Nicht für immer, aber für die Regelmäßigkeit!

Ihr Lieben, ich schreibe so eben meinen 50. (!!!) Beitrag. 1 Jahr lang konntet ihr Euch, mit kurzen Urlaubsausnahmen, jeden Montag auf mich verlassen. Ich habe Euch an meinen innersten Gefühlen und Gedanken teilhaben lassen. Ich habe Euch mit in den Urlaub genommen. Ich habe Euch mit meinen Alltagsanekdoten für einen kurzen Moment auf andere Gedanken gebracht.

Das regelmäßige Schreiben war die überwiegende Zeit mein Anker. Zum einen hat es mir die Erfüllung gegeben, die mein Job mir zu der Zeit nicht geben konnte und zum anderen, viel viel wichtiger, war es für mich eine Form von Therapie. Erst beim Schreiben konnte ich mein Leiden sortieren. Viele Zeilen und Abschnitte habe ich runter geschrieben, gelöscht und dann wiederum neu strukturiert aufgeschrieben, bis ich selber den Lösungsweg aus den schweren Gedanken hinaus gefunden habe. Je mehr ich mich Euch gegenüber geöffnet habe, desto mehr von Euch haben sich mir mit ähnlichen Erfahrungen anvertraut. Dies hat mir unheimlich viel Mut gemacht, zu wissen, dass man nicht alleine so „bescheuert“ ist. Dafür Danke ich Euch von ganzem Herzen, jedem Einzelnen!

Es wird weiterhin Augenblicke geben, bei denen mir nur das Schreiben so richtig helfen wird und Christian und ich werden ganz gewiss unzählige weitere wunderbare Urlaube machen… Ich verspreche Euch, dass ihr weiterhin an allem teilhaben werdet. Nur eben nicht mehr jeden Montag.

Für die regelmäßigen Berichte möchte ich mich fürs Erste von Euch verabschieden. Ich habe in den letzten Wochen gemerkt, dass ich meinen Faktor Zeit neu aufteilen muss, dass sich Prioritäten verschoben haben und ich nicht alles unter einem Hut bekomme. Neben meiner Beziehung ist dies mein neuer Job – gebt mir noch ein halbes Jahr und ich werde Euch mehr darüber erzählen. Es war ein langer steiniger Weg, ich stehe noch ganz am Anfang, aber ich habe das intuitive Gefühl, dass sich alle Mühen und schweren Entscheidungen gelohnt haben. Über 50 Bewerbungen, 2 Stunden – 20 Minuten lange Vorstellungsgespräche, angefangene und wieder aufgegebene Jobs haben mich vor 4 Monaten das absolut ehrlichste und offenste Vorstellungsgespräch führen lassen, vollgepackt mit meinen Wünschen, Bedürfnissen und Vorstellungen. Wenn das nicht nach einem Ratgeber klingt.

Mir wird ein wenig schwer ums Herz, ihr werdet mir fehlen!
Aus diesem Grund wird es in ca. 2 Wochen auch noch eine Kleinigkeit zu räubern geben. Wie so immer, für Euch und für mich…

Passt auf Euch auf!
Eure Claudi

Am Rande – Buch der Woche: Anne Lamott – Bird by Bird (Some instructions on writing and life)
(07/2020)

Ich habe mich ehrlich gesagt sehr schwer getan, dieses Buch durchzulesen. Um genau zu sagen, habe ich den ganzen Sommer dafür benötigt.

Als ich auf dieses Buch gestoßen bin, habe ich auf ein paar Tipps zur Verbesserung meines Schreibstils gehofft. Das ist es aber nicht, worüber Ann Lamott in ihrem Buch berichtet. Ann Lamott ist eine Schriftstellerin und richtet Schreibkurse für (Hobby)Autoren aus. In ihrem Buch geht sie gezielt auf den Prozess des Schreibens eines Buches ein. Wie charakterisiert man seine handelnden Personen, wie überwindet man Schreibblockaden, wie finden man einen Verlag. Für alle unter Euch, die vielleicht einmal vorhaben einen eigenen Roman zu schreiben, denen kann ich das Buch sehr ans Herz legen. Für mich war es zum jetzigen Zeitpunkt nicht die passende Lektüre. Dennoch habe ich für mich ein paar Zeilen auf das Leben projizieren können.

I think perfectionism is based on the obsessive belief that if you run carefully enough, hitting each stepping-stone just right, you won’t have to die. The truth is that you will die anyway and that a lot of people who aren’t even looking at their feet are going to do a whole lot better than you, and have a lot more fun while they’re doing it.

S. 27