaputt und glücklich und zufrieden ging für uns der Tag zu Ende.

Fortsetzung folgt….

Welcome to the Jungle!

Heute ist es mal wieder an der Zeit, um Euch für einen kurzen Moment in den Sommer und die unbeschreiblich schöne Natur Neuseelands zu entführen. 

Nachdem ich 8 Tage am Stück durchgearbeitet habe, war es letzten Dienstag dringend nötig der Großstadt für eine Weile den Rücken zuzukehren. Somit machte ich mich Vormittags auf den Weg und erreichte innerhalb von einer halben Stunde den Goldie Bush Walkway. Bei bestem Wanderwetter bin ich nach nur wenigen Schritten in den Dschungel eingetaucht. Ich habe mich tatsächlich gefühlt, als wäre ich im Dschungel. Ich kann schwer in Worte fassen, wie dieses Gefühl entsteht, zumal ich ja auch noch nie im Dschungel war. Vielleicht sind es die vielfältigen Grüntöne oder aber die beeindruckenden Naturschauspiele oder beides zusammen… Jedenfalls habe ich nach jeder Biegung mit Simba, Timon und Pumbaa gerechnet und in den Bäumen nach an Lianen lang hangelten Affen Ausschau gehalten. „Leider“ musste ich aber immer wieder feststellen, dass ich in Neuseeland und nicht in Afrika bin. 

Der Weg führt zu einem wundervollen Wasserfall, bei welchem ich eine Pause einlegte und die Umgebung in mich aufnahm. Da es auf dem Hinweg zum größten Teil nur bergab ging, war ich nicht so richtig motiviert für den Rückweg. Mein Fitnesslevel hat sich immer noch nicht an die Gegebenheiten hier vor Ort gewöhnt und es ist jedes Mal aufs Neue körperlich anstrengend. Nach umgerechnet 103 Stockwerken bin ich etwas aus der Puste wieder am Ausgangspunkt angekommen und abends selig in mein Bett gefallen.

Tatsächlich steht auch hier in Neuseeland Weihnachten vor der Tür. Mir fällt es schon in Deutschland sehr schwer in Weihnachtsstimmung zu verfallen, dementsprechend könnt ihr Euch vielleicht vorstellen, wie es mir bei sommerlichen 24 Grad ergeht.

In meinen Augen ist die Vorweihnachtszeit hier ähnlich wie in Europa. Zwar fehlen die Weihnachtsmärkte, aber die Häuser werden genauso weihnachtlich dekoriert und beleuchtet. 

Ich habe mich nach meiner letzten Arbeitsschicht einmal mit meiner Kamera auf den Weg gemacht und ein paar Bilder für Euch eingefangen. Auch der Skytower erstrahlt seit dem 01.12. in einem weihnachtlichen Rot/Grün. 

Ich werde an den Feiertagen arbeiten und kann es kaum erwarten ein paar Tage später meinen langersehnten Besuch aus Deutschland in Empfang zu nehmen! 

Ich wünsche Euch eine tollen Start in die vorletzte Woche des Jahres!
Ich drück Euch fest!

Eure Claudi

Next Stop – Neuseeland!

True enough, this compass does not point north.“
„…Where does it point?“
„It points to the thing you want most in this world.

Jack Sparrow and Elizabeth Swann

 … und wie ihr alle wisst, ist dies bei mir seit Langem nur eins. Neuseeland.

Endlich habe ich meine Segel gehisst und werde im Oktober meiner Kompassrichtung folgen.

Dieses Mal ist es nicht nur beim Träumen geblieben. Dieses Mal habe ich den „Buchen“ Button geklickt! Am 19. Oktober 2016 werde ich mich mit dem Working Holiday Visum in der Tasche auf den Weg machen und für 1 Jahr in dieses wundervolle Land zurückkehren.

Goethe schrieb einst an seinen Sohn: Nur wünschte ich, daß du als ein fleißiger Heftschreiber auch ein Reiseheft schriebst, nicht um die Gegenden zu beschreiben, sondern nur von manchen Lokalitäten, Menschen, Gasthöfen, Preisen, gegenwärtigen Zuständen, Gesinnungen und so weiter eine feste Notiz zu behalten.

Dergleichen Aufsätze sind für uns und andre sehr belehrend und in der Folge, wenn wir wieder an solche Orte kommen, unschätzbar.“

Für euch alle, die mich virtuell auf meiner Reise begleiten wollen, ist dies die Intention meines Blogs. Wobei ich nicht ausschließen kann, euch auch die atemraubenden Landschaften schmackhaft zu machen.

Bis zum Abflug ist es beileibe noch eine Weile hin, aber ich möchte mein bisheriges Leben wenigstens halbwegs geordnet über Bord werfen. Von nun an heißt es also: organisieren, ordnen, belesen und das ein oder andere Mal die Dinge einfach auf mich zukommen lassen.

#267

Vorfreudig, eure Claudi!