Immer wieder erwische ich mich dabei, wie sich mein Leben auf Arbeit auf mein Privatleben auswirkt.

Früh wurde mir beigebracht, dass ich nur mit greifbaren Erfolgen etwas wert bin.
In der Bank war es so, je erfolgreicher Du warst, d.h. je mehr Du verkauft hast, desto höher wurdest Du auf das Treppchen gestellt, desto mehr Anerkennung, mehr Geld hast Du bekommen. In jedem Mitarbeitergespräch wurde ich gefragt: „Wo siehst Du Dich in 5 Jahren?“ – Die Antwort zielte immer auf eine weitaus höhere Position ab, auch wenn es gar nicht das war, was ich wirklich wollte, aber nur dann wurde man wahr genommen. Je ambitionierter das Ziel, desto mehr musst Du dafür machen und desto mehr stellst Du irgendwann Dein Arbeitsleben über Dein Privatleben.
Und was ist, wenn Du aufgrund Deinem natürlichen Wesens diesem Druck gar nicht gewachsen bist? Was ist, wenn Du eine Person bist, die introvertiert lieber in kleinen Schritten voran kommt? – Du kannst Glück haben und unbemerkt Dein Ding machen, viel Wertschätzung wirst Du dafür aber nicht erfahren.

So war die Situation vor knapp 10 Jahren. Vielleicht gab es mittlerweile schon einen Wandel. Ich wünsche es mir sehr.
Ich konnte mich immer irgendwie, man muss es so sagen, durchmogeln. Ich stand mit meinen Kollegen oben auf dem Treppchen und habe die Wertschätzung erhalten, die ohne Ausnahme jedem Einzelnen Mitarbeiter einer Firma zustehen sollte. Denn auch die „Schwächeren“ haben einen Beitrag zu dem Gesamterfolg geleistet. Mir hat dies, je älter ich wurde, mehr und mehr zu schaffen gemacht. Ich merkte, dass ich damit nicht umgehen kann, dass mich diese Wettkampfumgebung unglücklich macht. Ich bin nicht höher, weiter, schneller, Ellenbogen! Ich bin gemeinsam Hand in Hand niemanden auf der Strecke lassen.

Und auch heute erwische ich mich wie beispielweise in meinem Job zuvor noch dabei, wie ich wieder diesen Durst nach Anerkennung verspüre. Nimm mich wahr, schenke mir Lorbeeren, ich arbeite doch so emsig wie es nur geht! Und wenn ich dann nicht das zurückerhalte, was ich mir in diesem Moment so sehr wünsche, bekomme ich schlechte Laune, bin ich enttäuscht und diese Enttäuschung schüttele ich nicht vor der Hauseingangstür ab. Ich rede über nichts anderes und bin traurig, obwohl doch zuhause alles wunderbar ist.

Schauen wir uns mal den Lebenszyklus an. Wir wachsen als Kinder wohl behütet im Kreise unserer Familie auf. Wir spielen sorglos mit unseren Freunden. Sie alle bekommen unsere beste Version zu Gesicht. Und später im Rentenalter, dort gibt es keinen Job mehr! Dort liegt der Fokus wieder auf der Familie, auf dem Genießen, auf dem Glücklich sein.
Wieso machen wir es uns in den Jahren dazwischen so schwer?

Unsere Freunde und unsere Familie sind es, die uns immer den Rücken stärken, die uns auffangen, wenn es uns schlecht geht, die uns aufmuntern, die uns wertschätzen, die uns unterstützen, die mit uns lachen und mit uns weinen, welche wir mit den glücklichsten Momenten unseres Lebens verbinden. Und genau sie haben es verdient, dass wir ihnen mit einem breiten Lächeln entgegen treten und unbeschwert das Leben feiern.

Ich glaube es nimmt sich nicht viel, ob wir einen Job haben, der 100% unserer Leidenschaft entspricht oder ob wir einen Job haben, zu dem wir nur an 4 von 5 Tagen gerne fahren, schlechte Tage wird es immer geben. Das Wichtige ist, dass wir diese schlechten Tage nicht überwiegen und sich auf unser Privatleben auswirken lassen. Denn das ist das, was am Ende wirklich zählt!

Wenn mich heute jemand fragt, wo ich mich in 5 Jahren sehe, dann sage ich: „Ich sehe mich mit einem Gin Tonic in der Hängematte liegend das Leben genießen und habe einen Job, der mir nicht meine Energie raubt und welcher bestenfalls mit diesem Blog zu tun hat!“

Am Rande – Willst Du meine Greencard sein?

Mir ist aufgefallen, dass ich jede Woche eine/n Leser/in aus den USA habe.

(Exkurs: Du kannst Dich jederzeit ganz anonym auf meiner Homepage herumtreiben. Ich sehe lediglich wie viele Personen pro Tag/Woche/Monat/Jahr vorbeigeschaut haben und aus welchen Ländern die Aufrufe erfolgt sind.)

Es gibt so Orte und Länder die ziehen mich in ihren Bann. Dank des Work and Holiday Visums hatte ich bereits die wundervolle Möglichkeit für eine längere Zeit in Neuseeland zu leben. Ich konnte dort arbeiten und gleichzeitig Land und Leute kennenlernen.

Ebenso wie Neuseeland sind auch die USA so ein Land, an welches ich mein Herz verloren habe. Ich fühle mich dort einfach wohl. Die Mentalität, die Offenheit der Einheimischen fasziniert mich. Dazu noch die Vorstellung morgens mit einem Spaziergang am Pazifik in den Tag zu starten…
Ich würde diese Eindrücke gerne auch einmal für einen längeren Zeitraum einfangen wollen. 3 Wochen Urlaub sind dann doch immer viel zu schnell vorbei und ein längerer Aufenthalt ist für mich ohne zu arbeiten nicht finanzierbar. Leider gibt es für die USA kein Work and Holiday Visum. Aus diesem Grund würde ich gerne mehr über Dich erfahren!

Solltest Du nicht über einen Proxy Server auf meine Homepage zugreifen, sondern tatsächlich jede Woche aus den USA meine Beiträge lesen, würde ich mich riesig freuen, von Dir zu hören.
Wer bist Du? Was machst Du? Willst Du meine (& Christians) Greencard sein?

Für mich steht nun eine kleine Pfingstpause an. Wir lesen uns am 08.06.2020 wieder.
Solltest Du in der Zwischenzeit nicht auf meine Beiträge verzichten wollen, kann ich Dir unter dem Menüpunkt Räubern oder direkt in diesem Beitrag mein Heft mit allen Beiträgen des letzten Jahres ans Herz legen.

Heft „1610 – Alle Beiträge aus 2019“

Auf die Hand! In dem Heft findest Du noch einmal alle meine Beiträge aus dem Jahr 2019 zum Nachlesen. 112 Seiten. Recyclingpapier. Limitierte Auflage von 100 Stück. Preis inkl. Verpackung und Versand. Versandfertig in ca. 3-5 Werktagen.

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