Es gibt einen letzten Beitrag, welchen ich vor dem Beginn meiner Kolumne 1610 geschrieben habe und welchen ich heute unbedingt noch einmal mit Euch teilen möchte.

Ich habe eine Psychologin!

Und damit meine ich keine Flasche Wein und eine gute Freundin.

Im letzten Winter habe ich sie das erste Mal aufgesucht. Anfangs waren die Gespräche wöchentlich, nach einer Weile haben wir unsere Termine nicht mehr ganz so eng getaktet. Irgendwann, der Frühling war voran geschritten und ich hatte Christian kennengelernt, habe ich die Therapie einfach abgebrochen. Wir hatten nie ein abschließendes Gespräch. Das Vitamin D in meiner Blutbahn hat für mich entschieden, dass es mir wieder gut geht.

Doch in diesem Jahr musste ich sie wieder anrufen. Diese Last, die ich mit mir rumgetragen habe, war zu groß um sie mit Freunden zu besprechen und vor allem viel zu groß für mich alleine. Meine Psychologin war in keiner Weise nachtragend über meinen plötzlichen Abgang im letzten Jahr. Wir haben dem 2 Sätze gewidmet und dann angefangen meine depressive Episode anzugehen.

Für mich war schnell klar, dass mein Problem nicht alleine mit der Arbeit zu tun hat. Dafür ging es mir verhältnismäßig viel zu schlecht. Die ersten Gespräche gingen noch viel um die gegenwärtige Situation, doch irgendwann wurde tiefer nach dem eigentlichen Problem gesucht. Dies ist eine sehr schmerzhafte Erfahrung! Dies bedeutet sich auf sich einlassen, sich mit sich auseinandersetzen und vor allem sich mit seiner Familie zu beschäftigen. Es flossen viele Tränen und am Ende lag bzw. liegt der Auslöser in meiner Kindheit. (Den Begriff Kindheit weite ich hierbei durchaus bis auf die Anfang 20er aus) Mein inneres Kind hatte keine Heimat gefunden. (Buchempfehlung: Stephanie Stahl. „Das Kind in dir muss Heimat finden“) Mein inneres Kind war verletzt, schaute immer wieder über meine Schulter und machte mich auch heute klein und verletzlich. Wir haben diesem Thema viel Zeit gewidmet, ich habe Tipps für Verhaltensweisen bekommen und von Mal zu Mal eine Verbesserung gespürt.

Heute war ich wieder bei meiner Psychologin. Ich glaube unsere Wege werden sich bald trennen. Sie therapiert mich nicht mehr. Das mache ich selber. Wir reden über meine aktuelle Lebenssituation, welche alles andere als frei von Problemen ist, und ich erzähle ihr was diese mit mir machen und wie ich damit umgehe. Mir gegenüber nehme ich dann nur noch ein zustimmendes Nicken wahr. Bei meiner letzten Analyse von heute standen mir dann doch noch einmal die Tränen in den Augen. Ich habe begriffen, dass sie zwar stetig an meiner Seite war, aber dass ich mich am Ende alleine aus diesem Loch befreit habe. Ich habe meinen Kurs neu ausgerichtet, den Glaube an das Gute nicht verloren und mein Leben in die Hand genommen.

Und genau das, das könnt ihr, das kannst DU auch!

Update Mai 2020

Ich bin nach wie vor in psychologischer Behandlung.
Auch wenn es mir zu 85% sehr gut geht, gibt es immer noch die verbleibenden 15%, die es hin und wieder schaffen, meine Stimmung zu kippen und das dann auch komplett.
Ich kenne den Trigger mittlerweile ziemlich genau und habe begriffen, dass man diese äußeren Einflüsse nicht komplett eliminieren kann. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als mich damit zu befassen und einen Weg zu finden, wie ich trotz aller blöden Umstände dieser Welt meine Gelassenheit behalte.
Und dabei ist meine Psychologin eine mehr als wertvolle Unterstützung.

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Heft „1610 – Alle Beiträge aus 2019“

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