1610 – 44. Mach doch einfach was Du willst!

Im Urlaub habe ich mir ein paar Themen aufgeschrieben, über die ich gerne schreiben möchte und habe mir fest vorgenommen, diese nach und nach abzuarbeiten. Aber irgendwie fiel es mir schwer meine Gedanken zu sortieren, mich vor den Laptop zu setzen, mir die Zeit zu nehmen.

Und dann kam Julias Beitrag „Back to nature“ diese Woche! Mir war sofort glasklar worüber ich als nächstes schreiben will, ich hatte sofort fertige Sätze im Kopf und hier sind meine Gedanken nun für Euch!

Ich empfand diese provokante Einleitung als sehr gelungen, denn ich glaube, dass dies genau das ist, was viele Leute denken. Julia ist extrem! Wir kennen uns schon seit Abi-Zeiten und ja, auch ich finde Julias Entwicklung seit damals auf irgendeine Art und Weise extrem. Barfuß durch die Stadt laufen und auf dem Weg Brennnesseln sammeln, gestern noch nach Leipzig gezogen und heute mit Kind und Kegel für eine Weile nach Rumänien fahren um dort zu lernen, was es heißt autonom zu leben, …
Dies entspricht auf dem ersten Blick nicht wirklich dem Bild einer „normalen“ deutschen Lebensweise und ich möchte einmal die Vermutung in den Raum stellen, dass es einige Menschen gibt, die darüber urteilen.

Früher hätte ich ganz gewiss bei einer Kaffeeklatschrunde das Gleiche getan. Wie kann sie denn nur? Dabei lief doch nach dem Abitur alles so gut? Und heute führt sie kein geordnetes Leben mehr! In diese Richtung wären die Gedanken wohl gegangen.
Doch heute finde ich es einfach nur super und ich wünsche mir viel mehr dieser mutigen Räubertöchter! Die einfach ihren Weg gehen und dazu stehen! Die ihren extremen Lebensstil suchen und verfolgen und dabei glücklich sind. Und dabei ist das Wort extrem doch vollkommen relativ. Für Dich mag extrem ein ganz andere Bedeutung haben als für mich!

Für mich ist Julia ein wenig extrem, für andere mag ich wiederum extrem sein, wenn ich jeden einzelnen Cent für Urlaube ausgebe und mit 31 Jahren kaum einen Pfennig gespart habe. Na und! Die Hauptsache sollte es doch einfach sein, dass man dabei glücklich ist, so wie man sein Leben lebt! Dabei ist es vollkommen egal, was andere denken! Es ist Dein Leben, also mach doch bitte einfach was Du willst! Fahre in die Walachei, wechsle deinen Job so oft bis du angekommen bist, triff radikale Entscheidungen, geh so oft laufen wie Deine Füße Dich tragen, fang nochmal ein Studium an! Egal was, egal wie, egal wo – finde Deinen Weg und sei glücklich!

P.S. Wisst ihr eigentlich noch wie schön es ist barfuß im Regen durch Pfützen zu laufen? – Ist vielleicht gar nicht so extrem!

1306 – 4. Back to nature

Wir sind manchmal schon ein wenig verrückt! Von Außen betrachtet denken das bestimmt einige Leute. Wir sind extrem für sie. Und dabei habe ich so vieles noch nicht einmal ausgepackt! 😅

Ich finde nicht, dass wir extrem sind. Nur im Vergleich zur Normalität 😉 Doch ehrlich gesagt, zweifle ich daran, dass die Normalität in unserer Gesellschaft natürlich und gesund ist.

Auf und davon

Wir haben unsere Sieben Sachen gepackt, sind damit ins Wohnmobil und fahren in den nächsten Tagen nach Rumänien. Dort wollen wir mit anderen naturverbundenen Menschen eine Weile bleiben, die Natur genießen und lernen, wie wir uns selbst versorgen können. Wir checken dort außerdem die Lage und wie die Möglichkeiten sind, auf einem Hof zu leben und längerfristig zu bleiben.

Das Ganze hat zwei Gründe:
1. Wir halten es für wahrscheinlich, dass eine zweite Corona Lockdownwelle kommt. Und wenn diese ähnlich wird, wie im Frühjahr oder jetzt zur Zeit in Australien, möchten wir auf keinen Fall den Herbst/Winter hier verbringen. Ich hoffe trotzdem, dass wir von solchen drastischen Maßnahmen, wie Ausgangssperren, Kitaschließungen und Verbot von Treffen anderer Leute verschont bleiben.
2. Unser langfristiges Ziel und Lebenstraum ist es, in einer/m autonomen Gemeinschaft/Dorf zu leben. In Rumänien wollen wir mal rein schnuppern, wie das ablaufen kann und uns hier und da einige Fähigkeiten aneignen.

Wo kann ich noch natürlicher leben?

Ich informiere mich, recherchiere und experimentiere. Ich will so leben, wie es sich natürlich und gut für mich anfühlt. Dabei nehme ich die ursprünglichen Lebensweisen und integriere sie, so gut es geht, in mein Leben. Wo kann ich noch natürlicher leben? Diese Frage ist mein Drive. Und das zur Zeit vor allem in den Lebensbereichen „artgerechte“ Babyhaltung, Erziehung und Ernährung.

Um das herauszufinden, gehen wir in die Extreme, um dort die essentiellen Informationen herauszufischen und sie später mit der heutigen technisch orientierten Lebensweise verbinden zu können. Ich interessiere mich im Moment vor allem für die noch sehr naturverbundenen Urvölker und wie diese ihre Babys großziehen. Da geht es um Themen wie Langzeitstillen, Rund-um-die-Uhr-Baby-Tragen, Familienbett und das Baby abhalten, wenn es Pipi muss. Da ist derzeit das Buch „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“ meine Inspiration.

Was auch grade ziemlich spannend ist, ist unsere Ernährung. Wie schon immer 😅  Hier ebenso die Frage: was ist am natürlichsten? Darum experimentieren wir schon sehr lange auf diesem Gebiet. Nun wurde es Zeit für etwas Neues.. und das komplett anders als wir (und andere) es von uns gewohnt waren. Natürlich auch volle Kanne rein in das Experiment! Ich sage nur: nicht mehr vegan 😀

Back to nature

Da das Leben in der Stadt sehr unnatürlich ist, ist es für mich teilweise schwer diese natürliche Lebensweisen zu verfolgen. Das wird in Rumänien anders! Wir leben dort etwas abgeschieden und mehr in der Natur. Oh man, ich hab so Bock nicht abgelenkt zu werden und mich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Das ist fundamental wichtig.

Denn wir machen uns kaputt. Ich meine wir als Menschen! Wir machen unsere Körper kaputt, wir machen die Umwelt kaputt. Unsere Psyche ist kaputt, angefangen mit der Geburt und dem Großziehen der Kinder. Es ist offensichtlich.. und es ist so traurig. Wenn wir uns nicht ständig mit irgendwelchen Kram ablenken würden, würden wir es sehen. Es ist wirklich so offensichtlich, das sieht man überall.. in jedem Bereich.. an jeder Ecke…

.. in jedem Gesicht.

Ich wünsche mir mehr Menschen, die aufwachen.

Julia