Vom 09.08.2019 – 23.08.2019 waren Christian und ich mit unserem Bulli in (hauptsächlich) Frankreich unterwegs.
Die Beiträge des Roadtrips möchte ich Euch nich vorenthalten und aus diesem Grund findet ihr sie hier noch einmal in chronologischer Reihenfolge zum Nachlesen.

Wild’n’France – Licht am Ende des Tunnels

Wie lang kann eine Woche sein?! Genau genommen meine ich die letzte Woche vor unserem Urlaub. Sie wollte nicht vergehen.

Freitag (09.08.19) haben wir es dann endlich geschafft. Der Bus war bereits gepackt und wir mussten nach der Arbeit einfach nur los fahren. So schnell wie möglich weg vom Alltag und dies ist uns ganz gut gelungen.

Unser erstes Ziel am Freitag hieß einfach nur „So weit wie möglich Richtung Süden“. Geschafft haben wir es bis Kassel. Stau um Hamburg, eine Baustelle nach der anderen auf der A7, es ging schleppend voran. Erfolgreicher war hingegen unsere Stellplatzsuche für die Nacht. Dank der App „park4night“ haben wir die Nacht wenige Fahrminuten von der A7 direkt an der Fulda verbracht. Ein einfacher Parkplatz mit Blick auf den Fluss. Der Erholungseffekt zeigte sich, noch ein wenig zurückhaltend, das erste Mal.

Nach dem Frühstück ging es direkt weiter Richtung Schweiz. Am Samstag wollten wir einfach nur Kilometer machen und Deutschland hinter uns lassen. Dies lief besser als erwartet und somit haben wir am Nachmittag Bern erreicht. Irgendwie dachte ich, man muss die Stadt mitnehmen, wenn man sich in ihrer unmittelbaren Umgebung befindet. Nach einem kurzen Rundgang war es uns aber schon zu viel, zumal an diesem Samstag in der Innenstadt auch ein großes Kinderfest war, und wir wollten einfach nur raus in die Natur.

Und dann hat es Klick gemacht! URLAUB!

Auf Instagram habe ich ein Foto von einem Stellplatz in den Bergen gefunden und direkt nach den Koordinaten gefragt. Der Weg nach oben, die Serpentinen entlang, forderte den Bulli etwas heraus, bot uns aber schon einen malerischen Panoramaanblick. Oben angekommen konnten wir unser Glück kaum glauben. Wir hatten einen wahnsinnigen Ausblick, am Tage wie in der Nacht, ohne jegliche Lichtverschmutzung. Wir hörten nichts weiter außer das Läuten der Kuhglocken und das zwitschern der Vögel. Wir hatten uns, kein Internet und den frischen Bergkäse vom Bauern nebenan. Perfekt!

Heute sind wir dann bereits um 06:15 Uhr in den Tag gestartet. Wir mussten nur einmal die Heckklappe öffnen und konnten noch halb verschlafen den Sonnenaufgang hinter den Bergen beobachten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück hieß es dann Abschied nehmen von diesem wundervollen Fleckchen Erde. Wir haben noch einen kurzen Zwischenstopp am Thuner See gemacht und dann ging die Reise für uns weiter Richtung Italien.

Immer zwischen den Bergen entlang hieß das Motto wie so oft „Der Weg ist das Ziel“. Wenn man vom platten Land kommt, sind die Berge schon ziemlich beeindruckend und man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Besser als jeder Kinofilm, die Leinwand vor unserer Frontscheibe! Doch plötzlich mussten wir eine Zwangspause einlegen. Zuerst fanden wir es ziemlich witzig, dass wir planlos die Strecke gewählt haben, auf der es nur mit dem Autozug weiterging. Als wir dann aber in einen Tunnel ohne Licht fuhren, welchen Länge nicht absehbar war, wurde es auf einmal still im Bus. Ich kann Euch sagen, ich war noch nie so glücklich nach 15 Minuten das Licht am Ende des Tunnels zu sehen! Das Abenteuer hat begonnen!

Fortsetzung folgt!

Veröffentlicht am 11.08.2019 auf gintonicgurke.com

Wild‘n‘France Morgenreport – Urlaub kurz vorm aus!

Abenteuerlich ging es für uns dann erstmal ganz und gar nicht weiter. Abenteuerlich war es schon, nur ging es nicht voran. Auf dem Weg nach Gampel fing die Vorglühlampe an zu blinken und der Bus bewegte sich nur noch im Notlauf ohne jegliche Leistung fort. Wir haben das Problem selber nicht in den Griff bekommen und mussten den ADAC rufen, welcher sich auch ziemlich schwer tat, das Problem zu lösen. Der Bus war schlichtweg einfach nicht in Redelaune und kommunizierte nicht mit den netten Herren der Garage Gemmi. Die wage Aussage, die am Ende getroffen wurde, war, irgendwas mit dem Turbo. Turbo ist die Abkürzung für: Lass dein Auto vom ADAC nach Hause transportieren, die Reparatur kannst du dir in der Schweiz eh nicht leisten!

Notgedrungen haben wir die Nacht auf dem ortsansässigen Campingplatz verbracht und sind am nächsten morgen direkt zu einer VW Werkstatt gefahren. Banges warten und dann die erlösende Nachricht: Schuld war ein kaputtes Kabel, welches binnen einer halben Stunde repariert werden konnte. Um 9 waren wir wieder auf der Straße.

Der Weg von Thun aus nach Nizza führt über den Simplonpass. Ich dachte, wir werden irgendwie über die Autobahn fahren und dann erlebten wir aber ein unglaubliches Naturschauspiel. Zunächst ging es immer hoch den Berg hinauf. Die Wolken hingen sehr tief und malten uns ein mystisches Bild. Ganz oben befanden wir uns dann auf über 2000m über dem Meeresspiegel und anschließend ging es zwischen den Bergen durch eine Schlucht bergab. Wir fühlten uns wie Moses der das Meer gespaltet hat, nur waren es bei uns die Berge. Als ob die Straße gerade erst für uns gebaut wurde, zog sie sich dicht am Berg vorbei ins Tal. Kleine, urige Orte am Wegesrand luden zum Verweilen ein.

Man kann es kaum beschreiben. Ich habe mittlerweile einige Naturwunder auf der ganzen Welt gesehen und dieser Pass gehört nun zu den Top 5. Entweicht der Autobahn und nehmt die Landstraßen!

Dieses unerwartete Erlebnis mussten wir erstmal sacken lassen und wie geht das besser als mit einer italienischen Pizza und einer Riesen Kugel Eis? Wir haben auf unserem Weg nach Nizza einen Zwischenstopp in Arona am Lago Maggiore gemacht und dort sämtliche italienische Klischees bedient.

Nach unzähligen Kurven, Brücken und Tunnel entlang des Mittelmeeres sind wir am frühen Abend sicher in Nizza angekommen und hier geht die Reise im nächsten Bericht weiter.

Veröffentlicht am 13.08.2019 auf gintonicgurke.com

Wild’n’France – park4night oder Marseille?

Ich bin mir wirklich nicht sicher, was mich die letzten Tage mehr begeistert hat. Aber fangen wir vielleicht erstmal am Anfang an.

Montagabend sind wir in Nizza angekommen und haben den Abend am Strand mit einem kalten Bier und Hansa auf dem iPad verbracht. Anschließend ging es zu unserem Parkplatz für die Nacht. Für die Parkplatzsuche nutzen wir die App park4night. Auf einer Karte werden einem alle Parkplätze angezeigt. Dies können Campingplätze sein oder aber Parkplätze in der freien Natur. Man hat alles zur Auswahl und durch die Bewertung der Nutzer bekommt man eine gute Vorahnung, was man erwarten kann. So haben wir uns diesen Abend für einen Platz außerhalb von Nizza entschieden. Es stand mit uns nur ein weiterer VW Bus da und dass, was wir geboten bekamen, kann einem wohl nicht die teuerste Suite im besten Hotel der Welt bieten. Aus der Heckklappe heraus hatten wir den perfekten Blick auf Nizza. Am Tag wie auch in der Nacht einfach nur beeindruckend und als i-Tüpfelchen gab es dann noch den Blick auf Monaco im Sonnenaufgang dazu. Und das alles for free!

Am nächsten Tag haben wir noch kurz die Stadt besichtigt und dann ging die Reise weiter Richtung St. Tropez. 16 km vorher haben wir die Nacht auf einem Parkplatz direkt am Meer verbracht. Tagsüber war dieser noch sehr überlaufen, da in Frankreich auch gerade Ferien sind, abends und morgens war es aber ruhig und wir konnten den Tag mit einer ausgiebigen Schwimmrunde im Mittelmeer starten. Wieder mal war auch hier kein Hotel dichter am Wasser als wir mit unserem Bus.

Wir wollten gestern eigentlich noch einen Zwischenstopp in St. Tropez einlegen, einfach mal gucken, wie die Yachten der VIPs dieser Welt da so liegen, aber es war absolut kein reinkommen in die Stadt. Es reihte sich Auto an Auto und uns war schnell klar, dass das nicht unsere Vorstellung von Urlaub ist. Also ging es ohne Zwischenstopp weiter durch die Berge Richtung Marseille. Und wenn man schon mal in Frankreich in den Bergen ist, dann sollte auch ein Abstecher zu einem Weingut möglich sein. Google Maps zeigte uns ein Gut in der Nähe mit super Bewertungen an und als wir dort angekommen sind, hatten wir das ganze Gut für uns alleine. Es war keine Menschenseele weit und breit. Was für ein Kontrast zu St. Tropez. Der nette Franzose, der super Englisch konnte, ließ uns seine Weine probieren und anschließend noch auf dem Gut verweilen. Das war vielleicht ein echtes Provence Erlebnis und mal wieder meine Bestätigung, wie toll Roadtrips sind.

Wir hätten dort mit Sicherheit noch eine Nacht bleiben dürfen, aber unser Zeitplan bleibt straff und deswegen ging es anschließend noch weiter nach Marseille. Und ja, was soll ich Euch sagen?! Marseille ist eine der schönsten Städte, die ich je gesehen habe. Alles war so schön. So schön alt, so schön modern, so schön lebendig, so schön perfekt. Ich bin mir nicht sicher, wie oft ich dies bei unserem Aufenthalt erwähnt habe. Hätten wir mehr Zeit, wären wir noch geblieben, aber wir kommen definitiv wieder für einen Städtetrip, um unsere Aufmerksamkeit vollumfänglich dieser wunderschönen Stadt zu widmen.

Die Parkplatzsuche nach diesem perfekten Tag wurde uns dann leider sehr schwer gemacht und ob wir erfolgreich waren, verrate ich Euch beim nächsten Mal!

Veröffentlicht am 15.08.2019 auf gintonicgurke.com

Wild’n’France – Oh Vincent!

Wie in meinem letzten Beitrag „Wild’n’France – park4night oder Marseille?“ bereits erwähnt, gestaltete sich die Parkplatzsuche an dem Abend sehr schwierig. Zunächst steuerten wir einen recht gut bewerteten Parkplatz an. Nachdem wir jedoch nach einer kilometerweiten Fahrt durch Walachei an einem verlassenen See ankamen, war uns doch etwas mulmig zu Mute. Weit und breit keine Menschenseele und die nächste Zivilisation meilenweit entfernt. Dies wäre alles andere als eine entspannte Nacht für uns geworden. Also haben wir wieder umgedreht und den nächsten Parkplatz in der Nähe aufgesucht. Mittlerweile war es schon nach 22 Uhr. Wir haben uns einen Stellplatz gesucht und den Bulli schon für die Nacht präpariert, aber so richtig war auch dieser Parkplatz nichts. Er lag direkt an einer befahrenen Straße und die Jugendlichen des Ortes machten hier abwechselnd Halt. Also haben wir die Thermomatten, zugleich Sichtschutz, wieder entfernt und die Suche ging weiter. Am Ende standen wir auf einem betonierten Parkplatz mitten im Ort neben einer Grundschule. Ein Glück sind Ferien! Dieses Mal also kein Parkplatz mit Aussicht – auch das gehört zu so einem Roatrip dazu.

Wir haben die Sache sehr entspannt betrachtet, da wir um unser Ziel des nächsten Tages wussten. Nach einem kurzen Zwischenstopp am Morgen bei McDonalds zum Waschen ging es für uns weiter zum Plage de Piémanson. Rømø 2.0, bis auf die Flamingos am Straßenrand! Wir standen mit dem Bus weniger Meter vom Mittelmeer direkt im Strandsand und so haben wir den Tag verbracht: Sonnen, baden, lesen, essen, Vino und von vorne! Das ist der Platz zum runterkommen und für alle Kiter unter Euch: es herrschten die perfekten Windbedingungen und es waren nur eine Handvoll Surfer auf dem Wasser.

Wir haben dort die Nacht verbracht (Auf den Parkplatz sind wir wieder durch Instagram aufmerksam geworden und er ist for free.) und am nächsten Morgen nach einem entspannten Start in den Tag unsere Weiterreise angetreten. Durch Zufall haben wir einen Zwischenstopp in der Stadt Arles eingelegt (Manches Mal sind die Dünen nicht genug….) und wir sind in DER Stadt gelandet. Ich war dazu geneigt voreilig Marseille als die schönste Stadt auf unserer Reise zu betiteln, aber dann kam Arles. Sie diente bereits Vincent Van Gogh als Inspiration, auch ich könnte hier wohl mein Buch zu Ende schreiben. Kleine Gassen, kleine Läden, keinerlei Markenläden haben sich in der Innenstadt niedergelassen, ein Restaurant reiht sich dem nächsten, Menschen die sich dem Genuss verschrieben haben, künstlerisches Treiben an jeder Ecke. Magnifique!

Dieser überraschend Zwischenstopp dauerte somit länger als erwartet. Nichtsdestotrotz haben wir am späten Nachmittag unser Tagesziel Leucate erreicht. Hier bleiben wir das erste Mal auf unsere Reise 3 Nächte am Stück und wollen die nächsten Tage mit Windsurfen und entspannen verbringen. Ich bin gespannt, was dieser Abschnitt wieder mit sich bringen wird!

Veröffentlicht am 16.08.2019 auf gintonicgurke.com

Wild’n’France – Viva España

Und dann brauchst du zum Windsurfen ja aber auch Wind! Am Plage de Piémanson hatten wir davon mehr als genug, im Windsurfort Leucate schaffte er es anscheinend nicht über die Pyrenäen. Heute kein Wind, morgen kein Wind und Montag kein Wind.

Unser Campingplatz war dafür ganz schön. Er hatte Plätze für sämtliche Sportaktivitäten und auch einen Pool. Mit viel Gelassenheit hätte man dort sicherlich die Tage gut rum bekommen. Eine Runde Tennis am Morgen, eine Runde in den Pool zum Mittag, ein Mittagschläfchen im Schatten der Bäume, eine Runde Boule am Abend und eine Flasche Wein zum Abschluss. Klingt für viele von Euch bestimmt nach einem tollen Urlaub, uns aber fehlt die Ruhe dafür.

Es war Zeit Umzudenken und den bestehenden Plan über Bord zu werfen. Der Campingplatz kam uns etwas entgegen und wir bekamen ein paar Euros von dem bereits bezahlten Entgelt zurück. Der Bulli war gepackt und wohin nun? Früher als geplant Richtung Norden? Nicht, wenn Barcelona nur 2 Stunden entfernt ist! Viva España und herzliche Grüße aus Spanien!

Wir waren beide bereits in Barcelona und konnten die Sightseeingtour etwas entspannter angehen. Nach unserer Ankunft waren wir im Meer baden, anschließend sind wir durch die Stadt geschlendert und zum Abendbrot gab es spanische Paella. Bevor wir unser Nachtlager aufgesucht haben, haben wir den Abend noch romantisch mit einem Dosenbier am Strand ausklingen lassen. Wie sich das Leben hier im Süden bis in den späten Abend, egal ob jung oder alt, auf der Straße abspielt, fasziniert mich total.

Die Nacht haben wir unweit der Innenstadt auf einem Parkplatz in einem Park verbracht, inklusive Blick auf den Flughafen und die Stadt. Leider war es streckenweise etwas laut. Es war Samstagabend und zudem sind auch in Spanien gerade Ferien. Es gehört wohl dazu, ansonsten war der Parkplatz perfekt und mal wieder kostenlos.

Den nächsten Morgen haben wir dann ganz entspannt angehen lassen. Entspannt ist übrigens das Wort der Stunde. Wir sind erst seit einer Woche auf der Straße und entspannter denn je. So ging es also am Morgen in das aufstrebende Szeneviertel Barcelonas, um dort gemütlich zu frühstücken. Dabei durfte ein Cortado nicht fehlen. Eine Kaffeevariante, welche es noch nicht bis nach Deutschland geschafft hat und wessen Einzug wir uns sehr wünschen. Anschließend haben wir noch die Sagrada Familia und den Park Güell besichtigt. Ein Hoch auf das Genie Antonio Gaudi. Ich liebe seine Architektur!

Das was dann danach kam, war nicht von dieser Welt! Meine Fresse! Was haben wir da erlebt??? Mir schlottern die Knie!

Gegen Mittag haben wir den Weg Richtung Norden angetreten und durch Zufall mal wieder die kleine, zarte Straße über die Pyrenäen gewählt und durch Zufall lag genau auf diesem Weg natürlich auch einer der schönsten Orte der Pyrenäen. Zuerst fuhren wir kilometerweit durch die Prärie, dann waren am Horizont so langsam die Berge zu erkennen. Die Aussicht war besser als jede Naturdokumentation. Mir fehlen die Worte, erst Recht für die Pyrenäenüberquerung. Das kann man nicht beschreiben, dass muss man gesehen haben!

Christian navigierte mich zu diesem besagten Ort und dann war Schluss mit lustig. Ich sollte rechts abbiegen und über einen Staudamm fahren. Nicht mit mir. Meine letzte Reaktion war eine abrupte Bremsung. Christian musste weiter fahren und ich habe die Scheuklappen aufgesetzt… Und jetzt, sitzen wir hier in diesem Ort, welcher wie aus einem Märchen scheint, an diesem Stausee und das soll noch real sein?!

Ein Glück haben wir uns gestern dazu entschieden, nach Barcelona zu fahren.

Veröffentlicht am 18.08.2019 auf gintonicgurke.com

Wild’n’France – France’n’Surf

Zunächst einmal bin ich Euch noch ein paar Bilder von unserem Ausflug in die Pyrenäen schuldig. Wir hatten dort ein wundervolle Zeit. Alles wirkte wie im Märchen. Die Landschaft schien einem Gemälde zu entstammen. Die Orte wirkte international touristisch unerschlossen. Touristisch erschlossen waren sie ohne Frage, jedoch alleine von den Spaniern selber. Die Nacht konnten wir kostenlos auf einem Wohnmobilstellplatz in dem Ort Sallent de Gállego stehen und haben von dort aus unsere Reise am nächsten Morgen fortgesetzt. Der Weg führte genauso beeindruckend weiter wie er angefangen hat, vorbei an Skigebieten, über die Grenze nach Frankreich, wo die Pyrenäen so nach und nach ihren Auslauf fanden.

Unser Tagesziel am Montag trägt die Schuld, dass es ruhiger um uns wurde, denn für uns wurde es alles andere als ruhiger. Wir haben es tatsächlich noch geschafft uns mit meinem Bruder und meiner Schwägerin und unseren 2 kleinen Räubern zu treffen. Wir haben uns auf einem Campingplatz am größten See Frankreichs getroffen (welcher ausschließlich in Frankreich liegt), dem Lac d’Hourtin. Kaum vorstellbar, wenn man mit der Mecklenburgischen Seenplatte aufgewachsen ist und ein Land wie Frankreich ins Verhältnis setzt, aber es gibt tatsächlich keine größeren Seen.

Wir hatten tolle Tage zu sechst und haben jede Minute genossen, selbst das Klopfen am Bus morgens kurz vor 8. Und diesmal war auch der Wind auf unserer Seite und wenige Gehminuten vom Campingplatz entfernt befand sich eine Surfschule mit einem klasse Service, dem neuesten Material und fairen Preisen. Christian, Maria und ich konnten 2 Tage lang auf dem Wasser üben bis die Beine nicht mehr wollten.

Christian und ich haben am Mittwochvormittag noch einen Ausflug zum Altantik gemacht und dort die Wellenreiter beobachtet. Langsam ging es die hohe Düne hinauf und danach war weit und breit nur der offene Ozean mit seinen gleichmäßigen Wellen zu sehen. Diesen Moment hieß es einfach nur einzuatmen!

Am Abend haben wir uns dann verabschiedet und langsam unseren Weg Richtung Heimat angetreten und dann nahm die Katastrophe ihren Lauf…

Unser Plan war es die heutige Nacht in Paris zu verbringen. Ich habe uns über booking.com ein Hotel mit Parkmöglichkeit gebucht, da hätte ich schon stutzig werden müssen. Mitten im Pariser Zentrum ein Hotel mit Parkplatz!? Dem war natürlich nicht so. Uns wurde einzig ein Parkhaus empfohlen, welches fußläufig erreichbar war. Dort sollten wir unseren Bus direkt im Schaufenster parken und unseren Schlüssel zurück lassen. Dieser wäre auch ganz bestimmt gut sichtbar im öffentlich erreichbaren Schlüsselkasten platziert worden! Wir waren noch guter Hoffnung einen Parkplatz am Straßenrand zu finden. In Paris verkaufst du dafür allerdings deine Seele. 6 Stunden für 50€! Also haben wir uns von der Idee im Zentrum zu parken verabschiedet und nach den städtischen Park and Ride Parkhäusern gesucht. Jedes einzelne mit einer Höhe von 1,90m! Nach 2 Stunden erreichte das Drama seinen Höhepunkt, ich war nervlich am Ende und Paris Geschichte. Ohne Bulli ohne uns!

Planlos sind wir weitergefahren und verbringen die Nacht nun ruhig auf einem netten Parkplatz in Nähe der belgischen Grenze. Von hier aus geht die Reise morgen noch nach Köln zu meinen Cousinen weiter und dann sind am Samstag 2 Wochen ruckzuck vorbei.

Es war ein wundervoller Urlaub. Wir haben so viel erlebt, so viel gesehen, so viel gelacht und das beste, wir haben uns!

Veröffentlicht am 22.08.2019 auf gintonicgurke.com