Herzensort

„Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehen, wann werd‘ ich sie wieder sehen?“

Die Ärzte – Westerland

 

Wenn ich über meinen Abschied nachdenke, kommen mir diese Zeilen in den Sinn.

Ich glaube jeder von uns hat diesen einen Ort fernab der Heimat, welcher ein unkontrollierbares Gefühl der Sehnsucht in einem auslöst. Während für einige von Euch dieser Ort nur eine Autofahrt von Zuhause entfernt ist, müssen die Anderen zunächst eine längere Reise bewältigen, um zu diesem Ort zu gelangen. Für mich ist dieser Ort Neuseeland.

Ganz Gewiss hatte ich hier in den letzten 5 Monaten nicht immer eine einfache Zeit. Die ersten Wochen, die Tage um Weihnachten und auch vereinzelte Abschnitte zwischendurch sind mir schwerer gefallen, als ich es erwartet hätte. Dies war jedoch einzig und allein meiner inneren Gefühlslage geschuldet. Ich habe gefühlt von heute auf morgen mein gesamtes Leben über den Haufen geworfen. Ich habe meinen sicheren Job gekündigt, die Wohnung in perfekter Lage an die Nachmieter übergeben, meine Freunde zurückgelassen und stand nun alleine mit meinem Rucksack am anderen Ende der Welt ohne jeglichen Plan darüber, was als nächstes kommt.

Einen konkreten Plan habe ich heute immer noch nicht, aber mittlerweile die Gelassenheit, die Dinge einfach auf mich zukommen zu lassen. Diese neue Ruhe verdanke ich fabelhaften Begegnungen sowie inspirierenden Naturschauspielen. Ich habe Menschen kennengelernt, welche mir an schlechten Tagen selbstlos zur Seite standen, welche an guten Tagen für so einige Lachkrämpfe verantwortlich waren und am Wichtigsten, welche ich nun Freunde nenne.

Zudem haben mir die einsamen Strände, die Blicke auf die offenen Weltmeere und die vielen weiteren Naturwunder keine andere Wahl gelassen, als zur Ruhe zu kommen.

Bei meinem Abschied flossen leise Tränen. Leider ist mein Herzensort keinen Katzensprung von Zuhause entfernt und bis zu meiner Rückkehr wird vermutlich wieder einige Zeit ins Land streichen.

Denn eins ist sicher, ich komme wieder!

Ka kite ano, Land der langen weißen Wolke!

Deine Claudi

Muffensausen!

Muffensausen… wenn die Nächte kürzer werden, der Appetit nicht mehr vorhanden ist und die Tränen sich unkontrollierbar ihren Weg bahnen. Dies ist der Zustand in welchem ich mich seit Samstag befinde und der Grund, warum mir heute die Worte für einen längeren Beitrag fehlen.

Aufgeregt auf das was kommt und voller Dankbarkeit für die wundervollen Menschen um mich rum, welche die Flausen in meinen Kopf immer unterstützen, sitze ich nun in Hamburg am Flughafen.

Zunächst geht es um 06:40 Uhr nach Amsterdam. Anschließend fliege ich um 11:15 Uhr knapp 13 Stunden weiter nach Singapur und steige dort nochmal für knapp 10 Stunden in das Flugzeug nach Auckland. Gegen 11:30 Uhr deutscher Zeit werde ich Neuseeland am Donnerstag erreichen.

 
Möge das Abenteuer beginnen!
Ka kite ano

Eure Claudi

Holterdiepolter…

… auf einmal geht alles ganz schnell. Bis zu meinem Abflug sind es nur noch 24 Tage.

Gestern habe ich mit der Hilfe von meinem Papa und tollen Freunden meinen Auszug reibungslos über die Bühne gebracht. Dies war wohl bisher mein kniffligster Umzug, da ich gut überlegen musste, welches Inventar bedenkenlos eingelagert werden kann, welche Sachen ich für die letzten Tage in Deutschland noch benötige und am Wichtigsten, welche Klamotten und Dokumente mit auf die Reise kommen. Ich hoffe, dass alles seinen richtigen Platz gefunden hat und mir die große Sucherei erspart bleibt. Obwohl ich wiederum auch ein Genie in der Beherrschung des Chaos bin.

Die letzten Tage in Rostock wurden noch einmal sehr emotional. Ich bin hier schneller heimisch geworden, als ich es jemals erwartet hätte. Mir fehlte am Ende leider die Zeit um eine große Abschiedsparty mit all meinen Lieben zu organisieren, aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen, mich im kleinen Kreis von meinen Rostocker Halunken zu verabschieden. Es war ein grandioser Abend… ganz nach meinem Geschmack mit viel Gin, Mexikaner, guter Musik und einer unbeschwerten Stimmung. DANKE, dass ihr es mir so einfach gemacht habt, in meiner neuen Herzensstadt anzukommen!

Ebenso war es in der letzten Woche auch an der Zeit der Arbeit Adieu zu sagen. Nach 8 Jahren habe ich die Deutsche Bank nun verlassen und bin einfach nur dankbar für die wundervollen Kollegen, welche mich auf meinen verschiedenen Stationen innerhalb der Bank begleitet haben. Ich werde mit Sicherheit oft an diese Zeit zurückdenken und freue mich sehr über all die lieben Worte, welche mir mit auf den Weg gegeben wurden.

Mein vorletzter Stadionbesuch hat mir dann heute nochmal ein breites Lächeln ins Gesicht gezaubert und ich werde zu meinem Wort stehen… Bei der Aufstiegsfeier bin ich vor Ort dabei! 😉

#24

AHU!

Eure Claudi