1610 – 14. HoHoHope!

Das ist er nun, mein letzter Beitrag für das Jahr 2019.

Bereits in der letzten Woche habe ich dazu aufgerufen, dass wir das Ende des Jahres dazu nutzen sollten, um zu reflektieren, um mit dem Jahr unseren Frieden zu schließen, um mal wieder bewusst Dankbar zu sein.

So habe ich mir also in den letzten Wochen über dieses und jenes meine Gedanken gemacht und an dem Gedanken Weihnachten bin ich etwas länger hängen geblieben.
Zum einen stellte ich mir die Frage, wie verbringen wir Weihnachten dieses Jahr? Letztes Jahr haben wir zwar die ganze Familie unter einem Hut bekommen, dafür haben wir aber jede Menge Kilometer auf der Straße und wenige Zeit vor Ort in Kauf genommen.
Zum anderen dachte ich auch darüber nach, was schenken wir uns? Wir Kinder sind nun seit ein paar Jahren schon erwachsen und können finanziell sehr gut auf eigenen Beinen stehen. Dies bedeutet natürlich nicht, dass wir uns nicht mehr über Überraschungen freuen. Die Frage ist nur, ob es noch etwas materielles oder der Schein im Umschlag sein muss?!

Ich habe mich ein wenig im Freundes- und Kollegenkreis umgehört und meiner Familie am Ende zwei Ideen vorgstellt.
Eine Möglichkeit wäre, dass wir den Betrag, welchen wir für Geschenke ausgeben würden, sammeln und spenden. Die zweite Möglichkeit wäre, dass wir diesen Betrag für gemeinsame Zeit im nächsten Jahr ausgeben, wofür wir uns am Ende entschieden haben.
So werden in diesem Jahr zum Ersten Mal keine Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen, sondern 3 Umschläge mit Ausflugszielen für ein Familienwochenende. Ich habe den Staffelstab an mich genommen und bin gespannt, ob ich den Nerv jedes Einzelnen treffen werde.

Trotz der schnellen Entscheidung habe ich für mich aber auch noch an der Idee mit dem Spenden festgehalten.
Ich bin in einer behüteten Umgebung aufgewachsen, in einem Land, in dem ich nie Krieg oder Umweltkatastrophen zu befürchten hatte, ich lebe in einer Zeit, in der meine Existenz nicht von der Klimaerwärmung bedroht ist.
Ich kann mich schwer in die Situation von Menschen hineinversetzen, denen es anders geht. Wie ist es Nachts nicht ruhig schlafen zu können, weil wenige Kilometer entfernt Bomben in die Luft gehen? Wie ist es durch eine Krankheit vom Tode bedroht zu sein, welche wir innerhalb von zwei Tagen mit Medikamten bekämpfen können? Wie ist es auf einer Insel zu leben, welchen in ein paar Jahren aufgrund des steigenden Meeresspiegel nicht mehr existieren wird?
Ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass es an der Zeit ist meinen Horizont zu erweitern und dazu beizutragen, die Welt ein Stückchen besser zu machen.
Ich werde von heute auf morgen keine Entwicklungshilfe in Afrika leisten, oder Flüchtlinge aus dem Mittelmeer in mein Boot ziehen oder Plastikmüll aus den Ozeanen fischen. Ich werde aber damit anfangen die Menschen, die dies bereits tun, finanziell zu unterstützen. Ein kleiner Betrag monatlich tut mir nicht weh und kann hoffentlich ein wenig was bewirken.

In diesem Zusammenhang kann ich Euch sehr die Netflix Dokumentation über Bill Gates empfehlen. Bill Gates ist nicht nur ein wahnsinnig erfolgreicher Programmierer und Geschäftsmann, sondern auch ein wahnsinnig sozial engagierter Mensch.
Gemeinsam mit seiner Frau verbringt er die Zeit seit seinem Ausstieg bei Microsoft damit sich finanziell und intellektuell und mit voller Leidenschaft in Hilfsprojekte auf der gesamten Welt einzubringen.
Die Worte seiner Mutter sind mir besonders in Erinnerung geblieben: “ Du musst der Gemeinschaft auch etwas zurückgeben!“

Und damit verabschiede ich mich für dieses Jahr von Euch.
Ich werde die Zeit über Weihnachten und Neujahr nutzen und neue Energie sowie Kreativität tanken und melde mich am 06.01.2020 in gewohnter Form zurück.
Ich hoffe, dass auch ich Euch in diesem Jahr ein wenig was zurückgeben konnte und bedanke mich bei Euch fürs Lesen, fürs Kommentieren und für Eure persönlichen Worte.

Welcome to the Jungle!

Heute ist es mal wieder an der Zeit, um Euch für einen kurzen Moment in den Sommer und die unbeschreiblich schöne Natur Neuseelands zu entführen. 

Nachdem ich 8 Tage am Stück durchgearbeitet habe, war es letzten Dienstag dringend nötig der Großstadt für eine Weile den Rücken zuzukehren. Somit machte ich mich Vormittags auf den Weg und erreichte innerhalb von einer halben Stunde den Goldie Bush Walkway. Bei bestem Wanderwetter bin ich nach nur wenigen Schritten in den Dschungel eingetaucht. Ich habe mich tatsächlich gefühlt, als wäre ich im Dschungel. Ich kann schwer in Worte fassen, wie dieses Gefühl entsteht, zumal ich ja auch noch nie im Dschungel war. Vielleicht sind es die vielfältigen Grüntöne oder aber die beeindruckenden Naturschauspiele oder beides zusammen… Jedenfalls habe ich nach jeder Biegung mit Simba, Timon und Pumbaa gerechnet und in den Bäumen nach an Lianen lang hangelten Affen Ausschau gehalten. „Leider“ musste ich aber immer wieder feststellen, dass ich in Neuseeland und nicht in Afrika bin. 

Der Weg führt zu einem wundervollen Wasserfall, bei welchem ich eine Pause einlegte und die Umgebung in mich aufnahm. Da es auf dem Hinweg zum größten Teil nur bergab ging, war ich nicht so richtig motiviert für den Rückweg. Mein Fitnesslevel hat sich immer noch nicht an die Gegebenheiten hier vor Ort gewöhnt und es ist jedes Mal aufs Neue körperlich anstrengend. Nach umgerechnet 103 Stockwerken bin ich etwas aus der Puste wieder am Ausgangspunkt angekommen und abends selig in mein Bett gefallen.

Tatsächlich steht auch hier in Neuseeland Weihnachten vor der Tür. Mir fällt es schon in Deutschland sehr schwer in Weihnachtsstimmung zu verfallen, dementsprechend könnt ihr Euch vielleicht vorstellen, wie es mir bei sommerlichen 24 Grad ergeht.

In meinen Augen ist die Vorweihnachtszeit hier ähnlich wie in Europa. Zwar fehlen die Weihnachtsmärkte, aber die Häuser werden genauso weihnachtlich dekoriert und beleuchtet. 

Ich habe mich nach meiner letzten Arbeitsschicht einmal mit meiner Kamera auf den Weg gemacht und ein paar Bilder für Euch eingefangen. Auch der Skytower erstrahlt seit dem 01.12. in einem weihnachtlichen Rot/Grün. 

Ich werde an den Feiertagen arbeiten und kann es kaum erwarten ein paar Tage später meinen langersehnten Besuch aus Deutschland in Empfang zu nehmen! 

Ich wünsche Euch eine tollen Start in die vorletzte Woche des Jahres!
Ich drück Euch fest!

Eure Claudi