Diese Frage wurde mir gerade nach meinem letzten Beitrag des Öfteren gestellt und ich möchte Euch heute an meinen Gedanken zu diesem Thema teilhaben lassen.
Nein, ich denke nicht, dass ich Heimweh habe. Ja, meine Worte klingen aber teilweise sehr stark danach.

Ich bin seit eh und je ein Kopfmensch und habe hier alleine am anderen Ende der Welt gerade unweigerlich sehr viel Zeit um mich mit meiner Person zu beschäftigen. Ich stoße an Grenzsituationen und merke dabei, was mir im Leben wichtig ist und was ich im Leben brauche.

Lasst mich auf 3 Punkte genauer eingehen:

 
Heimat – Ich bin mir bewusst, dass sich in der Heimat nicht viel verändert während meiner Abwesenheit und ich im nächsten Jahr alles genauso vorfinden werde, wie ich es verlassen habe. Trotzdem habe ich die Erkenntnis getroffen, dass ich diese Umgebung gegenüber der restlichen Welt bevorzuge und freue mich auf meine Rückkehr.

Alleinsein – Ich bin mir bewusst, dass ich nicht alleine sein muss und welche Möglichkeiten es gibt um neue Leute kennenzulernen. Jeder der mich etwas besser kennt, wird aber auch zustimmen, dass es nicht immer leicht mit mir ist. Ich brauche mehr Zeit als andere um mit neuen Menschen warm zu werden und bevorzuge aus diesem Grund die bewährten Vertrauten in meinem Leben und hätte lieber einen von Euch an meiner Seite.

Struktur – Ich bin mir bewusst, dass mich der Alltag früh genug wieder einholen wird. Trotzdem merke ich, dass ich einen strukturierten Tagesablauf gegenüber dieser Planlosigkeit bevorzuge.

Diese Erkenntnisse treffe ich nicht mit einem Fingerschnipp und habe dadurch noch vermehrt Tage an denen es mir nicht gut geht. Es ist nie einfach sich mit sich selbst auseinanderzusetzen!

 

Zudem mache ich hier vollkommen neue Erfahrungen, welche auch alles andere als einfach sind, wie zum Beispiel bei der Jobsuche. Die Jobsuche gestaltet sich sehr viel schwieriger als erwartet. Dies hat aber wiederum nur einen einzigen Grund. Ich stehe mir selbst im Weg.
Ich bin nach Neuseeland mit einer Ausbildung, einem Studienabschluss und 8 Jahren Berufserfahrungen gekommen und merke, dass diese hart erarbeiteten Qualifikationen in diesem Land quasi nichts wert sind.

Seitdem ich hier bin, habe ich um die 40 Bewerbungen per Email verschickt oder persönlich abgegeben.

An die Bürojobs kommt man unmöglich ran, wenn man noch nie zuvor in Neuseeland gearbeitet hat und keine vernünftigen Referenzen nachweisen kann. Ähnlich schwer ist es mit Kellnerjobs in netten Restaurants oder Cafés, da ich noch nie in diesem Beruf tätig war und die kleine Notlüge in meinem Lebenslauf spätesten beim Probearbeiten und dem balancieren von 5 Tellern auf einmal aufliegen würde.

Es geht hier also nicht wie gedacht danach, was ich machen möchte, sondern was ich machen darf! Diese Schranke gilt es im Kopf zu überwinden und anschließend von vorne anzufangen. Und wie sagt man dann so schön: Vom Tellerwäscher zum … ! 😉

 
Auch wenn meine Beiträge dadurch im Moment vielleicht teilweise etwas dunkel sind, ist dies in meinen in Augen in meiner jetzigen Situation ein ganz normaler Prozess und je klarer ich mir über mich werde, desto mehr werde ich auch an Leichtigkeit dazu gewinnen.

Um abschließend nochmal kurz auf das Thema Heimweh zurückzukommen. Den deutschen Boden werde ich auf jeden Fall nicht ohne eine Neuseelandrundreise und einem anschließenden Besuch von 1-2 weiteren Ländern wieder betreten. Ein wenig müsst ihr Euch noch gedulden!

Ich wünsche euch ein ruhiges 2. Adventswochenende!
Eure Claudi

8 Kommentare

  1. Miebe Claudi, ich bin immer noch oder immer wieder beeindruckt, wie bezaubernd ehrlich und voller Reflexion schreibst, uns alle teilhaben lässt an Deiner „Entwicklung“. Heimweh, oder dass, wonach es aussieht, hat eben ganz viel mit uns und nur vordergründig mit „Orten“ zu tun! Das beschreibst Du einfach ganz grossartig! Ich freue mich immer wieder , wenn ich was von Dir lesen kann und darf…. Danke besonders für Deinen letzten Beitrag! Du bist stark! Vielleicht stärker als Du denkst. Umarm Dich lieb aus Deinem Rostock ;-)) …Susi

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  2. Ich wünsche dir viel Spaß beim entdecken neuer Eindrücke, am anderen Ende der Welt. Rostock läuft nicht weg 😉 Mach dein Ding und genieße die Zeit vor Ort. Denn diese Zeit und Eindrücke werden dich ein Leben lang begleiten und prägen. Liebe Grüße aus dem kalten Lübeck

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  3. Wir schicken Dir liebe Grüsse aus der Heimat liebe Claudi. Du machst alles gut
    und wirst auch alles schaffen was du dir vorgenommen Hast.Mit deinen
    Kommentaren begeisterst du viele Leser. Mach weiter so wir sind an deiner Seite.

    Omi und Opi

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  4. Hallo Claudia,
    zunächst möchten wir uns bedanken, das wir an Deinen Berichten teilhaben dürfen. Wir sind sehr von Deiner Schilderung über das Land sowie auch von Deiner persönlichen Lebenseinstellung beeindruckt. So lernen wir in Neuenkirchen auch das ferne Neuseeland etwas näher kennen. Du wirst auf alle Fälle für Dein zukünftiges Leben sehr viel Erfahrungen dazu gewinnen und dadurch gestärkt in die Heimat zurück kehren.
    Auf weitere Berichte sind wir jetzt schon gespannt, mach weiter so.

    Viele liebe Adventsgrüße von
    Karin und Jürgen

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