Dienstag: Neuer Job Mittwoch: 10 Liter Mexikaner mixen Donnerstag: Hochzeitsgeschenk besorgen und basteln Freitag: Sommerfest Samstag: Hochzeit Sonntag: Zu viele Gin Tonic Montag: Huch… wie ging denn das so schnell!?
Ihr Lieben, ich muss mich entschuldigen, der heutige Montag kam überraschend schneller als erwartet!
In der Regel muss Christian jede Woche herhalten und meine neuen Beiträge vorab lesen. Da ich am vorletzten Wochenende in Schweden war, durfte für den Beitrag 1610 – Der Trott! Malin in den Genuss der Vorab-Leserin kommen. Und dies bot uns anschließend brillanten Redestoff.
Abenteuer, das
Ich habe in der vorletzten Woche darüber gesprochen, dass mir die Abenteuer im Alltag fehlen. Dass es mir nach einer gewissen Zeit der Routine immer schwerer fällt diesen nachzugehen, geschweige denn sie überhaupt noch sehen zu können.
Doch was bedeutet das Wort ‚Abenteuer‘ überhaupt? Wenn ich an Abenteuer denke, verbinde ich damit immer einen Ausflug, eine Reise. Am liebsten habe ich die Abenteuer, bei denen ich für mehrere Wochen Ozeane überquere und eine neue unbekannte Welt entdecke. Genauso mag ich es aber auch an einem Freitagnachmittag nach Feierabend zum nächsten Flughafen zu hetzen, um das Wochenende in einer der vielen schönen Städte in Europa zu verbringen. Um ein Abenteuer zu erleben, muss ich aber auch nicht immer zwingend in ein Flugzeug steigen. Ich kann es kaum erwarten im Sommer wieder in unserem Bulli an verlassenen Stränden oder in 2.000m über den Meeresspiegel zu nächtigen. Und am Ende ist für mich ein Abenteuer auch ein Wochenendausflug nach Rügen oder zu Freunden nach Berlin. Wichtig ist für mich einfach nur, dass ich meinen gewohnten Umkreis verlasse.
Dies ist, wie wir alle wissen, nicht jedes Mal wenn man das Bedürfnis nach einem Abenteuer hat, mit dem eigentlichen Leben zu vereinbaren. Wäre es aus diesem Grund nicht viel sinnvoller, das Wort ‚Abenteuer‘ einfach in dem Zusammenhang mit etwas Neuem, mit etwas Ungewohntem zu sehen?
Diese Sichtweise lässt sich viel viel besser in den Alltag integrieren! Auf einmal ist ein Abenteuer der Konzertbesuch in dem Club eine Straße weiter. Ein Abenteuer ist dann die Fototour durch unbekannte Straßen der eigenen Stadt. Oder der Yogakurs am Dienstag. Oder der Nachmittagsausflug auf die andere Seite der Warnow. Oder der Besuch in dem neuen Restaurant.
Mir fällt es, gerade nach den langen dunklen Tagen ,sehr schwer diese kleine Abenteuer als solche anzusehen und dabei würde mir diese weitgefasste Definition den Alltag ungemein erleichtern.
Der Ausflug nach Schweden und das Eintauchen in eine andere Welt, damit meine ich nicht das fremde Land, sondern das Eintauchen in Malins Alltag und ihre Gedankenwelt, hat die Schranke in meinem Kopf wieder geöffnet und nun liegt es an mir, meinem inneren Schweinehund den Kampf anzusagen, den Trott zu verlassen und den kleinen Abenteuern des Alltags wieder mehr Bedeutung zuzuschreiben.
Bevor ich mich aktiv der Umsetzung der kleinen Abenteuer im Alltag widmen werde, steht für mich zunächst aber noch ein großes Abenteuer auf der Agenda. Christian und ich werden in der nächsten Woche zu dieser Zeit im Flugzeug nach San Francisco sitzen und dort 2,5 Wochen mit dem Wohnwagen das Land der unbegrenzten Möglichkeiten unsicher machen. Dies bedeutet, dass ich mich für 3 Wochen von Euch verabschiede und am 23.03.2020 mit den ersten Reiseimpressionen wieder für Euch da sein werde.
Solltet ihr in dieser Zeit nicht auf neuen Lesestoff verzichten wollen, freue ich mich Euch auf unserem gemeinsamen Blog gintonicgurke.com begrüßen zu dürfen. Dort werde ich je nach Zeit und Internet die Schritte unserer Reise aktuell festhalten.
Der Wecker klingelt um kurz nach 6. Wenn ich 2 Mal snooze, verbleiben mir ca. 45 Minuten um mich für den Tag fertig zu machen. Ich fahre zur Arbeit und schaue dort 4 Stunden lang auf meinen Bildschirm. Ich bewege die Maus von links nach rechts und oben nach unten. Ich öffne neue Tabs, Excel-Dateien und Programme. Ich schließe sie wieder. Nach einer Stunde Mittagspause beginnt das gleiche Spiel wie am Vormittag für weitere 4 Stunden. Ich fahre nach Hause und treffe mich mit Christian auf der Couch. Wir essen Abendbrot und schauen Netflix. Irgendwann schlafe ich ein und werde nur noch einmal kurz wach, um die Couch zu verlassen und ins Bett zu gehen.
Der Wecker klingelt um kurz nach 6. Wenn ich 2 Mal snooze, verbleiben mir ca. 45 Minuten um mich für den Tag fertig zu machen…
Tagein. Tagaus.
Dies klingt nun ein wenig trist und überzogen. Für einige von Euch würde das eine wunderschöne Routine darstellen. Natürlich genieße auch ich diese Geborgenheit, sei es auf Arbeit oder Zuhause, sehr. Aber so sehr ich diese Stetigkeit in einigen Momenten meines Lebens benötige, so sehr wird sie mir ziemlich schnell auch wieder zur Last.
Ich brauche Abenteuer. Ich bin so wissbegierig und neugierig, dass mir meine normale Umgebung schnell auf die Füße fällt. Ich habe ständig das Gefühl, dass ich meinen Horizont erweitern muss und dass mir mein alltäglicher Radius dahingehend die Grenzen aufzeigt.
Seit dem ich von meiner Weltreise zurückgekommen bin, schreibe ich immer wieder darüber, dass ich mir die Abenteuer im Alltag erhalten will. Das es so einfach ist, wenn man es nur will und dann finde ich mich im nächsten Augenblick antriebslos und unzufrieden auf unserer Couch wieder. Die Gedanken drehen sich dann darum, dass mein Abenteuerbudget gerade nicht ausreicht, dass ich meine Partnerschaft pflegen muss, dass kein Ziel dicht genug für einen Wochenendausflug ist.
Diese Woche war ich dann mal wieder an dem Punkt, an dem ich das alles nicht mehr ertragen konnte und auf einmal lag die Lösung so Nahe!
Ich schreibe Euch diese Zeilen gerade von dem wohl schönsten Schreibtisch der Welt. Dieser befindet sich inmitten auf unserer wunderschönen Ostsee. Wenn ich den Blick von meinem Laptop hebe, sehe ich diese beruhigende, blaue Weite. Rostock habe ich hinter mir gelassen und wenige Seemeilen vor mir heißt mein Ziel Trelleborg/Malmö.
Ich vereine an diesem Wochenende alles, was mir in der letzten Zeit sehr gefehlt hat. Ich begebe mich aus meinem gewohnten Kiez. Ich habe durch die 6stündige Überfahrt unheimlich viel Zeit für mich und am aller besten – mir steht ein Wochenende mit einer meiner besten Freundinnen voller tiefgründiger Gespräche in dem erfrischenden Schweden bevor.
Am Ende kostet mich der Ausflug genauso viel wie ein Wochenende in Rostock mit einem Besuch im Stadion. Am Ende pflege ich meine Beziehung auf diese Weise wohl viel intensiver als die unzufriedene Claudi zuhause auf der Couch es je könnte.
Es ist wie es ist. Irgendwie bin ich wieder drin in „diesem“ Trott. Aber es ist auch wie es ist. Die Gewohnheit lässt sich immer wieder leichter austricksen, als man denkt!
Am Rande – Buch der Woche: Veit Lindau – Seelengevögelt (2/2020)
Ich habe das Buch vor einer ganzen Weile mal bei einem Freund liegen sehen und mich angesprochen gefühlt, da es in diesem Buch um den Sinn des Lebens geht. In kurzen Geschichten will Veit Lindau uns aufrütteln unser Leben zu leben, es nicht immer so schwer zu sehen und zu nehmen.
Auch wenn ich großteils vollkommen hinter seinen Geschichten und Gedanken stehe, für mich war das Buch am Ende zu radikal. Auf eine unerschrockene Art wird man immer wieder direkt angesprochen. DU hast es in der Hand. DU kannst es ändern. DU. DU. DU.
Ich bin dann wohl doch eher der Paulo Coelho oder John Strelecky Typ. Der sich auf sanfte, indirekt Art der Einzigartigkeit des Lebens bewusst wird.
So gerne ich euch heute wieder von meinen spannenden Abenteuern berichten würde, verlief die letzte Woche doch eher ruhig ab und stand unter einem nachdenklichen Stern. Die Landschaftsfotos müssen aus diesem Grund heute Platz für meine Gedanken machen.
Die meisten von euch haben vermutlich eine Nachrichtenapp auf dem Smartphone, welche euch stets mit Push-up Meldungen über das Weltgeschehen auf dem Laufenden hält. In diesen Nachrichten ist leider am Sonntag Nachmittag deutscher Zeit Neuseeland in den Mittelpunkt gerückt. Auf der Südinsel hat sich ein schweres Erdbeben mit unzählbaren Nachbeben und einhergehender Tsunamigefahr ereignet. Auch wenn die Auswirkungen gemäß Aussage der Medien bis Auckland zu spüren gewesen sein sollen, habe ich davon nichts mitbekommen. Schlafen ist seit jeher meine beste Disziplin und dementsprechend haben mich die vielen Nachrichten auf meinem Telefon am Montagmorgen schneller wach werden lassen, als ich es gewohnt bin, da ich mir mehrfach die Frage stellte, warum es mir nicht gutgehen sollte.
Aufgrund der geographischen Lage Neuseelands sind Erdbeben, wenn auch nicht in dieser Schwere, unglücklicherweise Normalität. Christchurch hat sich bis heute noch nicht vollständig von dem Erdbeben in 2011 erholt und rückt nun wieder fast in den Mittelpunkt des Geschehens. Es ist bewundernswert, dass die Menschen den Mut nicht verlieren, trotz der Rückschläge an ihre Heimat glauben und einmal mehr mit dem Neuaufbau beginnen!
Auch wenn dieses Ereignis ohne Frage sehr tragisch ist, löst es in mir persönlich ein Gefühl von kompletter Dankbarkeit aus. Eure zum Ausdruck gebrachte Besorgtheit zeigt mir, welches große Glück ich habe, mein Leben mit so tollen Menschen wie euch teilen zu dürfen und stimmt mich jetzt schon ein wenig in Vorfreude auf die Zeit nach meiner Rückkehr und dem Bewusstsein, dass uns dann keine 18.000 km mehr trennen.
Ein ähnliches Gefühl lösen ebenfalls eure Kommentare in mir aus. Sie bestärken mich an dunklen Tagen in meinem Vorhaben und spornen mich an hellen Tagen zu neuen Bestleistungen an. Ich schätze jedes einzelne Wort sehr, muss aber an dieser Stelle ehrlich sagen, dass ich mich am meisten auf den ersten Kommentar von meinem Opi freue, welcher überrascht von den Schreibkünsten seiner Enkelin jeden Beitrag mit Begeisterung verfolgt.
Mein Alltag wird auch in nächster Zeit ruhiger verlaufen. Ich werde Auckland zu meinem Lebensmittelpunkt machen und habe erstmal keine weiteren Ausflüge in die Umgebung geplant. Die krampfhafte Jobsuche habe ich aufgegeben. Ich bin mir in den letzten Wochen einfach bewusst geworden, dass ich hier gerade die große Chance einer Auszeit habe, welche mir Spaß machen und mich glücklich stimmen soll. Ich habe vor einiger Zeit für mich selbst eine „Happiness ToDo Liste“ erstellt und widme dieser nun meine volle Aufmerksamkeit. Dazu gehören unter anderem Sport, gesunde Ernährung und schreiben. Ich bin überzeugt, dass sich in den nächsten Wochen obendrein beruflich etwas ergeben wird, aber dann soll es auch ein Job sein, welcher mich fordert und mich voran bringt und wer weiß… vielleicht kann ich ja auch irgendwann mit Beiträgen wie diesen mein Geld verdienen. 😉
Abschließend bleibt mir heute nur zu sagen, dass ihr euch gar nicht vorstellen könnt, wie einfach und „mutlos“ die Umsetzung ist, wenn man ein festes Ziel vor Augen hat und daran glaubt!